Archive for Juni, 2012

25.06.2012 von Detlef Berentzen
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RadioNewz: Alles bleibt. Gnadenlos.

von Detlef Berentzen


Digital vorliegende Spuren sind nie wirklich weg. Sie tauchen womöglich irgendwo und irgendwann wieder auf – und explodieren im Extremfall zum Skandal. Auch das Medium der programmierten Vergänglichkeit und Flüchtigkeit, das Radio, hat sich im digitalen Zeitalter entscheidend verändert. Es ist vom gnädigen zum gnadenlosen Medium geworden. (Bernhard Pörksen)

Wieder einer, der das Radio reflektiert – “Mehrspur”, das Medienmagazin von SWR2 macht im Grunde nichts anderes. Lädt Monat für Monat immer wieder Medienprofis ein, sich hörbar zu machen, Perspektiven für die digitale Zukunft des Radios zu entwerfen. Oder auch, um das Jetzt eines längst nicht mehr runden Funks zu analysieren, der durch das Web einen Paradigmenwechsel vollzogen hat: meinetwegen eben auch den “vom gnädigen zum gnadenlosen Medium”. … weiter lesen

13.06.2012 von Detlef Berentzen
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RundfunkNewz: Welches Radio wollen wir?

von Detlef Berentzen

 

“Der Konflikt um den WDR hat Strukturen offengelegt, die den gesellschaftlichen Zustand im Ganzen spiegeln. Die Apparate entziehen sich sprunghaft jeder öffentlichen Kontrolle. Und folgen einer in sich kreisenden Logik angeblich alternativloser Sachzwänge. Begründeter Kritik, Protesten und abweichenden Überlegungen gegenüber zeigen sie sich immun. Sie weichen der Debatte aus oder machen sie auf administrativem Weg zunichte.” (Informationsbrief der “Radioretter”)

Apropos “die Apparate entziehen sich der Kontrolle”: habe ich nicht gerade heute in einer meiner Morgenzeitungen, es war wohl die “taz”, gelesen, daß der NDR über die Debatte der doch ziemlich harschen “Kritik seines Programmausschusses an den TV-Polittalks der ARD” allemal Stillschweigen bewahren will? Der Rundfunkrat tagt nicht öffentlich, also gibt es auch keine Auskunft! Basta! Zu sehr gerät derzeit die öffentlich-rechtliche Programmkultur, auch die des Hörfunks, in die Kritik.
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11.06.2012 von Detlef Berentzen
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VGWortNewz: AutorInnen immer schlanker!

von Detlef Berentzen


“Die VG Wort wird aus unserer Sicht vollkommen zurecht gegen das Urteil Berufung einlegen. Sollte das Urteil in letzter Instanz bestätigt werden, wären der Verteilungsplan der VG Wort hinfällig und Ausschüttungen nach diesem Plan rechtswidrig – und damit eine Haftung der verantwortlichen Personen im Vorstand und Verwaltungsrat naheliegend. Dass dieses Risiko (Ihnen ist ja das Einnahmevolumen von rund 120.000.000 € bekannt) niemand eingehen will, ist aus dju-Sicht zumindest nachvollziehbar.” (Cornelia Haß)

“VG Wort hält Auszahlung zurück” , “VG Wort friert Tantiemen ein”, “142.000 Autoren warten” – mir geht es nicht anders. Man kann das sommerliche Geld für all die Zweitverwertungen der eigenen Werke wirklich gut brauchen. Auch in diesem Jahr. Erst recht in diesem Jahr: Enge (fast) überall. Trotzdem wird eingeforen und zurückgehalten. Und alles wegen “Martin”, dem rebellischen Urheber. Der tritt an gegen die VG-Wort, weil die nicht nur ihm, sondern auch seinem Verleger jedes Jahr einen Anteil der fälligen Tantiemen überweist. Soll sie aber nicht, beschwert sich Martin, das war vertraglich nicht vorgesehen. Zieht also mit seinem Fall in München vor das (Land-)Gericht und bekommt Recht. So nicht!, urteilen die Richter: der Martin muss nicht teilen. Die VG-Wort ist schockiert, ahnt weitreichende Konsequenzen für ihre bisherige Verteilungspraxis und zieht die Notbremse: Vorerst keine Tantiemen, für niemanden, vorbeugende Sippenhaft – erst einmal Klarheit schaffen! Was für jede Menge AutorInnen die eine oder andere Hängepartie bedeutet. Vermute ich mal. Wie auch immer, die Frage ist: Geht das alles nun mit rechten oder mit linken Dingen zu? … weiter lesen

