vonHans Cousto 16.04.2021

Drogerie

Aufklärung über Drogen – die legalen und illegalen Highs & Downs und die Politik, die damit gemacht wird.

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Am 16. April 2021 jährt sich die Entdeckung der psychoaktiven Potenz des LSD zum 78. Mal. Der Schweizer Chemiker Albert Hofmann hatte die Substanz für das pharmazeutisch-chemische Forschungslaboratorium der Firma Sandoz in Basel, das unter der Leitung von Professor Arthur Stoll stand, bereits am 16. November 1938 hergestellt – die wundersame Wirkung der Substanz blieb jedoch beinahe fünf Jahre lang völlig verborgen. Einer seltsamen Ahnung folgend synthetisierte Hofmann am 16. April 1943 die Substanz LSD erneut. Bei der erneuten Beschäftigung mit dieser Substanz entdeckte Albert Hofmann am 16. April 1943 eher zufällig ihre außerordentlich hohe und spezifische Wirksamkeit auf die menschliche Psyche, die er nach einem am 19. April 1943 durchgeführten Selbstversuch mit 250 Mikrogramm (0,25 Milligramm) LSD bestätigen konnte. Seine legendäre Fahrradfahrt unter LSD-Einfluss am 19. April 1943 ist in die Popkultur eingegangen und wird seit den 1960er Jahren als Bicycle Day gefeiert.

Albert Hofmann, 2006 im Alter von 100 Jahren, Foto: Stefan Pangritz (CC BY-SA 2.0)
Albert Hofmann nach dem GesprŠch „†ber Schšnheit“, in der Reihe der Veranstaltungen der Ausstellung Seelensysteme von Till Velten, im Helmhaus ZŸrich. Foto: Stefan Pangritz (CC BY-SA 2.0)
Mehr Infomation unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Hofmann

Albert Hofmann

Albert Hofmann wurde am 11. Januar 1906 in der kleinen Industriestadt Baden als ältestes von vier Kindern geboren. Sein Vater war Werkzeugmacher in einer Fabrik. Als der Vater schwer erkrankte, musste Albert Hofmann, als Erstgeborener der Geschwister, für den Unterhalt der Familie sorgen. Deshalb absolvierte er eine kaufmännische Lehre. Nebenher lernte er Latein und andere Sprachen, da er die Matura (Abitur) machen wollte, was ihm an einer Privatschule auch gelang.

Mit zwanzig begann Albert Hofmann an der Universität Zürich ein Chemiestudium. Vier Jahre später promovierte er dort mit Auszeichnung. Anschließend wurde er in den pharmazeutisch-chemischen Forschungslaboratorien der Firma Sandoz in Basel tätig, der er mehr als vier Jahrzehnte ununterbrochen die Treue hielt. Bei Sandoz befasste er sich vor allem mit Arzneimittelpflanzen und Pilzen. Besonders interessierten ihn die Alkaloide des Getreidepilzes Mutterkorn. 1938 isolierte er den Grundbaustein aller therapeutisch bedeutsamen Mutterkornalkaloide, die Lysergsäure. Diese versetzte er mit einer Reihe von Chemikalien. Die so gewonnenen Lysergsäurederivate (unter anderem das LSD-25) testete er dann auf kreislauf- und atmungsanregende Wirkungen. Weil die beobachteten Effekte hinter den Erwartungen zurückbleiben, verloren die Pharmakologen von Sandoz jedoch rasch das Interesse an den Lysergsäurederivaten.

Einer merkwürdigen Ahnung folgend, wandte sich Albert Hofmann fünf Jahre später dem LSD-25 erneut zu. Am 16. April 1943, während des Synthetisierens, überkam ihn plötzlich sonderbare Empfindungen – eine merkwürdige Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl –, die ihn veranlassten, die Laborarbeit zu unterbrechen. Zu Hause legte er sich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch äußerst angeregte Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen – das Tageslicht empfand er als unangenehm grell – drangen ununterbrochen phantastische Bilder von außerordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf ihn ein. Nach etwa zwei Stunden verflüchtigte sich dieser Zustand wieder.

