vonBlogwartin 17.11.2015

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Wie sicher kann man sein, dass nicht auch auf dem Baugrundstück der taz Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg verborgen liegen? Einfache Antwort: Gar nicht! Deswegen wurde der Baugrund nun intensiv sondiert.

Hinter der ehemaligen Blumengroßmarkthalle, dort, wo der weiße Kran auf einem der benachbarten Baufelder steht, wurden jüngst kurz nacheinander zwei Fliegerbomben gefunden. Aufwändige Evakuierungen und schließlich die Entfernung und Sprengung der Zünder waren die Folge. Auch die taz-Redaktion wurde zeitweise in Sicherheit gebracht, wir berichteten darüber.

Dass die verborgenen Reste des Krieges ernste Schäden anrichten, kommt glücklicherweise selten vor. Über 20 Jahre ist es her, dass in Berlin-Friedrichshain beim Einrammen einer Spundwand ein Blindgänger explodierte. Drei Bauarbeiter starben, in der Umgebung wurden zig Menschen verletzt. Nun wird der Untergrund jeder Baustelle vor Beginn von Ausschachtungen auf Kampfmittelbelastungen untersucht.

Mittlerweile haben auch die Arbeiten an der Baugrube des taz.neubau begonnen. Mit einem Sondierbohrer erfolgte zunächst die perforierung der Linie des Randverbaus der Baugrube. Insgesamt 60 Bohrlöcher, jedes vier cm stark und fünf Meter tief, wurden im Abstand von zwei Metern gebohrt. Ein darin herabgelassener Metalldetektor sondierte im Radius von einem Meter die künftige Aushubzone. Am 11.11.2015 wurde an der Nordostecke des künftigen Verbaus ein Verdachtsfall gemeldet.

Das ist zunächst nichts Aufregendes, denn Trümmer einst dicht bebauter städtischer Fluren enthalten immer wieder auch unbedenkliche Materialien, auf die die Sonden ansprechen. Dennoch hat dann aber an dieser Stelle das Ausbaggern unter spezieller Begleitung und besonders vorsichtig zu erfolgen.

Karl-Heinz Ruch ist taz-Geschäftsführer und Betreuer des taz-Neubauprojekts.

 

Titelbild: dpa

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