vonnickischiller 21.12.2023

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Von Nicki Schiller

In Berlin (und andernorts) herrscht Wohnungsnot – dieser Text kommt nicht von der KI sondern aus dem Herzen.

Für die Kindererziehung braucht man das ganze Dorf, wir kennen das Zitat: Wenn aber alleinerziehende Familien nicht einmal eine Wohnung bekommen? Mit WBS mag es noch gehen – was aber, wenn das alleinerziehende Elternteil selbstständig ist, für die Rente vorgesorgt, aber keine 300.000 Euro für eine Wohnung hat, wo die Kinder aufwachsen können?

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Ein Fallbeispiel: selbstständig, Mama von zwei Kindern und das DDT in der Wohnung macht alle krank. Schnellstmöglichster Auszug, denn DDT ist ein Nervengift. (Häufig leider gelangt es durch den Ausbau früherer Dachstühle, die mit dem Holzschutzmittel DDT noch vor 60 Jahren gestrichen worden sind, in die neu geschaffene Wohnung und in die Behausungen darunter.)

Ein Haus mit 12 Mietparteien: 4 Wohnungen stehen leer

Schimmel, Insektizide und terrorisierende Nachbar:innen, das ist der einzige Grund, warum man in Berlin seine Wohnung verlässt. Und zwar ohne Schadensersatz. Das bedeutet, dass es, wenn es überhaupt freie Wohnungen gibt, diese oft nur mit gesundheitlichen Folgen anzumieten sind. Sonst wird in Berlin untervermietet oder bei Wegzug wird die Wohnung wegen eines günstigen Mietvertrags für eine evtl. Rückkehr beibehalten. Ich erfuhr von einem Haus mit 12 Mietparteien: 4 Wohnungen standen deswegen leer.

Die Baugenossenschaften haben Aufnahmestopp oder lange Wartelisten – da wären schlussendlich die Kinder schon aus dem Haus. Wohin also in einem solchen Fall?

Lasst uns das ernsthaft  in Frage stellen – gerade während der besinnlichen Weihnachtszeit: Müssen denn Vermietende aus der Wohnungsnot wirklich die größten finanziellen Vorteile ziehen und sich von den Mieter:innen in Not Horrormieten zahlen oder Geschenke machen lassen? 600 Bewerbungen auf ein 2 Zimmer-Wohnungsangebot auf Immoscout innerhalb von 4 Minuten! Das ist die neue Normalität.

Bei den Gehaltsnachweisen für eine Wohnung nicht mitzuhalten 

Alle verzweifelten Suchenden zahlen jeden Abstand, jede Miete, jede Provision, nur um unterkommen zu können. Wir könnten es als ein böses Märchen verstehen, in dem die Menschen keine Wohnung erhalten, die dafür sorgen, dass sie Kinder aufziehen. Dass sie sich um die Heranwachsenden kümmern, ohne dafür Geld zu erhalten und dann bei den Gehaltsnachweisen für eine Wohnung nicht mithalten können? Wollen wir uns so erbarmungslos geben? Kinder sind für viele das Schönste. Deswegen aber vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen zu sein, ist eine Strafe.

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Man muss es sich  leisten können, „ehrenamtliche“ Mama zu sein, denn selbst ein Halbtagsjob oder die meisten sonstigen selbstständigen Tätigkeiten von Alleinerziehenden können – statistisch ausgewertet – bei weitem nicht mit dem Gehalt der Konkurrenz mithalten. Statistisch verdienen alleinerziehende Väter eben mehr, was sicherlich gesellschaftlich oder kulturell bedingt ist. In Pankow ist jede dritte Frau alleinerziehend. Dies ist ein Trend.

Kinder zu erziehen ist anstrengend, verschlingt einiges an Geld und mutet Entbehrungen zu. Wir müssen die Situation nicht schön reden und sollten überlegen: Kann ich selbst etwas Gutes zu dieser Situation beitragen? Lässt sich ein Zimmer vermieten zu einem fairen Preis? Ist es wirklich nötig, dass die gekaufte Wohnung allein von den hohen Mieten der Mieter:innen abbezahlt wird?

Mietendeckel selbstgemacht

Kinder sollten wohnen dürfen und nicht ihre Freund:innen verlieren, wenn sie aus einem Grund umziehen müssen, der ihnen vom Missstand der Berliner Wohnungsgesellschaften und Wohnungspolitik aufgezwungen wird. Nicht alles, was der Mietmarkt hergibt, sollte auch an Miete verlangt werden. Die Not bei Familien ist zu groß, als das wir sie alleine damit lassen können. Lasst uns alle diese Situation neu betrachten und selbst für einen Mietendeckel sorgen.

Wie wäre es, wenn Sie während der Feiertage Wohnungssuchenden ein faires Mietangebot machen? Gerne können Sie auch mir als Autorin, die selbst vielen Menschen und Unternehmen das Leben besser macht, eine Wohnung anbieten.

Mütter in Wohnungsnot. Auf meiner Wohnungssuche habe ich viel Leid bei Familien in dieser Situation gesehen: Ein Blog, über den Sie alleinerziehenden Müttern, darunter Texterinnen, Filmemacherinnnen, Innovationsagentinnen, Sozialarbeiterinnen, Restaurant- und Startup-Gründerinnen, Facharbeiterinnen, Berlinerinnen und zugezogene Berlinerinnen auf ehrliche Weise helfen können. Denn auch Dankbarkeit zu empfangen, ist ein großes Geschenk. Machen Sie Familien in Not und sich dieses Geschenk. mama-in-wohnungsnot.de

 

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https://blogs.taz.de/freiraum/wohnungsnot-trifft-alleinerziehende-besonders-hart/

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