Drei Tage später, am 19. April 1943, begab sich Hofmann auf den ersten freiwilligen LSD-Trip der Menschheitsgeschichte. Weil er die enorme Wirksamkeit der Droge noch nicht einschätzen konnte, nahm er gemäß Laboraufzeichnungen um 16:20 Uhr mit 250 Mikrogramm eine unerwartet hohe Dosis ein – und lernte in der Folge die halluzinogene Macht der Substanz intensiv kennen.

Psilocybe mexicana fotografier in Veracruz, Mexico; Foto: Alan Rockefeller (CC BY-SA 4.0)
Psilocybe mexicana fotografier in Veracruz, Mexico; Foto: Alan Rockefeller (CC BY-SA 4.0)

Zur Forschung, die nun weltweit einsetzte, trug Albert Hofmann mit eigenen Studien wesentlich bei. So gelang es ihm 1958, aus den mexikanischen Zauberpilzen (Psilocybe mexicana) die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin zu isolieren. In Ololiuqui, den Samen einer Trichterwinde, fand er Inhaltsstoffe, die dem LSD verwandt sind. Er isolierte und synthetisierte die Wirkstoffe bedeutender Arzneipflanzen, um deren Wirkung zu untersuchen. Seine Grundlagenforschung bescherte Sandoz mehrere erfolgreiche Arzneimittel, u.a. das Geriatrikum Hydergin, das Kreislaufmittel Hydergot und das in der Gynäkologie eingesetzte Methergin.

Im Herbst 1962 reiste Albert Hofmann mit seiner Frau Anita nach Mexiko, um an einer Expedition ins Mazatekenland, die der Pilzforscher Gordon Wasson vorbereitet hatte, teilzunehmen. Dort traf er die Schamanin Maria Sabina, die Botin der heiligen Pilze. Diese weihte die angereisten Europäer in die psychedelische Pilzzeremonie ein. Dabei kamen jedoch keine echten Pilze, sondern von Hofmann synthetisch hergestelltes Psilocybin zum Einsatz. Als die Zeremonie zu Ende war, bestätigten die einheimischen Teilnehmer, dass das synthetische Psilocybin die gleiche Kraft habe wie die Pilze, es sei kein Unterschied zu bemerken. Das war eine Bestätigung von kompetentester Seite, dass das synthetische Psilocybin mit dem natürlich im Pilz vorkommenden Wirkstoff in jeder Beziehung identisch ist.

Im Jahr 1964 veröffentlichte Albert Hofmann das Buch „Die Mutterkornalkaloide“ . Darin wird die Mykologie, die Geschichte, die Chemie und die Pharmakologie des Mutterkorns beschrieben – bis hin zur Synthese von LSD. Es ist das eigentliche Grundlagenwerk der LSD-Entdeckung.

Bis zu seiner Pensionierung 1971 blieb Hofmann bei Sandoz tätig, zuletzt als Leiter der Forschungsabteilung für Naturheilmittel. Danach widmete er sich verstärkt dem Schreiben und Vortragen. Für seine wissenschaftlichen Pionierarbeiten fand er zunehmend Anerkennung. Als LSD noch als Wunderdroge galt und nicht verboten war, bekam er sogar Besuch vom Nobelpreiskomitee. Da LSD jedoch in Verruf kam, bekam er in der Folge nur die Ehrendoktorwürde der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, der Universität Stockholm und der Freien Universität Berlin verleihen.

Am 3. September 1971 trafen sich Albert Hofmann und Timothy Leary im Bahnhofsbuffet in Lausanne. Die Begrüßung bei diesem ersten Treffen soll, laut Hofmann, „im Zeichen schicksalhafter Verbundenheit“ erfolgt sein. Viel dürfte den im Aargau aufgewachsenen Chemiker mit dem Drogenapostel aus Massachusetts allerdings nicht verbunden haben. Hofmann bereitete sich nach 42 Arbeitsjahren bei der Sandoz AG auf seinen Ruhestand vor, während Leary aus einem kalifornischen Gefängnis geflohen war, in dem er eine zehnjährige Haftstrafe wegen Marihuanabesitzes hätte verbüßen sollen.

Albert Hofmann, mittlerweile Rentner, zog 1979 in seinem Buch „LSD – mein Sorgenkind“ Bilanz. Von den Exzessen der sechziger Jahre war er ebenso enttäuscht wie vom Verbot des LSD. In dem Buch beschrieb Hofmann sehr detailliert diverse psychedelische Reisen mit LSD und Psilocybin, die er u.a. mit Ernst Jünger und Rudolf Gelpke machte.