09.06.2012 von Detlef Berentzen
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RadioNewz: Von “Widerstand und Anpassung”

von Detlef Berentzen

Nachdem einige zornige junge Männer der mittleren Generation mit zum Teil schon grauen Haaren versucht haben, außerhalb des Verbandes ihre Linie der ideologischen Koexistenz durchzusetzen, versuchen sie es jetzt innerhalb des Verbandes und kämpfen für politisch falsche Manuskripte von Gleichgesinnten. (Hans Bentzien, HA Funkdramatik)

Genauso war es. Die Herrschaften in der Ostberliner Nalepastraße, sprich: beim inzwischen verblichenen “Rundfunk der DDR”, sorgten in ihren Ressorts (mehr oder weniger) für die Durchsetzung einer freilich parteilichen Linie: “Walther, Becker und Plenzdorf brachten mehrfach das Argument vom schutzlosen Schriftsteller gegen den allmächtigen Apparat”, berichtet Hans Bentzien, seinerzeit Leiter der “Hauptabteilung Funkdramatik” in einem Brief an den „Genossen“ Rudi Singer, den Vorsitzenden des “Staatlichen Komitees für Rundfunk”. In dessen Funkhaus von staatlicher Allmacht oder gar Zensur zu reden, war im Grunde obsolet. Und doch wurde Widerspruch laut. Erst recht  im Falle des Hörspielautors Joachim Walther, dessen Fall Bentzien (s.o.) rapportiert. Walther hatte es gewagt, mit seinem Hörstück “Infarkt” gegen “Heuchelei und Opportunismus” (Bentzien) anzutreten. Meine Güte, da hatte man ihm eben sein Manuskript, eine angeblich “parabolische Anklage gegen den Sozialismus der DDR“, zurückgegeben: “Keine unklaren Ideologien, keine ideologische Gleichsetzung der Systeme!” – so war das damals. Im Osten. Beim Hörspiel. Und nicht nur dort. … weiter lesen

05.06.2012 von Detlef Berentzen
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EuphoriaNewz: Endlich Heimat!

von Detlef Berentzen

“Ich habe die Geschichte von einem Mann, der Geschichten erzählt. Ich habe ihm mehrmals gesagt, daß ich seine Geschichten nicht glaube. Das beeindruckte ihn nicht.” (Peter Bichsel)

Niemand bei Hofe würde behaupten, der Kaiser trage keine Kleider am Leib. Mochten es die Kinder jenseits der Palastmauern behaupten, sich ereifern und garstige Gesänge anstimmen, der Hofstaat des Kaisers verstopfte sich die Ohren radikal mit Wachs. … weiter lesen

01.06.2012 von Detlef Berentzen
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IndianerNewz: Heldensommer in Ludwigshafen

von Detlef Berentzen

 

Es gibt nur Karl May und Hegel, alles dazwischen ist eine unreine Mischung.“(Ernst Bloch)

“Die Zeit heilt alle Wunder”, was verdammt schade ist und, klar doch,  ein immergrüner Song von “Wir sind Helden”. Die sind nun erst einmal abgetaucht, haben ihre dressierten Affen zum Teufel geschickt, aber man muss ja nur wollen und schon sind da wieder “Helden”, sogar einen ganzen Sommer lang. Bei Bloch. In Ludwigshafen. Ausgerechnet. Aber wie zu lesen steht, liegen die frühen statistischen Ursprünge der Indianer in der Pfalz und ohnehin kam Bloch bei der Betrachtung Richard Wagners nicht um den alten Karl May herum. … weiter lesen