vonhausblog 07.11.2022

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Mit dem taz Panter Preis werden Menschen gewürdigt, die sich für andere stark machen, mutig Missstände aufdecken und sich für eine intakte Umwelt einsetzen. Seit 2020 wird der Preis themenbezogen im Bereich Klimaschutz, nachhaltige Energiewende und Schutz von Ökosystemen ausgeschrieben.

Jedes Jahr im November kommt es zur feierlichen Preisverleihung. So auch dieses Jahr und wir können schon ein paar Details aus dem Programm verraten: Nach einer Begrüßung durch Konny Gellenbeck, Vorständin der taz Panter Stiftung, und einer Videobotschaft von taz-Redakteurin und Autorin Ulrike Herrmann („Das Ende des Kapitalismus“) stellen taz-Redakteur Gereon Asmuth und Panter-Volontärin Ruth Lang Fuentes die sechs Nominierten vor:

Das Projekt 500 AKA – 500 Menschen aktiv für Klima- und Artenschutz ist eine ehrenamtliche Naturschutzgruppe in der Stadt und im Landkreis Osnabrück. Seit April 2021 hat sie über 30 öffentliche Termine durchgeführt, bei denen mehr als 700 Personen Blühwiesen, Trockensteinmauern, Vogelschutzhecken, Feuchtbiotope angelegt oder Wald wiederaufgeforstet haben.

Klimakiller Kohle, Bio-Einkauf und Ökozid-Gesetz

René Schuster von der Umweltgruppe Cottbus der Grünen Liga wiederum ist schon seit Jahren in der Lausitz auf vielen Ebenen im Kampf gegen die Braunkohleindustrie aktiv. Schuster hat sich nicht selbst beworben, sondern wurde vorgeschlagen. Seine Tätigkeit sei auch deshalb so bewundernswert, so heißt es in der Bewerbung, weil die gesellschaftliche Stimmung im Osten Deutschlands oft „feindselig gegenüber solchen Aktivist:innen“ ist.

Auch die Mahnwache Lützerath engagiert sich im Kampf gegen den Klimakiller Kohle. Sie entstand im Juli 2020 in der Nacht, als die Hauptverbindungsstraße zwischen den Dörfern vom Garzweiler-II-Betreiber RWE im nördlichen Rheinischen Braunkohlerevier abgerissen wurde. Die Mahnwache Lützerath informiert vor Ort über die Umweltzerstörung durch den Kohleabbau und hat sich schnell zu einem Anlaufpunkt für die Menschen aus der Region entwickelt.

Der SuperCoop in Berlin-Wedding um die junge Geschäftsführerin Johanna Kühner ist ein Bio-Supermarkt der besonderen Art: Als Genossenschaft gehört er seinen mittlerweile 900 Mitgliedern, die zudem mindestens drei Stunden im Monat im Markt mitarbeiten müssen. Ganz bewusst hat man statt eines bürgerlichen Viertels den proletarisch-migrantisch geprägten Wedding als Standort gewählt.

Wirtschaft und Ökologie gehen Hand in Hand

Die BioBoden Genossenschaft fördert die Bio-Landwirtschaft dadurch, dass sie zum Verkauf angebotenes Land erwirbt – und nach bestimmten ökologischen Kriterien bearbeitet oder verpachtet. Es ist ein Modell, „wo Wirtschaft und Ökologie zusammen gedacht“ werden, wie es in der Bewerbung heißt. Die BioBoden Genossenschaft hat derzeit schon 6.000 Mitglieder.

Peter Emorinken-Donatus bringt indes eine dekoloniale Perspektive mit ein: Der Nigerianer, der seit über 30 Jahren in Deutschland lebt, hat es sich zur „Lebensaufgabe“ gemacht, Shell für sein umweltschädliches Vorgehen in Nigeria zur Rechenschaft zu ziehen; zurzeit bereitet Peter Donatus eine Klage gegen den Öl-Multi vor. Zudem hat er das „Bündnis Ökozidgesetz“ mitinitiiert und ist sein Sprecher.

abo

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Zwei Preise werden vergeben

Dieses Jahr werden wieder ein Leser:innen- und ein Jury-Preis ausgelobt. Beide sind mit je 5.000 Euro dotiert. Die Laudatio für den Publikumspreis wird Elke Schmitter aus dem Kuratorium der taz Panter Stiftung halten, den Preis der Jury hingegen die Fridays for Future-Sprecherin Clara Mayer vergeben. Zwischendurch wird der Sänger Pastor Leumund mit dadaistischen und wachstumskritischen Durchhalteparolen für musikalische Auflockerung und Unterhaltung sorgen.

Wir freuen uns, wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen, indem Sie den Livestream einschalten!

Streaming Info:
Sa., 12.11.2022, 18 Uhr

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