vonHans Cousto 03.05.2020

Drogerie

Aufklärung über Drogen – die legalen und illegalen Highs & Downs und die Politik, die damit gemacht wird.

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Der neuartige Erreger Covid-19 kann durch seine hohe Infektiosität zu einer Gefahr für alle Menschen werden. Besorgniserregend ist zugleich, dass bisher keine standardisierten Behandlungsmöglichkeiten bekannt sind, mit denen Krankheitsverläufe gemildert und verkürzt, Heilungsprozesse unterstützt oder die Entwicklung schwerer Verläufe ausgebremst werden könnten. Ob Symptome nach einer Infizierung überhaupt in Erscheinung treten und wie heftig sich diese entwickeln hängt vor allem von der Funktionsfähigkeit des eigenen Immunsystems ab.

Covid-19-Infektion und Cannabis

Es gibt ernst zu nehmende Hinweise darauf, dass vaporisiertes Cannabis ohne Tabak hilfreich sein könnte, eine Covid-19-Infektion zu bewältigen. Deshalb hat LimeSurvey eine kleine Umfrage an den Start gebracht, mit der Erfahrungen von Cannabis-Nutzer/innen eingesammelt werden sollen.

In die Suche nach geeigneten Heilmitteln wird von einigen Patienten auf eigene Initiative auch die Verwendung von Cannabis einbezogen. Immerhin unterstreichen die schon bekannten medizinischen Wirkungen von Cannabis (u. a. entzündungshemmend, antibiotisch, entkrampfend, Erweiterung der Bronchen, beruhigend), dass ein Rückgriff auf Cannabis, speziell auf die vaporisierende Inhalation von Cannabisblüten durchaus eine Möglichkeit sein könnte, zu einer Linderung von Symptomen oder zu einer Abheilung der Erkrankung beizutragen. Mit dieser Umfrage sollen die Erfahrungen von Covid-19-Patientinnen und Patienten zusammengetragen werden, die mehr oder weniger gezielt Cannabis eingesetzt haben, um ihre eigene gesundheitliche Situation zu bewältigen.

Als Covid-19-Patientinnen und Patienten werden hier alle Personen gezählt, die ein positives Testergebnis erhalten und keinerlei oder mehr oder weniger starke Krankheitssymptome entwickelt haben. Wer zu dieser Personengruppe gehört, wird gebeten, diesen Fragebogen nach bestem Wissen auszufüllen und LimeSurvey seine persönlichen Erfahrungen zugänglich zu machen.

Besonders interessant sind auch Daten, die Auskunft über den weiteren Verlauf einer Infektion/Erkrankung über einen längeren Zeitverlauf geben. Deshalb plant LimeSurvey, in vier Wochen nochmal mit einem Fragebogen auch diese Erfahrungen zu sammeln und auszuwerten. Es wäre deshalb hilfreich, wenn Patienten LimeSurvey diese Informationen über den dann auf der Website auch verfügbaren zweiten Fragebogen ausgefüllt zukommen lassen würden.

Die Umfrage wird durchgeführt von: Prof. Dr. phil. habil. Gundula Barsch, Hochschule Merseburg, Eberhard-Leibnitz-Straße 2, Fachbereich Soziales, Medien und Kultur, 06217 Merseburg und Christoph Roßner, interdisziplinärer Hanfsachverständiger, Ulmer Str. 11, 87700 Memmingen.

Der Fragebogen ist schnell zu bearbeiten – dafür werden circa 5 Minuten benötigt.

The Loop – Logo Umfrage
The Loop – Logo Umfrage

Drogengebrauch nach dem Lockdown

Die Drogenaufklärer und Drogentester von The Loop aus Manchester (Großbritannien) haben eine Umfrage zum Drogenkonsum und den Veränderungen auf dem Drogenschwarzmarkt (Verfügbarkeit, Preise, Qualitäten) gestartet.

Eine Reihe nordeuropäischer Drogenberatungsstellen, darunter The Loop, haben eine sehr kurze, anonyme Umfrage entwickelt, um Daten darüber zu sammeln, wie sich der Drogen- und Alkoholkonsum während der Einschränkung des öffentlichen Lebens (Lockdown) verändert hat. Der Link hier führt zur englischen Sprachversion. Eine deutsche Sprachversion ist noch nicht verfügbar. Diese Umfrage zielt darauf ab, europaweit vergleichbare Daten zu sammeln, um Drogen- und Schadensminderungsdienste zu informieren und Drogen- und Alkoholkonsumenten in diesen herausfordernden Zeiten zu unterstützen.

