von 23.04.2010

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus der und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Der letzte Text ist fertig produziert, die letzte Seite auf dem Weg zur Druckerei. Die Übergabe an die Kollegen ist formuliert, alle Kosten aus unserer Woche zusammengerechnet und an den baldigen Wieder-Chef verschickt. Unsere kleine Schreckensherrschaft in der Inlandsredaktion ist vorbei. Wobei sie eigentlich ganz nett war, wir zumindest hatten Spaß.

Nächste Woche wechsele ich wieder zurück an das andere Ende der Hackordnung. Nach einer Woche rumcheffen wird es mir schwer fallen wieder den unerfahrenen Volontär zu spielen, der sich seine Geschichten und seinen Platz erkämpfen muss. Der noch kein eigenes Themengebiet hat und keine Macht.

Macht. Vor der Woche hatte der Inlands-Ressortleiter uns noch gewarnt: „Ihr werdet merken, wie wenig Macht ein Ressortleiter bei der taz hat.“ Tatsächlich waren wir die ganze Woche lang darauf angewiesen welche Geschichten die Kollegen uns abgeboten haben, welche sie in der Zeitung sehen wollten. Wir waren, gewissermaßen, die Verwalter, mussten festlegen wie die Seite aussieht, Geschichten redigieren und kürzen und bekamen alle Grummeleien ab.

Und dennoch, Ressortleiter zu sein ist eine ganz andere Erfahrung als Volontär zu sein. Die Macht ist spürbar, denn alle Blicke sind erwartungsvoll auf einen gerichtet, was man sagt ist wichtig und Entscheidungen werden hinterfragt, diskutiert aber letztendlich akzeptiert.

Werden wir das vermissen?

– Lalon Sander, 24, ehemaliger Inlandsressortleiter der „Kindertaz“

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kommentare

  • Tut mir leid um den Eifer und die Arbeit des „Nachwuchses“, aber ich habe die heutige Ausgabe (incl. aller Schwächen) herbeigesehnt.

    Die vergangene Woche in Stichworten: Inhaltlich schon gern mal spätpubertär bis verquast – nicht durchgehend – , fast immer langatmig, Experimente mit dem Kopf einer Zeitung sind kommunikationstechnische Kamikazeflüge, der Comic auf der letzten Seite war kein Comic, und das weitestgehende Fehlen jeder Art von Satire und Ironie stimmt schon nachdenklich. Was ist mit euch Jungen los???

    Positiv zu bemerken ist, dass die Anzahl an Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern nicht höher war als sonst (zumindest vom Gefühl her, gezählt habe ich nicht). Sie ist nach wie vor zu hoch, aber das scheint demnach kein Generationsproblem zu sein, wohl aber eins des Lektorats.

    Was ihr euch generationsübergreifend alle hinter den Monitor schreiben solltet, liebe taz-Macher: Texte kürzer und vor allem mit mehr Zwischenüberschriften! Ich weiss, kürzen dauert länger als schwafeln, aber es lohnt, weil es zum Nachdenken über das eigene Werk zwingt. Und wenn man dann hinterher Zwischenüberschriften einfügt, dann sieht man sehr schön, ob der Textaufbau stimmig und die Aussage plausibel ist. Glaubt einem Lohnschreiber mit Jahrzehnten an Erfahrung!

  • Die Idee war ja interessant und witzig, aber die Praxis leider ernüchternd.
    Nö, mir hat überhaupt nicht gefallen, was das Jungvolk produziert hat. Die Titel ohne Witz und Verstand, die Texte öde, die Aufmachung altbacken… Das war nix.
    Die Woche erschien mir endlos.

    Wenigstens konnte ich die heftig vermißten „Toms Touché“ noch im Internet nachlesen, um meine bei der Papierlektüre zunehmend mieser werdende Laune anschließend ein wenig aufzuhellen.

    Ich freue mich sehr auf Montag!!!

  • Die TAZ der letzten Woche hat mir nicht gefallen. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass man nicht wusste, wie der Platz gefüllt werden soll: Halbleere Titelseiten, ein überdimesnonaler Comic mit wenig Aussage und noch eine weitere Seite mit einem Diagrammen, dass auch in die linke untere Ecke gepasst hätte. Fazit: weniger Infos.

  • Tja, liebe Youngster, das war nix. Ich habe mich selten so gelangweilt wie in der vergangenen Woche. Paßt schön auf wie die Großen das machen, irgendwann seit ihr auch so weit.
    Ich lerne auch heute noch dazu ( nach über 30 Jahren Berufstätigkeit )

  • Hi,

    Comic lassen, „Toreerzieler“ wieder her, mehr von Jochmann in Leibesübungen, Schlagzeile über „Tageszeitung“ lassen, Kopfwechsel ist egal, linke Spalte auf dem Titel zu viel bite mehr Unterteilung, aber bitte einen größeren Tisch in die Redaktion!! Viel Spass beim „Oben ist Unten & Unten ist Oben“

  • Da wurden die jungen Hoffnungsträger gnadenlos vorgeführt. Herausgekommen ist ein Layout à la Pfarrgemeindeblatt mit annähernd vergleichbar aufregenden Geschichten. Setzen: 4-.

  • Ich fand das Experiment anfänglich ja echt spannend – aber als dann am Montag keine Taz im Briefkasten war und dafür am Dienstag eine überladene Doppelausgabe war ich schon leicht angefressen – habe aber dann doch brav vieles gelesen- obwohl, anstrengend war das schon: die Texte sind viel sperriger und haben weniger Informationsgehalt – man braucht mehr Zeit oder bricht mitten im Artikel ab, weil es einfach so dahinplätschert.

    DIe Themenauswahl war – zumindest für mich nicht wirklich richtig.

    Zeitungen mit großen Bildern und wenig Inhalt gibt es genug – aber die haben eher schwindende Verkaufszahlen, oder?

    Die (normale) Taz zeichnet doch gerade aus, dass die Artikel eine unglaubliche Informationsdichte haben und man nach einer 30 minütlichen Lektüre wirklich sehr gut und vor allem sehr plastisch informiert ist.

    Es ist ja ganz nett wenn man für den morgigen Titel voten kann, aber was ist dagegen der wirklich schmerzhafte Verlust von Verboten und vor allem der Wahrheit – da hört der Spass doch nun wirklich auf!

    Fazit: noch eine Woche und ich würde das Abo kündigen und alle paar Wochen am Kiosk nachschauen ob die Guten wieder am Ruder sind :-)

    Nichts für ungut – aber ich freue mich wirklich auf den Montag!

  • Um 17.14 ist die taz von morgen schon fertig?
    Ihr macht mich fertig.
    Dachte, um die Zeit würde gerade Hochbetrieb im Pressehaus herrschen, und vor 22 Uhr ginge keiner nach Hause.

    So kann man sich täuschen.

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