von 06.05.2010

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus der und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Johannes Gernert, Redakteur in unserer Wochenendausgabe „Sonntaz“, erhält für seinen Artikel über Supermarkt-Scannerkassen den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten. Der Artikel beschreibt, wie sich das Bezahlen an der Kasse zu einem „Hochgeschwindigkeits-Rennen“ entwickelt hat. Er war am 24. Oktober 2009 auf einer Doppelseite in der Sonntaz erschienen.

Johannes Gernert, geboren 1980, ist an der Deutschen Journalistenschule in München zum Redakteur ausgebildet worden. Er hat vorher Publizistik und Englisch in Berlin und Nordirland studiert und für zahlreiche Medien geschrieben. Das Medium Magazin zählte ihn im Jahr 2009 zu den 30 vielversprechendsten deutschen Nachwuchsjournalisten. Der Axel-Springer-Preis ist mit 6.000 Euro dotiert. Herzlichen Glückwunsch!

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https://blogs.taz.de/hausblog/axel-springer-preis_fuer_taz-redakteur/

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kommentare

  • Ganz ehrlich: Mitm Hetzen kann man’s auch echt übertreiben. Ich arbeite bei Springer und bin trotzdem taz-Leserin.

    Aber ich finde den Kommentar von S. Heiser sehr gut, vor allem weil er differenziert ist! Ich will die BILD-Zeitung mit Sicherheit nicht in Schutz nehmen, aber nur von den Schlagzeilen auf alles, was sonst im Blatt steht, zu schließen, ist wirklich albern. Genauso wie prinzipiell ALLES, das aus dem Hause Springer kommt, abzulehnen oder von der taz zu erwarten, dass sie so handelt.

    Ich kann dieses ganze Angepiekse echt nicht mehr ertragen. Wie auch immer…

  • Ahh…nun ist mir alles klar…Der Axel-Springer-Preis ist nicht von der Axel-Springer-Akademie, die wiederum gar nichts mit der Axel Springer AG zu tun hat…

    Sorry, aber ne Latrine bleibt ne Latrine…

  • @ Ashton, Weihrich, Boris K. usw.

    Entschuldigung, aber das ist doch ziemlicher Quatsch.
    Das ist doch kein Preis, den die taz vom Springer-Verlag bekommt!! Damit wird das journalistische Können eines jungen Autoren ausgezeichnet, der einen tollen Text in der taz hatte. (und bestimmt nicht, weil er dort so spitze bezahlt wird). Dass in der Meldung zweimal die Summe des Preisgeldes erwähnt wird, ist vielleicht ein bisschen schludrig, aber hat doch um Himmels willen nichts mit Käuflichkeit zu tun! Freut euch doch, wenn auch ausgezeichnete Journalisten für die taz schreiben.

  • @ S. Heiser

    Einerseits wirkt ihr Beitrag beeindruckend differenziert.
    Andererseits wirkt er wie eine äußerst gelungene Werbung für die BILD.

    Die Teilfinanzierung der taz durch Springer halte ich vor dem Hintergrund der journalistischen Unabhängigkeit trotzdem für sehr gefährlich.
    Und gerade die Vehemenz, mit der Sie für die BILD eintreten – so berechtigt ihre flammende Verteidigungsrede inhaltlich in weiten Teilen auch sein mag – scheint mir die gute alte Weisheit „Man beißt nicht in die Hand, die einen füttert“ (und wenn es auch nur hie und da mal ein Leckerli ist) zu unterstreichen.

    Ich hoffe inständig, dass Sie Ihren Wechsel zur BILD-Redaktion nicht schon längst geplant haben.

  • Klar nimmt die die taz den Preis dankend entgegen. Sie nimmt offenbar jeden cent an, den sie kriegen kann. Wenn´s um Geld geht, gibt es auch bei denen keine Moral mehr. Schade.
    Springer schafft´s leider immer wieder, alles und jeden auf den Strich der Axel-Springer-Straße zu ziehen.
    Schämen sollten sich vor allem die, die sich dorthin ziehen lassen und sich dann auch tatsächlich noch für ein Musterbeispiel für unabhängigen Journalismus halten. Igitt.

  • @ S. Heiser

    Ich bin entsetzt.

    Was Sie da schreiben ist meiner Meinung nach äußerst durchschaubar:
    1. „Wir drucken bezahlte Anzeigen der BILD-Zeitung,“
    -> Anreiz für die taz: gibt Geld
    2. „Mitarbeiter von uns nehmen Preise des Verlages an,“
    -> Anreiz: gibt Geld
    3. „Kai Diekmann war ein Tag lang Chefredakteur der taz,“
    -> Anreiz : ausgesprochen öffentlichkeitswirksam -> hohe Auflage -> Geld
    4. „er ist Mitglied in der taz-Genossenschaft (also Miteigentümer der taz)“
    -> Anreiz: gibt Geld

    Und dann folgender Satz: „Wir setzen uns publizistisch mit der BILD-Zeitung auseinander, wenn uns deren journalistische Methoden nicht gefallen“.
    Hallo? WENN Euch deren Methoden nicht gefallen?? Ist Euer Nicht-Gefallen zeitlich begrenzt? Oder besteht es nur in bestimmten Zusammenhängen?
    Ich könnte besser mit „…, WEIL uns…blabla“ leben.
    Wie Sie es beschreiben, entsteht der Eindruck, dass die taz die journalistischen Methoden der BILD im Großen und Ganzen OK findet.