Es werden 3 Versionen dieser Umfrage veröffentlicht, die in drei Phasen der Covid-19-Pandemie veröffentlicht werden. Die Phase-1-Umfrage findet vorerst während der Zeit des stärksten Lockdowns statt. In Phase 2 werden die Beschränkungen in ein paar Monaten in ganz Europa gelockert, und in Phase 3 werden die Folgen im Spätsommer oder im Frühherbst erfasst. Nach Abschluss jeder Umfragephase wird The Loop den europäischen Drogenberatungsstellen umgehend eine Zusammenfassung der Ergebnisse jeder Umfrage zur Verfügung stellen.

Die kurze, anonyme Umfrage mit hauptsächlich anzukreuzenden Fragen, deren Ausfüllen etwa 10 Minuten dauert, wird im Rahmen einer transeuropäischen COVID-19- und Drogenkonsumumfrage durchgeführt.

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https://blogs.taz.de/drogerie/2020/05/03/covid-19-infektion-und-cannabis/

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kommentare

  • Außer Kaffeemißbrauch und durchschnittlich 10 Gramm Alkohol pro Tag nehme ich keinerlei Drogen zu mir und muss mich regelrecht dazu zwingen, aus purer Sympathie sehr, sehr selten an einem Joint mit zu ziehen.
    Bin also kein Testkaninchen.
    Dafür kenne ich viele, die die Tests ganz freiwillig veranstalten und die Statistiken extensiv bedienen können.

    Also, ich falle hier völlig aus. Als Physiker, der sich auch mit Statistik befasst hat, muss ich allerdings warnen vor der Unzuverlässigkeit von Angaben von Medizinern, zu denen ich auch Virologen zähle. Gefälligkeitsgutachten, Spinnereien und Datenfälschungen fielen uns immer wieder gerade aus dem Gesundheitsbereich auf. Auch Angaben aus dem Bereich von Suchtkranken sind sicherlich mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Trotzdem, das Probandenkollektiv, insbesondere der Raucher, ist so riesig, dass man, unter Berücksichtigung der hohen Fälschungsgefahr, leicht überaus große Datenmengen gewinnen kann.
    Ich bitte um Beteiligung, die ja durchaus anonym erfolgen kann. Es genügt, nur Covid19-Erkrankte zu befragen, um einen repräsentativen Querschnitt zu gewinnen.
    Um Fälschungen durch Mediziner vorzubeugen, ist an dieser Stelle ganz besondere Sorgfalt erforderlich. Entschuldigt, liebe Kollegen aus der Medizin. Meine überaus negative Beurteilung beruht auf Erfahrungen von Physikern, die immer wieder berichtet wurden und werden. Eine Erscheinung, die nicht typisch für Deutschland ist und besonders Statistiken aus den USA betraf.

    RKI- und WHO-Statistiken sind sicherlich keine Ausnahmen. Regelrecht systematische Fehler, die in diesen Bereichen wie selbstverständlich akzeptiert werden.
    Also, liebe Raucher und Drogenkonsumenten, Ihr wisst, was zu tun ist!
    Ich verspreche auch, wenn ich an Covid19 erkranke, meinen Kaffeekonsum wahrheitsgemäß einzutragen.

    Streeck möchte ich dafür danken, dass er auf Widersprüche, rein statistisch gewonnen, aufmerksam gemacht hat. Natürlich wird er von seinen Kollegen dafür angefeindet.

  • > thc daempft die aktivität des immunsystems
    wie kommen sie denn darauf?? in meinen recherchen der letzten 30 jahre zu dem thema habe ich davon noch nie gehört. wissenschaftlich erwiesen sind allerdings fogende wirkungen von thc und oder cbd:
    THC
    Schmerzlinderung
    Appetitanregung
    Antiemetische Wirkung
    Muskelrelaxierende Wirkung.

    CBD
    Schmerzlinderung
    Antikonvulsive Wirkung
    Angstlösende Wirkung
    Appetitanregung
    Senkung der Blutglukose
    Antibakterielle Wirkung
    Antiemetische Wirkung
    Reduzierender Effekt auf das Wachstum von Tumorzellen
    Antipsychotische Wirkung
    Muskelrelaxierende Wirkung
    Fördernde Wirkung auf das Knochenwachstum
    Entzündungshemmende Wirkung
    Spasmolytische Wirkung auf Magen und Darm
    Lindernde Wirkung auf Überreaktionen des Immunsystems
    Neuroprotektive Wirkung.

    Cannabis als Medizin gilt allgemein als nebenwirkungsarm.

    https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Cannabis_53341

  • so weit mir bekannt, dämpft thc die aktivität des immunsystems, und daher dürfte hanf eher kontraproduktiv bei covid-19 erkrankten sein.

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