vonMalaika Rivuzumwami 18.03.2018

taz Buchmesseblog

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Ich versuche jetzt in ein paar kurzen Zeilen etwas über die Veranstaltung vom Antaios-Verlag am Samstag zu schreiben. Eigentlich habe ich keinen Bock, irgendetwas von Rechten, Linken oder irgendwas dazwischen zu schreiben.

Kollege U. überredet mich, ihn zu der Veranstaltung des rechtsgerichteten Verlages zu begleiten. Verleger Götz Kubitschek soll vor Ort lesen. Auf dem Weg fällt U. dann auf, dass er ja eigentlich ganz unauffällig schauen wollte, was da so geht. „Aber mit dir bin ich ja null undercover. Mist.“ Hätte ihm ja auch mal früher einfallen können, nicht mein Problem. Kollege V. mit türkischer Abstammung begleitet uns dann auch noch. Spitzentrio.

Zwanzig Minuten vor Veranstaltungsbeginn ist diese voll. Kein Presseausweis, kein Lächeln: Die Security gibt den Weg nicht frei.

Hoffnungsvoll platzieren wir uns unter einem Lautsprecher und hören bald auch schon die Sicherheitswarnung der Messe: „Bitte halten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit unbedingt die Flucht- und Sicherheitswege frei.“ Aha. Ein Mann hinter uns ruft: „Gegen Flucht und Vertreibung.“

Die Stimmung wird immer angespannter, von allen Seiten treffen Plakate und Rufe aufeinander. Allerdings sind die Veranstalter clever genug, das Gespräch nicht nach außen zu übertragen. Also stehen wir nun bescheuert in den Gängen rum, ohne etwas mitzukriegen.

Der Rest lässt sich schnell erzählen: die Rechten haben – wieder einmal – ihre Nadelstiche geschickt verteilt, die Linken ließen sich provozieren. Frankfurter Buchmesse 2017 reloaded. Nichts gelernt, same procedure.

Kollege V. entscheidet im richtigen Moment zu gehen. Wir trotten zurück in Halle 5 und fühlen uns wie geschlagene Krieger*innen. Nicht, weil die Linke nicht mit Souveränität geglänzt hat, sondern weil auch wir wieder auf den Zug der Aufmerksamkeit aufgesprungen sind. Sekt hilft dann. Und Rihanna. Und tolle Kolleg*innen.

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