In der aktuellen Podcastfolge haben mich ehemalige Podcastgäst*innen und meine herzhafte Community mit feministischen Romantipps für freie Sommertage beschenkt (die ich in der Folge prüfe, ist ja klar).
Fast so sehr wie Bücher, liebe ich es, im Chor zu singen. Hier eine fulminante Einführung, was im Chor singen heißen kann:
Ich habe noch nicht mal auf Play gedrückt, da kommt schon die Gänsehaut. Puh! Geil oder?
Mein Chor (Projekt Kiezchor) ist da etwas flauschiger unterwegs, wir konzentrieren uns auf Party-yeah-yeah und ein bisschen Schmalz aus den 80ern und 90ern. Medleys sind unsere Spezialität und mittlerweile wagen wir uns sogar in die 2000er vor.
Radiofeature : trans Chor
In meinem Chor gibt es vier Stimmgruppen und ich identifiziere mich damit, dass ich im Alt bin (weil beste Stimmgruppe). Beim trans Chor funktioniert das etwas anders.
Denn die Herausforderung ist: Während der Transition (dem Prozess der geschlechtlichen Angleichung) verändert sich auch die Stimme. Stimmbrüche machen es herausfordernd, Töne zu halten und ab einem bestimmten Punkt wäre es gut, die Stimmgruppe wechseln zu können. In regulären Chören ist das ungewöhnlich, im trans Chor gehört niemand einer festen Stimmgruppe an, jede*r singt das mit, was gerade geht.
Damit schafft Chorleiter Marius Bernard einen Safer Space, ohne den viele Sänger*innen (Marius eingeschlossen) sonst vielleicht einfach mit dem Singen aufgehört hätten.
Verpasst nicht dieses berührende Portrait über mehrere Sänger*innen in einem Berliner trans Chor.
Hier geht’s zum Radiofeature beim WDR.
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Zu guter Letzt ein singender Comictipp: „Was bleibt“
Zwei Frauen begegnen sich zufällig auf einem Friedhof. Beide erleben Abschiede, könnten dabei aber kaum unterschiedlicher sein: Odelie trauert um ihre verstorbene Lebensgefährtin und zieht sich immer weiter zurück. Greg verarbeitet das Ende einer schwierigen Beziehung und hat durch ihren Chor zumindest noch einen Anker in ihrem Alltag.
Es ist erstmal ein Crash der Generationen: Beide sind zunächst so mit ihrem eigenen Schmerz beschäftigt, dass sie kaum Raum für die Perspektive der anderen haben. Erst nach und nach entsteht zwischen ihnen eine vorsichtige Verbindung.
Gemeinsames Singen ist letztendlich das, was beide zusammenbringt – und das kann ich als Chor-Sängerin natürlich seeehr gut nachvollziehen. Ich singe oder summe oft, um mit Angst oder Überforderung umzugehen. Auch im Buch hilft das gemeinsame Singen, wieder ein Stück aus dem eigenen Kokon herauszufinden – ohne dass die Trauer direkt verschwindet oder kleiner wird.
Die Graphic Novel erzählt ihre Geschichte ruhig und auf nicht allzu vielen Seiten. Wer eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Trauer erwartet, wird hier nicht ganz fündig. Für mich war es vielmehr ein ruhiges, kurzweiliges Leseerlebnis, das zum Nachdenken angeregt hat.
Wenn du zwischendurch gerne Graphic Novels liest und Geschichten magst, die von den kleinen Begegnungen des Alltags, Gemeinschaft und Mini-Schritten zurück ins Leben erzählen, könnte „Was bleibt“ etwas für dich sein.
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Viel Spaß beim Horchen!