29.01.2012 von Wolfgang Koch
Virtuos lügen. »Fest im Leben stehen« lautet der originelle Titel eines Berichts der Tageszeitung Der Standard über die Seligsprechung der am 11. Juni 1933 zu Wien verstorbenen christlichen Sozialreformerin Hildegard Burian. Auch die katholische Presseagentur bleibt uns einen stichhaltigen Beweis für die Aussage »Hildegard Burjan ist selig« wieder mal schuldig.
Politikstilforschung. Kann man den im Senegal als Präsidentschaftkandidat verhinderten Weltmusik-Star Youssou N’Dour nicht ausnahmsweise erlauben in Österreich zur nächsten Bundespräsidentenwahl anzutreten? Sonst haben die Schwarzen gar keine Chancen mehr.
Jetzt kommentieren. In der krone.tv-Serie »Politik im Bild« bringt Innenpolitik-Chef Claus Pándi erklärtermaßen »die Höhe- und Tiefpunkte der Innenpolitik«. Seine ganze Kunst besteht dabei darin, nie erkennen zu lassen, ob es sich in der aktuelle Folge gerade um einen »Höhe-« oder um einen »Tiefpunkt« handelt. Das muss ich mir als Zuseher nicht mal beim Videocast »FS Misik« selber denken.
Land über Bord. Da gibt’s also einen Grünen-Politiker in… weiter lesen
27.01.2012 von Wolfgang Koch
Was macht Robert Sommer eigentlich so zuversichtlich, das sich die gerechtere Gesellschaftsordnung durch einen Aufstand herbeiführen lässt? Die erbärmlichen Riots in Frankreich gegen Autobesitzer in den Vororten? Die Plünderungen in England, die 2011 zu noch mehr Überwachungsstaat und berittener Polizei geführt haben? Die brandschatzenden Proteste gegen Sparpakete bei den Staatsausgaben in Griechenland, wo sich Anarchisten und Steuerhinterzieher in der Ablehnung des Staates hundertprozentig einig sind?
Was lässt den Sozialreformer an der revolutionären Phraseologie festhalten? Die Arabellion in den islamischen Mittelmeerländern, die Demokratie nirgendwo mit Wohlstand zu verbinden vermag, und also von Beginn an zum Scheitern verurteilt war? Robert Sommer will »Wien zum Tahrir-Platz« machen. Jeder Sieg einer Revolution, sagt er, sei eine große Verblüffung.
Wer selbst nie diesen Traum geträumt hat, werfe den ersten Stein. Sommer ist fasziniert von den Gebrüdern Berrigan, die in den 1960ern zu den »Ten Most Wanted« des FBI gehörten, weil sie »Gewalt gegen… weiter lesen
25.01.2012 von Wolfgang Koch
Die gescheite Elfriede Jelinek zeigt sich neuerdings besorgt um die Vergabe eines 5.000-Euro-Jobs im Büro des ORF-Generalintendanten. Ja, fragt man sich da verwundert, wurde sie denn nicht jahrzehntelang aufs Schönste von linken ORF-Journalisten hofiert, hat nicht gerade sie auf dem politischen Gesinnungsjournalismus, den es jetzt angeblich zu verhindern gilt, ihre steile Karriere mit aufgebaut?
Ich halte nichts von der kulturellen Linken und ihren Machinationen. Verstünden unsere fortschrittlichen Dramaturgen am Burgtheater wirklich zu lesen und nicht nur in schicken Restaurants zu tafeln wie Gott in Frankreich, sie hätten niemals Jelineks kapriziöse Sprachschmerz-Stücke auf die Bühne gehievt, sondern die Borderline-Literatur eines Hermann Schürrer oder eines Bernt Burchhardt, um nur zwei Säulenheilige der Wiener Obdachlosenzeitung Augustin zu nennen.
