Die Realität und ihre Partikel

Sein Image als rebellischer, linker Berliner Stadtteil pflegt Kreuzberg mit Erfolg. Auch der Autor fühlte sich hier richtig. Bis er durch ein Erbe zu Geld kommt und sich eine große Wohnung kauft, weit oben, mit Blick über seinen Kiez, den sich immer weniger Menschen leisten können. Plötzlich fühlt er sich zwischen allen Stühlen, und stellt sich Fragen: Auf welcher Seite stehe ich jetzt? Darf ich mein unverdientes Privileg einfach genießen? Oder schulde ich etwas? Wir begleiten ihn auf seinem Weg nach unten, lauschen dem Sound der Stadt, seinen Gesprächen und Gedanken. Das beeindruckende Porträt eines Stadtteils und seiner Menschen….(Wolfram Wessels)

Es geht um „Schmutzige Kriege“, „Women workers“, um „Scratching“, „Zuwandern“, den „Schatten der Copacabana“, das „Hacker-Syndrom“ und nicht zuletzt (s.o.) eben auch um das alte „Kreuzberg von oben“, kurzum:  It’s „DokKa“-Time! Der Name des Festivals törnt zwar nicht so richtig, dennoch: Ab heute frönt man im badischen Karlsruhe der Lust am Dokumentarischen und das auf eine ziemlich besondere Art und Weise: Ob Film, Audio oder Installation, alles wird erstmals an einem einzigen Ort sicht- und hörbar, Formenvielfalt ist halt Programm:

„Ob Literatur, Film und Fernsehen, Radio oder Bildende Kunst, sie alle arbeiten zunehmend mit Realitätspartikeln…“ Da werden Trennungen aufgehoben und geben ein neues Ganzes, Akteure und Diskussionen inklusive – 20 MacherInnen werden erwartet, schreibt mir Hörfunker Wolfram Wessels aus dem Südwesten und vergisst nicht, ganz en passant, zu erwähnen: Das Kulturradio SWR2 begleitet das Festival in seinem Programm und unterstützt den Wettbewerb um die beste Hördokumentation. Am Sonntag um 20 Uhr wird der mit 1.000 Euro dotierte Preis für die „Beste dokumentarische Arbeit“ des Festivals verliehen. Außerdem wählt eine Jury die beste Hördokumentation. Das Gewinnerstück wird in „SWR2 Feature“ gesendet. Aha!

Das Festival läuft noch bis zum Sonntag. Tickets und Pässe liegen bereit, Töne, Bilder, Installationen warten, sogar Tom Schimmeck ist dabei (Hallo Tom!) und haut in einem ominösen „Zelt“ der ARD und ihrem Journalismus auf die Finger. Das konnte er schon immer gut. Also nix wie hin!

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