Archive for Oktober, 2012

16.10.2012 von Wolfgang Koch
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WALTER SEITTERS WELTGESCHICHTLICHE WIEDERANEIGNUNG DES WESTENS [e]

von Wolfgang Koch

Die Geschichte der Moderne beginnt lange vor dem 15. und 16. Jahrhundert, vielleicht mit der Erfindung der Geldwirtschaft in den Hochkulturen der europäischen und der indischen Antike, sicher aber mit der Ersten industriellen Revolution, in der der Reformorden der Zisterzienser zum benediktinischen Ideal der Askese zurückkehren wollte.

Uralte Mauern des Westwerks, ganz neu / Foto: Gisela Erlacher

 

Die Mönche suchten sich bewusst beschwerliche Arbeitsbedingungen aus, sie stellten körperliche Arbeit und Kultivierung der Natur in den Mittelpunkt des klösterlichen Lebens.

 

So verband sich disziplinierte Arbeit mit dem rationellen Einsatz von Technik und Natur. Der Leidenscharakter der körperlichen Arbeit wurde zwar nicht überwunden, konnte es noch nicht werden, aber er wurde ins Positive gewendet. Alle Plackerei sollte fortan durch technische Innovationen und organisatorische Rationalisierung beseitigen werden.

 

Das ist der wirtschaftsgeschichtliche Hintergrund von Walter Seitters makrogeschichtlichem Ansatz. Sein historischer Strukturalismus betrachtet politische und soziale Einheiten allerdings als Ausdruck… weiter lesen

10.10.2012 von Wolfgang Koch
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PARLAMENTARISCHE BÜRGERINITIATIVE ZUR ABSCHAFFUNG DES BUNDESHEERES

von Wolfgang Koch

Der Internationale Versöhnungsbund setzt sich seit Jahrzehnten für gewaltfreie Konfliktlösungen in Krisengebieten ein. In seinen Augen lässt die geplante Volksbefragung zur Wehrpflicht in Österreich nur die Wahl zwischen zwei Übeln.

Die größte Bedrohung geht von Konflikten innerhalb der Union aus. / Foto: W. Koch

  Darum bringt der Versöhnungsbund im österreichischen Parlament den Antrag von Bürgern und Bürgerinnen ein, der Nationalrat möge die geeigneten gesetzlichen Maßnahmen setzen für:    

die Abschaffung des Bundesheeres, die Einrichtung einer Institution für den Katastrophenschutz, die Sicherung sozialer Aufgaben durch Schaffung bezahlter Arbeitsverhältnisse, kollektivvertraglich und sozialversicherungsrechtlich abgesichert, die Einführung  ziviler Friedensdienste und eine aktive Friedenspolitik Österreichs.

 

Im vorgeschlagenen Text zur Volksbefragung zur Wehrpflicht fehlt den EinbringerInnen die wesentliche Fragestellung, nämlich ob und wozu Österreich überhaupt ein Bundesheer braucht, bzw. die Möglichkeit einer alternativen Stellungnahme im Sinne dieser Bürgerinitiative.

 

Insbesondere treten wir für die Verwirklichung folgender beispielhafter Punkte für eine aktive, gewaltfreie… weiter lesen

06.10.2012 von Wolfgang Koch
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WARUM DIE RECHTSPARTEI FPÖ DOCH EINE BERECHTIGUNG HAT (b)

von Wolfgang Koch

Gedärme jodeln, das Blut spritzt in Fontänen. Der Grünen-Kultursprecher Wolfgang Zinggl möchte sich zu dem Thema nicht äußern, um keine schlafenden Hunde zu wecken – und er tut damit genau das, was die Menschen an der Politik heute so abstößt: taktisch argumentieren. Man sagt A, weil andere B sagen, und umgekehrt, statt das eigene Herz und den eigenen Verstand sprechen zu lassen.

Kann denn Gewaltverstiegenheit eine Errungenschaft sein? / Foto: M. Obermayr

 

Der Protest gegen die Flut von Gewaltdarstellung beschränkt sich in Österreich auf ein paar ablehende Stellungnahmen der Rechtspartei FPÖ, die reflexartig auf jede merkwürdige Subkultur reagiert. Niederösterreichische Elternvereine (LEVNÖ) fordern eine für die Präventionsarbeit zweckgebundene Besteuerung von Gewalt-Computerspielen. Und damit hat sich es sich schon wieder; mehr an Diskussion findet in Österreich nicht statt.

 

Die angepassten Grünen begreifen die 7.000 Besucher des Slashfilm-Festivals als Teil der eigenen Klientel und tragen die Kultursubventionen für den Mitveranstalter… weiter lesen

04.10.2012 von Wolfgang Koch
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BEGEISTERT DEN SCHREIEN DER ANDEREN ZUHÖREN (a)

von Wolfgang Koch

»Über eine Stunde angespannt im Kino zu sitzen, anderen beim Schreien zuzuhören und selbst im Sitz zu versinken (damit der Mörder mich nicht sieht), ist großartig«. Mit diesem Bekenntnis zum Genuß inszenierter Mordlust wartete die Filmkritikerin Stephanie Gründler in der Wiener Tageszeitung Der Standard auf.

 

In jeder Videothek gastiert die Mordlust-Industrie. / Foto: M. Obermayr

7.000 Besucher konsumierten in nur zehn Kinotagen beim /slash-Filmfestival 2012 alles, was die internationale Angstlust-Produktion derzeit auf dem Gebiet Horror, Slasher und Splatter zu bieten hat: einäugige Monster, kichernde Skelette, vor allem aber gnadenlose Greuel, realistisch gezeigte Sterbensqualen aus der Täterperspektive und Totenschändungen im Gemütszustand von Serienmördern.

 

Diese Art von Kinounterhaltung kultiviert mit endlosen Gewaltbildern genau jene meditative Versenkung in den Hass, die unweigerlich auf die Vernichtung von Menschenleben zusteuert und diese schließlich auch, bis alle Zweifel ausgelöscht sind, auf der Leinwand vollbringt. Höhepunkt: der entsetzliche Streifen V/H/S von David Bruckner… weiter lesen

02.10.2012 von Wolfgang Koch
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SNUFF-VIDEOS UND FLIEGENDE APFELRESTE

von Wolfgang Koch

Es ist nun auch schon wieder 13 Jahre her, dass im Skeptical Inquirer der Snuff-Film, in dem SchaupielerInnen angeblich tatsächlich getötet werden, als urbane Legende enttarnt wurde. Damals, im Mai/Juni 1999, zerpflückten die professoralen Skeptiker in ihrer Weltzentrale in Amherst sämtliche kursierenden Gerüchte über reale Leinwandmassaker.

 

Amherst liegt im US-Bundestaat New York, nicht unweit der Niagarafälle, und das Städtchen schmückt sich seither immer wieder stolz mit dem Titel, eine der sichersten Städte Amerikas zu sein. Diesen großspurigen Anspruch teilt Amherst übrigens mit Wien (für den Bereich der europäischen Kontinentalplatte), wo derzeit ein viel süßeres Gerücht die Runde macht.

Gegen alle guten Sitten verstossende Brombeerhecke / Foto: Stadtfruchtwien

Warum wohl, fragen sich die Freunde und Freundinnen essbarer Stadtfrüchte, wachsen bei uns in Wien so viele wilde Apfelbäume ausgerechnet an Bahndämmen? Hier drängt sich eine aufmerksame Beobachtung zur Legendenbildung geradezu auf.

 

Die Antwort erfahrener Obstsammler: An den wilden Äpfeln auf… weiter lesen