vonHelmut Höge 12.12.2006

Hier spricht der Aushilfshausmeister!

Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister, bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.

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Weil die taz laut ihrer Genossenschafts-Abteilung immer bewegungsfeindlicher wird, kommt jetzt ein Bewegungsaufruf – hier:

Berliner Schüler versammeln sich am 12.12. zu einer Solidaritätsdemonstration am U-Bahnhof Gneisenaustraße,  von wo aus sie ab 9 Uhr morgens zuerst zum U- und S-Bahnhof Yorkstraße und dann mit der S-Bahn weiter nach Potsdam fahren wollen. Sie protestieren zusammen mit Brandenburger Schülern gegen die zunehmende Verteuerung von Bildung, wie sie sich an der geltenden Büchergeldregelung (für Schüler) und den Studiengebührenplänen (für sie als Studenten) abzeichnet. „Keine Lerngebühren“ und „Bildungsblockaden bekämpfen“ lauten denn auch ihre Forderungen. Es wird jedoch darauf verwiesen, daß ein gediegenes  Maß an Autonomie  und erfindungsreichem Weitergestalten der betreffenden Slogans erlaubt  sein und bleiben darf. Auch am 16.9. hatten die Schüler diesbetreffend durchaus Qualitäten  gezeigt. Studenten der Humboldt Universität übernahmen die namentliche Verantwortung mit der Anmeldung der Veranstaltung auf ihren Namen.  René Held, Studierender der Sozialwissenschaften an der HU, antwortet auf  die Frage nach den Zielen der Hilfestellung, es gehe vor allem um Unterstützung bei der Vernetzung der Protestaktionen. Durch die glücklicherweise zunehmend zuverlässigen Vernetzungsmöglichkeiten einiger Portale (z.B. schulaction.de, freie-bildung-berlin.de, die Asten der helfenden Universitäten u.a.) war es ihnen möglich, trotz eines Vorbereitungszeitraums von nur knapp drei Tagen bis zur ersten Ankündigung über die einschlägigen Verteiler alles zur Durchführung der Demonstration Notwendige auf die Wege gebracht zu haben. Selbst eine scheinbar faire Studiengebührenregelung – und als eine  solche  käme nur eine einkommensabhängige Staffelung in Frage – hätte schließlich „zur Folge“, daß sie zukünftigen  Studenten  eine vom elterlichem Haushalt unabhängige Lebensführung erschweren  würde.  Haushalte, in denen selbst bei gesichertem Einkommen an der Bildung der Kinder gespart wird, gelten auch hierzulande als die Regel. Die Schüler hoffen, zur Kundgebung um 11 Uhr in Potsdam rechzeitig anzukommen. Sie laden herzlich zum Mitfahren per S-Bahn ab Yorckstraße ein. Es  soll  sich hier um einen ABC-Tarif handeln, was noch keinen Grund gibt,  unter die Bänke zu kriechen. Anna Panek

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