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vonHelmut Höge 25.02.2010

Hier spricht der Aushilfshausmeister!

Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.

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Baltimore

In Baltimore stellen die Anwohner, nachdem sie sich einen Parkplatz schneefrei geschaufelt haben, Gartengeräte mit der Funktion verkehrsabweisender Poller auf – um den Platz damit für andere Autofahrer zu blockieren. Das ist zwar illegal, wird aber, da es massenhaft geschieht, toleriert. Die Baltimore Sun berichtete darüber mehrmals. Es ähnelt der Berliner Inbesitznahme der Baumscheiben durch Anwohner, um sie zu bepflanzen und einzuzäunen. Auch diese von unten massenhaft erfolgende Privatisierung (städtischen) Gemeindeeigentums wird von oben klammheimlich geduldet und höchstens „fachgerecht begleitet“. Heute meldet die Baltimore Times – mit Bild (3):

„The mayor says it’s time for residents to take the lawn chairs off Baltimore’s streets.“ Photos by Kim Hairston

Istanbul

Auch hier kommen mehr oder weniger spontan entwickelte Parkplatzfreihalter in den Straßen zum Einsatz:  1. Der Schlosserpoller – er steht direkt vor einem Antiquitätengeschäft, hinten sieht man ein weiteres Möbelgeschäft und ein Café. 2. Eimer Stein Haufen – fand ich eine schöne Entwicklung vom schnöden Blecheimer-mit-Beton-Hausmeisterpoller über dezent bemalten Steinpoller zum fast landschaftsgestalterischen Sandsteinhaufen. 3. Bei den beiden Pollern mit dem schönen Hintergrund (Topkapi) handelt es sich wohl um einen handelsüblichen Zwillingspoller in Stahl und einen gemeinen von der Sonne geschmolzenen Wegschmeißpoller in Plaste, rotweiß. Das im Mittelgrund (sagt man so?) sind keine Poller, sondern hierzulande ganz legale Minarette. 4. Dem folgt noch einmal Eimer Stein Haufen – von der anderen Seite photographiert.  5. Der Immobilienentwickler-Poller schließlich steht vor einem Immo-Büro. „Unser Grunstücksverwaltungshaus“ ist auch da.

Photos und Text: Antonia Herrscher.

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