Der Aufschrei von Robert Sommer zerreißt noch ein paar andere Nebel. Bis auf die Haut blamiert steht jetzt zum Beispiel der abgehobene Wien-Diskurs der Kulturwissenschaften da, der in Lutz Musners Habitilationsschrift Der Geschmack von… weiter lesen
22.01.2012 von Wolfgang Koch
Robert Sommers Streitschrift gegen den Ausschluss Armen aus der profanen Lebenswelt Wiens ist parteiisch, aber keineswegs einseitig. Er beharrt auf die Unteilbarkeit der Stadt, verherrlichst die Randständigen dabei aber kein bisschen.
Sommer vermag sich sogar in das »Ekelgefühl eines faschistoiden Passantengemüts gegenüber einer verwahrlosten Erscheinung«, wie sie Bettler und Obdachlose abgeben, hineinzudenken. Aber anders als die Mehrheit der Bürgervertreter Wiens knickt er vor diesem ablehnenden Impuls nicht gleich innerlich ein. Sommer schaltet den Verstand an und weist ihm den Weg zu Solidarität und Mitgefühl.
Hat nicht jede Stadt ihre eigenen Vorteile? Gewiss. Sommer nennt vier Varianten der Wienerischen Ost-Phobie:den Antislawismus, den Antisemitismus, den Antiislamismus und den Hass auf Zigeuner. Nur letzterem – dem Antiziganismus – schenkt er in Wie der Rand am Rand bleibt nähere Beachtung.
Diese Selbstbeschränkung beim »Ausländerthema« hat etwas durchaus befreiendes. Sämtliche Diskuse der Stadtpolitik sind ja seit Jahren hoffnungslos gefangen in den Integrationsproblemen türkischer und andere… weiter lesen
15.01.2012 von Wolfgang Koch
Die jährlich weltweit durchgeführte Vergleichsstudie von Mercer zur Bewertung der Lebensqualität stellte Wien auch 2011 Bestnoten aus. Keine Wunder! Die Repression gegen Sandler (der wienerische Ausdruck für Clochards) schreckt inzwischen auch vor amtlichen Strafe für »unbegründetes Stehenbleiben« nicht mehr zurück.
Da muss ja die Lebensqualität der Führungskräfte einfach zunehmen. »Dreimal hintereinander Weltmeister in der Lebensqualität zu werden kommt nicht von ungefähr«, tönt Wiens sozialdemokratischer Bürgermeister heute via Die Presse in die Welt hinaus.
Der Wiener Exekutive, schreibt Robert Sommer, seien »alle Arten unamtlicher menschelnder Aufläufe notorisch supekt«. Den Straßenmusikanten in den Fußgängerzonen wird von lebensfremden ÖVP-Bezirksvorstehern die Distanz zu christlichen Gotteshäusern vorgeschrieben, darüber hinaus im Rathaus das Repertoire der dargebotenenen Musik und die Art der Instrumente.
Nach jüngsten Meinungsumfragen wird von der Bevölkerung der Rechtsaußenpartei FPÖ die meiste Lösungskompetenz in der Politik zugetraut. Wen also kann es da noch wundern, wenn das verlogene Goldene Wienerherz den städtischen… weiter lesen
13.01.2012 von Wolfgang Koch
Es gibt durchaus noch Linksradikale in Österreich, die im ursprünglichen Wortsinn das Übel der Welt an der Wurzel packen wollen. Sogar eine Nobelpreisträgerin befindet sich darunter. Franz Schandl wurde an dieser Stelle schon einmal gewürdigt. Mehrfach der Antideutsche Stephan Grigat, …
Das praktische Wirken all der Genannten aber beschränkt sich auf ihr publizistisches Handwerk, auf die Belehrung der Köpfe durch Worte, auf akademische Seminare und gelegentliche Antifa-Kundgebungen.
Da ist Robert Sommer von anderem Kaliber. Auch er hat sich dem Schreiben verschrieben, doch dieser Journalist hat vor 16 Jahren den Rubikon des bloß intellektuellen Windumsichmachens überschritten und unternehmerisch in der Realität interveniert, indem er die erfreulicherweise sehr erfolgreiche Wiener Obdachlosenzeitung Augustin mitbegründete.
