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vonHelmut Höge 07.08.2011

Hier spricht der Aushilfshausmeister!

Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister, bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.

Mehr über diesen Blog

Heidi und Bernd Schmalstieg aus Wuppertal besuchten während ihres diesjährigen Ägypten-Urlaubs in Kairo das Ägyptische Museum. Hier posieren sie vor dem Haupteingang.

Aus dem Museum meldet dpa:

Das Ägyptische Museum in Kairo, mit rund 120 000 Exponaten die weltweit bedeutendste Sammlung alter ägyptischer Kunst, ist während der regierungsfeindlichen Proteste zu Jahresbeginn vom Geheimdienst als Kommandozentrale missbraucht worden. Das geht aus Zeugenaussagen hervor, die Museumsdirektor Tarik al-Awadi bei den Ermittlungen gegen Ex-Innenminister Habib al-Adli zu Protokoll gab.

Als die Militärpolizei am 9. März eine Pro-Reform-Kundgebung auf dem Tahri-Platz auseinanderjagte und Demonstranten festnahm, richtete sie in den Kellern des Museums für kurze Zeit richtiggehende Folterkammern ein. Die gefangenen Demonstranten wurden dort geschlagen und misshandelt. Die Mädchen und jungen Frauen unter ihnen wurden so genannten „Jungfräulichkeitstests“ unterzogen – ihre Intimzonen wurden gewaltsam entblößt und gefilmt.

In den letzten Tagen kamen die ersten deutschen Orienttouristen wieder zurück. Hier eine Vorschau auf ihre Lichtbild-Ausbeute:

Die Ägyptenurlauberin Ursual Kremming aus Baden-Baden auf der Kamelstute „Scheherazade“, mit der sie kleine Ausflüge wagte.

Die Tunesienurlauberin Dagmar Holsten-Brundorf aus Kiel auf der Kamelstute „Scheherazade“, auf die sie jedoch nur für ein Erinnerungsphoto  geklettert war.

Die Libanonurlauberin Uschi Klages aus Krefeld auf der einst Kashoggi gehörenden Mietyacht „Scheherazade“ – vor Beirut kreuzend.

Der Ägyptenurlauber Achim Meier-Herold aus Frankfurt/Oder übte Surfen im Roten Meer.

Matthias Endrich aus Heidelberg übte Tauchen im Roten Meer (mit eigener Ausrüstung).

Der Algerienurlauber Frank Holtdorf aus Dresden posiert mit seiner Berber-Freundin Scheherazade für ein Erinnerungsphoto.

Detlef Schmidt-Opphusen aus Gelnhausen (rechts) mit seinem ägyptischen Freund Achmed am Nil.

Ilse und Jutta Langloff aus Künzelsau mit ihrem marokkanischen Führer Ali Baba im Garten des Grand-Hotels „1001 Nacht“ bei Marrakesch.

Die Ägyptenurlauberin Sabine Clemens aus Koblenz sonnte sich in El Alamein – etwas zu ausgiebig, wie sie hernach zugab.

Dorothea Rutloff aus Bremervörde verliebte sich auf Djerba unsterblich in den jungen Bezness-Mann Ali Baba.

Karl-Heinz Simmern aus Duisburg verliebte sich auf Djerba, wenn auch nicht gerade unsterblich, in Achmed (der Lobenswerte), Ali (der Edle)) und Aladdin (der Beste).

Lisa Bellmann aus Stuttgart spendierte „ihrem“ Beznessmann Amir (Prinz) zum Abschied einen gebrauchten Pick-Up (von Ford).

Jutta Fairfield aus Bonn war immer wieder positiv überrascht von der Gastfreundschaft der Eingeborenen (hier mit dem Bezness-Azubi Aladdin aus Tanger).

Am Ende ihres Marokko-Urlaubs bat Jutta Fairfield alle, von denen sie im Urlaub so zuvorkommend bedient worden war, um ein Gruppenphoto. Der Bus zum Flughafen wartete schon, es mußte schnell gehen, so dass einige der Bediensteten noch im Pyjama waren, als sie im Vorgarten des Hotels „Scheherazade“ bei Tanger um Jutta herum Aufstellung nahmen.

In Jordanien verliebte sich ein Ziegenbock in Jan Kuhlmann aus Husum.

