vonhausblog 01.10.2018

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In diesem Jahr hat die taz eine Debatte über Ostdeutschland angestoßen. In einem Interview sagte Migrationsforscherin Naika Foroutan „Ostdeutsche seien irgendwie auch Migranten.“

Die These wurde hart kritisiert. Anetta Kahane sah in der taz Ostdeutschland als neue Projektionsfläche für das „Heimat- und Identitätsgeschwurbel der letzten Jahre.“ Und: „Weder in der DDR noch danach war es lustig, einer Minorität anzugehören. Die Nazis im Osten haben ganze Regionen terrorisiert und tun es noch. Gemerkt haben das meist nur ihre Opfer.“

Doch wir in der taz fanden, es gibt etwas, über das sich lohnt zu reden. Über die „ostdeutsche Identität“ zum Beispiel, die es allein deswegen schon gibt, weil viele Menschen gern über „den Osten“ und „ganz Sachsen“ reden, wenn es um Rechtsextremismus geht. Weil die AfD diese Identität wie keine andere Partei für sich nutzt.

Alles, was man in Westdeutschland am Osten des Landes degoutant findet: wenige Ausländer, weniger Streitkultur und mehr Harmoniesehnsucht zum Beispiel, das propagiert die AfD als ursprünglich und deutsch und als Avantgarde.

Zum Tag der Deutschen Einheit raus aus Berlin

Doch wie eine ostdeutsche Identität aussehen kann, ist noch nicht ausgemacht. Ehrlicherweise sollten die Grenzüberschreitungen und Morde der 90er Jahre dazugehören und das Unvermögen, die alten Institutionen flächendeckend zumindest durch Anstand zu ersetzen. Und sollten nicht auch Menschen, die nach Ostdeutschland ziehen, eine ostdeutsche Identität haben können?

Wir hatten Veranstaltungen mit Petra Köpping, Jana Hensel, Ferda Ataman, Thomas Ahbe und natürlich Naika Foroutan.

Und nun fahren wir zum Tag der Deutschen Einheit raus aufs Dorf. Nach Menz. Das liegt in der Nähe von Gransee, nördlich von Berlin. Und Sie können mitkommen. Jedenfalls wenn Sie in Berlin wohnen.

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Am Mittwoch, den 3. Oktober um 18.00 Uhr, diskutiert Naika Foroutan mit allen Menschen, die es möchten, über das Ostdeutschsein, das Fremdsein und den Einsatz für eine bessere Gesellschaft. Wer sind die Ostdeutschen von heute wirklich? Migranten in einem größeren Westdeutschland? Die Zurückgebliebenen der Auswanderungswelle der 1990er Jahre? Oder die reaktionäre Avantgarde des Post-Kommunismus in einer neoliberalen Welt? Wer ist das Volk heute?

Die Veranstaltung wird organisiert vom Verein „Neuland gewinnen e. V.“ in Kooperation mit dem Neulandgewinner-Projekt „HEIMATschule Menz“ von Mario Ledderhose. Daniel Schulz, Leiter des taz-Ressorts „Reportage und Recherche“, moderiert.

Die Veranstaltung wird zusätzlich per Livestream übertragen.

Interessierte aus Berlin, Oranienburg und Gransee können mit OTTO dem Begegnungsbus zur Veranstaltung anreisen. Die Sitzplätze sind auf 30 begrenzt, einen Sitzplatz können wir somit nicht für jede/n garantieren.

Abfahrtszeiten:

um 15.00 Uhr: taz Café, Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin
ca. 16:15 Uhr: S-Bahnhof Oranienburg, 16515 Oranienburg
ca. 17:15 Uhr: Bahnhof Gransee, 16775 Gransee

Falls Sie selbst anreise möchten, finden Sie den Veranstaltungsort hier:

Wann: Mittwoch, 3. Oktober 2018, 18.00 Uhr
Wo: Saal der Regionalwerkstatt,
Friedensplatz 9,
16775 Stechlin

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an die Neulandgewinner.

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