In der aktuellen Folge war feministisch Streiken das große Thema – anlässlich des globalen Frauen*Generalstreik vom Bündnis „enough!“. Während der Recherche sind mir folgene Perlen begegnet:
Dokutipp “Island: Ein Tag ohne Frauen”
Bis zum 6. April kannst du dir in der ARD Mediathek die Doku über den Streik in Island anschauen: 1975 legten dort 90 % der Frauen einen Tag lang alles nieder und versammelten sich auf der Straße.
Eine Frau erzählt, dass es an diesem Tag oft nach verbranntem Fleisch roch, weil die Väter versuchten, ihren Kindern etwas Warmes zu machen – und dass sie bis heute daran denken muss, wenn sie diesen Geruch wahrnimmt.
In Island wurde der Streik frühzeitig angekündigt und im ganzen Land besprochen – im Radio, im Fernsehen, überall, sodass wirklich alle davon wussten.
Buchtipp “Und alle so still”
Nach ihrem Roman „Die Wut, die bleibt“ sind nun alle still. Mareike Fallwickl hat in ihrem Buch “Und alle so still” durchdekliniert, wie eine Welt aussieht, wenn sich FLINTA* verweigern. Sie lassens einfach bleiben: Das Kümmern, Lohnarbeiten, verfügbar sein. Und legen sich hin. Tun sich zusammen, scheißen auf Vereinzelung.
„W
ir wollen nicht mehr um unsere Rechte kämpfen, (…) denn wie furchtbar ist das? Dass wir grundsätzlich rechtelos sind, außer wir wenden unfassbar viel Energie und Zeit auf, um ein Zipfelchen Gleichberechtigung zu erwischen, das sie uns bei der nächsten Gelegenheit wieder wegnehmen. Wir sind zerschlagen. Wir geben auf.“ (S. 104f.)
Erstmal finde ich das Buch so schön geschrieben, so bildreich und feinfühlig. Und dann merkt man einfach, wie gut Mareike Fallwickl recherchiert hat: Sie hat wirklich mit Ridern der Essenslieferdienste gesprochen, sie war wirklich mit auf Station im Krankenhaus. Und sie hat sich eingehend mit Protest beschäftigt. Und das liiiebe ich – also alles was mit Streik und Protest und System auseinandernehmen zu tun hat. Es tut gut, das so ausformuliert in einem Roman zu lesen, es macht Spaß, weiterzudenken.
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Podcasttipps rund ums Streiken
Der Lila Podcast hat in Vorbereitung auf den 9. März eine schöne Folge rund ums feministische Streiken gemacht.
Außerdem möchte ich dir “Justitias Töchter” empfehlen, wenn du Interesse an juristischen Themen hast. Auch sie haben vor ein paar Jahren eine Folge zu “Feministisch Streiken” mit Theresa Tschenker aufgenommen, die sich dafür einsetzt, dass das Grundrecht auf Streik anders ausgelegt wird und politische Streiks in Deutschland möglicher macht.
Zum hochaktuellen Thema Collien Fernandes kann ich nur Folgendes teilen:
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Viel Spaß beim Horchen!
ir wollen nicht mehr um unsere Rechte kämpfen, (…) denn wie furchtbar ist das? Dass wir grundsätzlich rechtelos sind, außer wir wenden unfassbar viel Energie und Zeit auf, um ein Zipfelchen Gleichberechtigung zu erwischen, das sie uns bei der nächsten Gelegenheit wieder wegnehmen. Wir sind zerschlagen. Wir geben auf.“ (S. 104f.)