Im deutschen Hotel „1001 Nacht“ auf Djerba weckte Scheich Ali Baba Mitleid bei den Gästen, indem er ihnen bewies, dass ihm von seiner ganzen Riesenschafherde nur noch dieses eine Krüppellamm geblieben war. Eine Spendensammlung im Hotel-Frühstücksraum, von Gertrud Schulz aus Oberhausen initiiert, erbrachte spoantan den Gegenwert von 9 Schafen für den unschuldig Verarmten.

Wenn diese reisende Folkloretruppe aus Oberägypten loslegte, blieb kein Auge trocken. Karin Wolters und Elsbeth Lührs aus Oberhessen machten spontan mit.

Karlheinz Ewers aus Bergisch-Gladbach buchte nun schon zum vierten Mal ein Appartment in einer Feriensiedlung bei Tunis, wo sein Freund Ali Baba Hausmeister und überhaupt der gute Geist der gesamten Ferienanlage ist.

Der charmante Offizier Faris (Ritter), der die Armeeeinheit zum Schutz der Touristen in  Scharm El-Scheich befehligte, wurde von Elfriede Donar und ihrer Schwester Silvia aus Oldenburg mehrmals zum Essen eingeladen. Er nahm diese Einladung auch gerne an, wie man sieht.

Klaus Hehnle und Jürgen Wohlrabe aus Regensburg hatten einen Bungalow in einer Feriensiedlung bei Alexandria gemietet, hier feiern sie zusammen mit dem Dorfvorsteher Ali Baba und seinem ältesten Sohn Aladdin (2. und 4. von links) bis in die frühen Morgenstunden, obwohl die beiden keinen Alkohol tranken und man sich sprachlich kaum verstand.

Obwohl Kamal (Vollkommener) – der berittene Schutzgardist des marokkanischen Königs – sich durchaus entgegenkommend der deutschen Touristin Eva Dirksen aus Hamburg gegenüber zeigte, hatte diese nur Interesse an seinem Vollblut-Araberhengst.

Gertrud Schilling aus Kassel hatte an nichts, nicht einmal an den Ruinen von Luxor Interesse, sie wollte während ihres Ägyptenurlaubs nur das eine: ausspannen und sich vom Stress daheim erholen.

Karin Laumer aus Schwäbisch-Hall ließ sich zum Abschied im „Papageien-Paradies“ von Algier mit zwei ihrer Lieblinge photographieren, die ihr die ganze Zeit aus der Hand gefressen hatten.

Eleonore Breitenbach aus Gelsenkirchen mit ihren zwei Lieblings-Beznessmännern, Ali und Achmed, in Scheich El-Scharm.

Bei einem Tagesausflug zu einer Nilinsel, die voll war mit antiken Ruinen, traf Eleonore Breitenbach diesen Beznessmann, Sinan (eiserne Speerspitze), der sie sofort heiraten wollte.

Noch einmal Eleonore Breitenbach – auf dem Rückweg in Kairo, wo sie sich am Tahrirplatz mit diesen drei vermeintlichen Revolutionären, von links nach rechts: Mohammed (der Gepriesene), Mustafa (der Auserwählte) und Nadim (der Freund), photographieren ließ – für 5 US-Dollar je Revolutionär.

Und noch einmal Eleonore Breitenbach – hier mit einer angeblichen Bloggerin vom Tahrirplatz.

Jens Beiderwieden aus Bremen absolvierte, wie man sieht: erfolgreich, einen Tauch- und Harpunierkurs am Roten Meer.

Dieser Mann, Salih (der Fromme), hatte sich anscheinend in Annelotte Schneider aus Emden verkuckt, er besuchte sie zwei Mal am Tag vor ihrem Ferienbungalow auf Djerba, um mit ihr ins Gespräch zu kommen, aber Annelotte hatte nur Interesse an seinem schönen Esel, den sie bedauerte, weil er jedesmal so schwer zu tragen hatte, sie gab ihm stets einige Zuckerstücke, derweil Salih gute Miene zum bösen Spiel machte.

Jutta Friedländer aus Düsseldorf besuchte mit ihrem einheimischen Führer Zafer (Sieg) eine Schlangenfarm in Oberägypten, wo man ihr dieses äußerst giftig aussehende Exemplar in die Hand drückte, noch Tage danach hatte Jutta Alpträume davon.

Nicole Westermann aus Hannover bat den Lehrkörper der Deutschen Schule in Kairo, sich mit ihr zu einem Erinnerungsphoto aufzustellen. Diese kamen dem auch nach kurzem Zögern nach.