1985 wurde das „Europäische Collegium für Bewusstseinsstudien“ (ECBS) auf Initiative von Hanscarl Leuner als ein multidisziplinäres Forum von Natur- und Geisteswissenschaftlern gegründet. Grundlage hierzu war die Erkenntnis, dass Themen der Bewusstseinsforschung zunehmend in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen und öffentlichen Interesses rückten und dabei Grenzbereiche und außergewöhnliche Bewusstseinszustände von besonderer Bedeutung seien und Grenzerfahrungen, die über das Alltagsbewusstsein hinaus führen, seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle im individuellen wie auch im kollektiven Leben aller Kulturen spielten. An den Kongressen des ECBS war Hofmann ein häufiger und gern gesehener Referent, ja Hofmann war eine tragende Säule des ECBS.

Albert Hofmann und der Musiker und DJ GOA Gil auf der Party 60 Jahre LSD-Erfahrung im Jahr 2003 in der Nähe von Basel. Foto: Privatarchiv Roger Liggenstorfer
Albert Hofmann und der Musiker und DJ GOA Gil auf der Party 60 Jahre LSD-Erfahrung im Jahr 2003 in der Nähe von Basel. Foto: Privatarchiv Roger Liggenstorfer

Albert Hofmann war bis ins hohe Alter nicht nur als Referent zu hören und zu sehen, sondern liebte es auch, Partys zu besuchen. Anlässlich der „Psychoactivity“ , einer multidisziplinären Konferenz mit den Themenschwerpunkten Pflanzen, Schamanismus und Bewusstseinszustände, die im Jahre 1998 im Tropenmuseum in Amsterdam stattfand, war Albert Hofmann als Referent zu hören. Zum Erstaunen vieler Kongressteilnehmer war er dann auf der angesagten Kongressparty „Time Machine Party“ im Melkweg (Milky Way) bis in die frühen Morgenstunden auf der Tanzfläche zu sehen. Als 92-jähriger war er vermutlich der älteste Besucher einer Technoparty im Melkweg. Und im Jahr 2002 besuchte Albert Hofmann als 96-jähriger im Kanton Basel-Land noch ein Open Air Festival (Psytrance Party), wo er mit dem DJ Goa Gil und seiner Freundin Ariana über Musik und Partykultur plauderte.

Forscher und Mystiker

Albert Hofmann war nicht nur Chemiker und Forscher, sondern auch Naturmystiker und Philosoph. Für ihn waren Wissenschaft und Mystik keine Gegensätze, sondern bedingten einander. Es ging ihm hierbei immer um Ergänzung und Synthese, nicht um Ausschluss. Dies betonte er in seiner „Volkspredigt“ im Jahr 1990 in der Leonardskirche in Basel zum Thema „Naturwissenschaft und mystische Welterfahrung“ mit den Worten:

„Was ist wahr, das Bild der Wirklichkeit, das uns die Naturwissenschaften erschließen, oder jenes, das der Mystiker in seiner Schau erlebt? So kann man nur fragen, wenn man meint – und das ist wohl die allgemein vorherrschende Meinung – Naturwissenschaft und mystische Welterfahrung würden sich erkenntnismäßig ausschließen. Das ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil, Naturwissenschaft und mystische Welterfahrung ergänzen sich. Das aufzuzeigen, ist der Sinn meiner Ausführungen.“

In der Folge prangerte er die Entwicklung unserer Zivilisation an:

„Fast noch schlimmer als der praktische Missbrauch von Erkenntnissen der Naturwissenschaften, der zur Technisierung, Industrialisierung und Zerstörung weiter Lebensbereiche geführt hat, ist der geistige Schaden solcher nihilistischen Theorien. Sie entziehen dem Leben die geistigen und religiösen Grundlagen und lassen den Menschen in der Einsamkeit und Ungeborgenheit einer total technischen Welt zurück.“

Ältere Herren tendieren angesichts solcher Erkenntnisse (zu) oft zu negativen Schlüssen. Nicht so Albert Hofmann. Er schwärmte von der Botschaft der Schöpfung, von der

„Botschaft aus erster Hand. Es ist die Botschaft der Unendlichkeit des Sternenhimmels und der Schönheit unserer Erde, mit all ihren wunderschönen Geschöpfen. Die Naturwissenschaft entziffert immer neue Texte aus dieser Botschaft, und der religiöse Mensch erfährt in der Meditation, in der mystischen Schau ihre Ganzheit und damit das Wunder unserer Existenz. Das könnte die Grundlage einer neuen, erdumfassenden Spiritualität werden.“

Für Albert Hofmann war LSD, wie auch die Zauberpilze, eine sakrale Droge. Ihre Einnahme in einem rituellen Rahmen ist ein Sakrament.