    Ein gruseliges Bild der taz, dass Sie da zeichnen…

    Ich kann Apa nur zustimmen. Und Ihr Kommentar unterstreicht seine/ihre Meinung leider noch.

    • @Ashton: Das Nichtgefallen besteht nur in bestimmten Zusammenhängen. Ich lehne die BILD-Zeitung, ihre Mitarbeiter und Methoden nicht rundheraus dogmatisch ab – wie Sie das offenbar von taz-Redakteuren vermuten. Ich arbeite seit zwei Jahren in der Berlin-Redaktion der taz und berichte dort zusammen mit einem Kollegen über die Landespolitik. Auf den ganzen Pressekonferenzen treffe ich auch regelmäßig Redakteure der anderen Zeitungen. Für die BILD berichtet meist die Kollegin Hildburg Bruns über die Berliner Landespolitik. Ihre Artikel über die Schulreform der rot-roten Koalition, über die Zugausfälle bei der S-Bahn, die Rauchverbote in Kneipen, den Vergleichstest für Grundschulen oder andere Beschlüsse des Senates sind guter Journalismus, an dem ich nichts auszusetzen habe. Sie erklärt die Landespolitik anschaulich und kenntnisreich. Wenn ich morgens die anderen Zeitungen lese, um zu sehen, ob andere Zeitungen uns bei einem Thema voraus sind, dann lese ich nicht nur den Tagesspiegel, die Berliner Zeitung und die Morgenpost, sondern auch die BILD-Artikel der Kollegin Bruns. Die BILD-Zeitung besteht eben nicht nur aus Rotlicht- und Blaulicht-Artikeln, es gibt dort nicht nur Persönlichkeitsrechtsverletzungen, Stimmungsmache, Vereinfachungen und Hetze, sondern auch tolle Artikel, die die Leser gut darüber informieren, was in der Welt passiert.

      Und noch etwas: Wenn ein Politiker uns ein Zitat gibt und andere Zeitungen dieses Zitat dann übernehmen, dann gibt es keine andere Zeitung, die so konsequent die Quelle „taz“ nennt wie die BILD-Zeitung das macht. Andere Zeitungen lassen die Quelle häufiger mal weg…

      Natürlich würde ich trotzdem Jedermann raten, die taz zu lesen statt die BILD, weil bei uns der Anteil von informativen Texten über relevante Themen viel höher ist. Wer die taz liest statt die BILD, wird insgesamt besser informiert und weniger fehlinformiert. Es ist aber nicht so, dass in der BILD ausschließlich schlimmer Schund steht und nichts anderes.

  • Aber natürlich ist das eine Doppelmoral! Der Springerverlag steht nunmal für einen Journalismus, der (freundlich ausgedrückt) sehr bedenklich ist.
    Würde die taz denn auch einen Preis von der NPD annehmen, weil sie sich publizistisch mit ihr auseinandersetzt?
    Ich finde es beschämend, wie meine einstige Lieblingszeitung immer mehr mit dem Springerverlag flirtet. Ist etwa eine Übernahme geplant? Anders kann ich mir diesen ganzen Mist jedenfalls nicht erklären..

  • @Ashton: Es ist keinesfalls so, dass seitens der taz alles, was aus der Springer-Ecke kommt, „schon mal per se als Mist definiert und daher abgelehnt wird“. Wir drucken bezahlte Anzeigen der BILD-Zeitung, Mitarbeiter von uns nehmen Preise des Verlages an, Kai Diekmann war ein Tag lang Chefredakteur der taz, er ist Mitglied in der taz-Genossenschaft (also Miteigentümer der taz). Wir setzen uns publizistisch mit der BILD-Zeitung auseinander, wenn uns deren journalistische Methoden nicht gefallen, aber die von Ihnen vermutete dogmatische Ablehnung des Axel-Springer-Verlages und aller seiner Produkte und Mitarbeiter gibt es schlichtweg in der taz nicht und wird auch von uns nicht so behauptet. Von daher kann ich hier keine Doppelmoral erkennen!

  • Ich hoffe sehr, ihr nehmt den nicht an. Immerhin handelt es sich um den Springerverlag – und es ist mehr eine Beleidigung, von denen eine „Anerkennung“ zu kriegen, als ein „Kompliment“ … Siehe dazu einfach das hetzerische Niveau einer jeden Springerpublikation. Mich jedenfalls würdet ihr endlos enttäuschen, wenn ihr diesen „Preis“ annehmt …

    Aktueller denn je: enteignet Springer!

  • Ja schön. Hat Herr Gernert fein gemacht, die Anerkennung und die 6000 Piepen seien ihm gegönnt.
    Aber irgendwie blick ich es nicht so ganz.
    Mein Eindruck ist, dass seitens der taz alles, was aus der Springer-Ecke kommt, schon mal per se als Mist definiert und daher abgelehnt wird (außer natürlich Geldflüsse Richtung taz, siehe Anzeige Diekmann vor ein paar Wochen).
    Jetzt wird ein taz-Journalist ausgerechnet mit dem Springer-Preis ausgezeichnet, was seitens der taz beglückwünscht und bejubelt wird.
    ????
    Ich finde es verwirrend.
    Für mich sieht das schon sehr nach Doppelmoral aus.
    Gefällt mir überhaupt nicht und trägt in keinster Weise zur Glaubwürdigkeit der taz bei.

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