Sommer hat seine linke Praxis als Journalist mit einem Projekt geadelt, das die bis 1995 aus dem Bannkreis der österreichischen Medien verstoßene Menschen wieder in die Öffentlichkeit zurückholte. Er und seine Mitstreiter haben endlich begonnen mit… weiter lesen
10.01.2012 von Wolfgang Koch
Violette Redoute
»Glück/Unglück«
43. ÖAAB Ball
»La magia de Espania«
Un Ballo in Maschera
»Wir spenden Ihnen Freude – Sie spenden uns mit Freude«
Techno Ball
»Alles Techno …«
Ball der Offiziere
»Gold und Silber«
Ball der Oberösterreicher
»Braunau verbündet – Braunau verbindet«
Schlosserball
»Metall am Ball«
71. Ball der Alt-Hietzinger
»Alt trifft Jung«
Immobilienball
»Wien trifft St. Petersburg«
Ball der Gewichtheber
»Kraft Frei und Alles Walzer«
55. Ball der Wiener Kaffeesieder
»Wiener Melange«
15. Wiener Regenbogenball
»Die Liebe hat bunte Flügel«
Hofburg-Ball der Wiener Wirtschaft
»Viel Vergnügen und alles Walzer«
Schulball Rahlgasse
»Hollywood«
10. Frühlingsball
»Karitativer Zweck – Die Möwe«
Diversity Ball – 5. Ballnacht der Vielfalt
»Vielfalt tanzt«
20. Life Ball
»Fight the Flames of Ignorance«
Sofia Ball Vienna
»Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden als die Dunkelheit zu… weiter lesen
07.01.2012 von Wolfgang Koch
Eine heilige Schrift der Wibhadschjawādins erzählt:
Es war einmal ein Bōdhisattva in Benares, der ein Mädchen zur Tochter nahm und ihr den Namen »Zweifel« gab. Zweifel wuchs zu einer außerordentlich schönen Frau heran, was sich bis hinauf in die Gemächer des regierenden Königs herumsprach. Als der Herrscher sie zur Frau nehmen wollte, stellte der Vater die Bedingung, dass der König erst den Namen des Mädchens erraten müsse.
Der vornehme Brautwerber mühte sich redlich, legte lange Listen mit möglichen Namen der Tochter an, aber der richtige war nie darunter. Die junge Frau wiederum ermutigte den König bei seiner Suche, bat ihn wiederholt von tiefstem Herzen nicht aufzugeben. Doch irgendwann verzweifelte der Mann dann an der schwierigen Aufgabe und warf das Handtuch hin mit den Worten: »Mich plagt der Zweifel, ob das Leben zu retten gelingt«.
Da rief die Umworbene freudig: »Du kennst doch meinen Namen, du… weiter lesen
04.01.2012 von Wolfgang Koch
Unter dem Titel »Linke Politproletenpanik auch im 22. Bezirk« wendet sich der Donaustädter FPÖ-Gemeinderat LAbg. Toni Mahdalik heute an die geschätzte Wiener Öffentlichkeit. Bereits im Untertitel der Anti-Dreck-Erklärung wird heftig mit der Deutschsprach gejuxt: »FPÖ von faden Fäkalienfestivals unbeeindruckt«.
Um die F-f-F-Stellung perfekt zu machen, hätte es doch eigentlich heißen müssen: »FPÖ von faden Fäkalienfestivals unbeeinfuckt«, oder?
Zwar wissen wir noch immer nicht, worum es dem starken Mann in der Donaustadt geht, und das erfahren wir auch aus dem Rest der Meldung nur rudimentär: um mehrere Verunreinigungen des geschätzten F-f-Parteiheimes. Aber zur beliebten Wiener Volksbeschäftigung des Schmähens und Schimpfens ist bekanntlich kein Anlaß gering genug. Der Wiener sempert und plärrt ja schon los, wenn sich eine Wolke vor die Sonne schiebt.
Man höre: »Das Niveau linker Fanatiker ist dort angekommen, wo sich die Umfragewerte von SPÖ und Grünen schon länger befinden – im Keller«. – Nun im Keller, geschätzter Herr… weiter lesen