Und man sollte nicht vergessen: LSD wird aus dem Mutterkornpilz gewonnen. Mutterkorn ist auch für das Vorkommen der sogenannten Getreidekrankheit verantwortlich. Die Getreidekrankheit, die in früheren Jahrhunderten oft beschrieben worden ist, hatte in jeder Gegend, in der sie auftrat, einem anderen Namen. In Spanien hieß sie ‚die Magdalenenflechte‘, im Elsass ‚der Armen-Seelen-Tau‘. Das ‚Arztbuch‘ des Adam von Cremona beschrieb sie unter dem Namen ‚Misericordia-Korn‘, in den Alpen war sie als ‚St.Petri-Schnee‘ bekannt. In der Umgebung von St. Gallen nannte man sie den ‚Bettelmönch‘ und im nördlichen Böhmen die ‚St. Johannis-Fäule‘. Im Westfälischen, wo sie besonders oft auftrat, hieß sie bei den Bauern ‚der Muttergottesbrand‘. Und nun muss man konstatieren, dass alle Namen, die hier aufgeführt sind, etwas gemeinsames besitzen: die Verknüpfung mit religiösen Vorstellungen.

Religionsfreiheit und Drogenfreiheit

Auf der Gründungsversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1948 in Amsterdam wurde zu Recht festgestellt:

„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.“

Der ökumenische Gedanke war lange Zeit nicht das Leitmotiv der christlichen Kirchen in Europa. Mit kriegerischen Methoden wollten die Kirchen nach der Reformation ihre Vorherrschaft durchsetzen, was in der Folge zum Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) führte. Erst nach dem Westfälische Friedensschluss am 24. Oktober 1648 in Münster einigte man sich auf einen Modus Vivendi. Doch bis zur richtigen Religionsfreiheit, wie wir sie heute in zahlreichen Staaten der zivilisierten Welt kennen, dauerte es in vielen Gegenden der Erde noch mehrere Jahrhunderte. Die Religionsfreiheit ist eine große Errungenschaft in der Menschheitsgeschichte.

Michael Kleim, Theologe
Michael Kleim, Theologe

Der 1960 geborene Michael Kleim studierte Theologie an der kirchlichen Hochschule Naumburg und war während der DDR in der politischen und kulturellen Opposition aktiv. Seit 1995 ist er in Gera als Stadtjugendpfarrer tätig. Besonderen Einsatz zeigt er für eine grundlegende Neuorientierung im Umgang mit Drogen. Er fordert Drogenfreiheit in analoger Weise zur Religionsfreiheit. Gegenüber dem Hanf Journal erkläre er, wie im Artikel „Drogenfreiheit?“ vom 11. Juli 2012 zu lesen ist:

„Ich bin für die Drogenfreiheit. Mehr noch; ich bin fest davon überzeugt, dass die Zukunft der Demokratie genau von diesem Punkt abhängig ist, nämlich ob es uns gelingt, Schritt für Schritt eine drogenfreie Gesellschaft durchzusetzen.

Dabei messe ich die Drogenfreiheit qualitativ am Maßstab der Religionsfreiheit. Religionsfreiheit bedeutet, dass der mündige Bürger und die mündige Bürgerin ohne Zwang selbst darüber entscheiden kann, welcher Religion sie angehören wollen. Dies schließt selbstverständlich auch das Recht mit ein, diese Religion zu leben. Ebenso schützt die Religionsfreiheit die Entscheidung, keiner Religion angehören zu wollen. Der Staat wiederum hat die jeweilige Entscheidung der einzelnen Menschen zu respektieren. Er darf diese Grundfreiheit nur dann einschränken, wenn andere Grundrechte gefährdet sind. Der Staat hat sogar die Pflicht, die Religionsfreiheit durchzusetzen.

Drogenfreiheit bedeutet demnach, dass der mündige Bürger und die mündige Bürgerin ohne Zwang selbst darüber entscheiden können müssen, welche Drogen sie gebrauchen wollen und welche nicht. […] Jeder der Demokratie verpflichtete Mensch sollte endlich wahrnehmen, dass die Überwindung der Prohibition einen wesentlichen Auftrag zur Durchsetzung der Menschenrechte darstellt.“

Und im Interview mit dem Onlinejournal vice.com sagte Michael Kleim im April 2018:

„Die Religionsfreiheit ist eine Errungenschaft unserer modernen Zivilisation, die wir verteidigen müssen. Und genauso, wie sich der Staat bei der Religion heraus halten muss – sofern diese nicht demokratiegefährdend ist –, muss er es auch bei den Drogen tun. Die Drogenfreiheit ist eine moralische Frage, die man den mündigen Bürger selbst beantworten lassen kann. Bis 1968 war auch Homosexualität verboten und heute wissen wir, dass die sexuelle Selbstbestimmung ein elementares Grundrecht ist – und wir die Menschen eher schützen müssen, statt zu bestrafen. Der Staat hat nicht das Recht, eine moralische Norm mit dem Strafrecht durchzusetzen.“

Aufruf an CND, UNODC & Co

Derzeit vom 12. bis 16. April 2021 tagt in Wien die Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen (CND) mit den Leuten vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und dem Suchtstoffkontrollrat (INCB). Bei diesen jährlich stattfindenden Tagungen in Wien wird hauptsächlich über neue Strategien für den Krieg gegen Drogen (War on Drugs) diskutiert. Der bislang gescheiterte Krieg gegen Drogen, der übrigens schon viel länger dauert als der Dreißigjährige Krieg, soll nach dem Willen vieler Tagungsteilnehmer/innen mit immer mehr Aufwand fortgeführt werden. Die bessere Alternative wäre die Planung eines „Wiener Friedens“ in Analogie zum „Westfälischen Frieden“ zur Beendigung des Krieges gegen Drogen.

Abbildung 3 zeigt das Cover des Buches „Das Weltkulturerbe Psychonautik – Ein drogenpolitisches Manifest“, Nachtschatten Verlag, Solothurn 2017 (ISBN: 978-3-03788-525-3, 64 Seiten, Format A6 (Smartbook), Broschur: 9.90 Euro, eBook: 4,99 Euro).
Cover des Buches „Das Weltkulturerbe Psychonautik“ (Nachtschatten Verlag)

Die Drogenkontrollmaßnahmen sind als ineffizient und nutzlos zu klassifizieren, da sie ein großes Hindernis zur Einführung von neuen Strategien, um das Problem sowohl auf globaler wie auf lokaler Ebene anzugehen, darstellen. Es ist zu befürchten, dass die Verstärkung der aktuellen Politik zu einer Verschlechterung der Drogensituation beiträgt und zunehmend die Glaubwürdigkeit dieser Politik in der breiten Öffentlichkeit im allgemeinen schwindet.

Drogenpolitik muss sich den Prinzipien einer guten Regierungsführung unterordnen, wie sie in den universalen Menschenrechtserklärungen, in der Konvention über Biodiversität und in anderen internationalen Abkommen zugrunde gelegt sind. Insbesondere sind die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rechte sowie das Recht auf kulturelle Vielfalt für alle Individuen zu garantieren. Deshalb wird hier den Tagungsteilnehmer/innen in Wien vorgeschlagen, die Vereinten Nationen dazu aufzufordern, das Politikfeld „Drogenkontrolle“ respektive „Umgang mit psychotrop wirkenden Substanzen“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (United Nations Office on Drugs and Crime, UNODC) zu entziehen und der Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) anzuvertrauen. Die UNESCO könnte dann die Riten der Psychonautik als immaterielle Weltkulturerbe klassifizieren und entsprechend schützen.

Vergleiche hierzu in diesem Blog

[16.04.2020] 77 Jahre LSD-Erfahrung
[08.10.2018] Eine Ausstellung in Bern – 75 Jahre LSD
[17.04.2018] 75 Jahre LSD-Erfahrung
[19.04.2016] Bicycle Day
[24.12.2014] Religionsfreiheit und Drogenfreiheit

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https://blogs.taz.de/drogerie/2021/04/16/78-jahre-lsd-erfahrung/

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