Auf einer Autotour durch die algerische Wüste kam Heidemarie Feller aus Lüneburg an diesem Schild vorbei, das Exotisch-Erotisches zu versprechen schien.

In der Oase angekommen fand Heidemarie Feller  jedoch nur diesen uralten Brunnen, der schon lange ausgetrocknet war.

Mehr Glück hatten Petra Kollowai und Judith Barmer aus Berlin-Pankow während ihres Ägyptenurlaubs: Am Strand des „Red Sea Hotels und Resorts“ gab es tatsächlich einen FKK-Abschnitt, was sie kaum gehofft hatten. Dass auch die europäischen Frauen dort den Kopf mit einem Tuch bedecken mußten, störte sie nicht weiter.

Als absoluten Höhepunkt seines Israel-Urlaubs bezeichneteKlaus-Dieter Fuhrmann aus Eberswalde (vorne links mit Kamera) die Performance eines Oben-Ohne-Tanzensembles aus dem Senegal, das gerade am Strand von Tel Aviv auftrat, als er sich dort aufhielt.

Auch Sophie Merk-Weltzer hatte in Marokko Glück: Auf ihren Touren durch das Landesinnere kam sie immer wieder an Bananen-Plantagen vorbei, die voller reifer Früchte waren.

Auch Bärbel und Rolf Winter aus Rostock kamen in ihrem Ägyptenurlaub voll auf ihre Kosten: Fast täglich unternahmen sie ab Scharm El-Scheich Quad Biking Touren durch die Wüste. Ein „irres Erlebnis jedesmal“, wie Bärbel hernach meinte.

Aus Algerien meldet AFP:

In Algerien haben Sicherheitskräfte nach Angaben eines Regierungsvertreters einen hochrangigen El-Kaida-Führer getötet. Abdelkahar Belhadj, ein hochrangiger Führer der Terrorgruppe El Kaida im Maghreb (Aqmi), sei am Montag entdeckt worden, als er mit zwei weiteren Islamisten in einem grauen Kleinwagen auf dem Weg in die Hauptstadt Algier gewesen sei, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus dortigen Regierungskreisen. Dort habe der unter seinem Kampfnamen „Mouawia“ bekannte Belhadj offenbar ein Bombenattentat geplant.

Demnach kam es zu einem Schusswechsel, als Sicherheitskräfte das Auto zu stoppen versuchten. Bei der Schießerei sei das Fahrzeug explodiert. Einer der Extremisten habe einen Sprengstoffgürtel getragen, sagte ein Regierungsvertreter. Der 1988 geborene Belhadj war von einem Gericht in Abwesenheit wegen mehrerer Terroranschläge zum Tode verurteilt worden. Wiederholt gab es Berichte über seinen Tod. Sein Vater Ali Belhadj war einer der Gründer und Anführer der Islamischen Heilsfront (FIS). Diese hatte 1991 die Parlamentswahlen gewonnen, war nach dem folgenden Militärputsch aber verboten worden.

Aus Tunesien meldete dpa:

23 Verwandte und enge Vertraute des gestürzten tunesischen Diktators Zine el Abidine Ben Ali stehen seit Dienstag in Tunis vor Gericht. Die Angeklagten sollen nach dem Sturz der Regierung versucht haben, bei ihrer Flucht ins Ausland große Summen öffentlicher Gelder mitzunehmen. Ihnen wird unter anderem Veruntreuung vorgeworfen. Die meisten waren am 14. Januar am Flughafen von Tunis festgenommen worden, als sie Ben Ali ins Exil folgen wollten. Der Diktator und seine Frau waren wenige Stunden zuvor nach Saudi-Arabien geflohen. Die Anklage wirft den 23 Personen vor, dass sie das Land mit gefälschten Pässen verlassen wollten. Sie sollen dabei große Summen in ausländischen Währungen, Edelsteine und wertvolle Uhren bei sich gehabt haben.

Aus Syrien meldet Reuters heute:

In Syrien hat die Armee ihr Vorgehen gegen die Protestbewegung verschärft und am Sonntag Menschenrechtlern zufolge mindestens 57 Zivilisten getötet. Allein 38 Menschen seien in der östlichen Provinzhauptstadt Deir al-Sor nahe der Grenze zum Irak ums Leben gekommen, berichtete eine Aktivistengruppe. Die Zahl der Toten werde aber noch steigen. Nur einen Tag nach der direkten Aufforderung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an Präsident Baschar al-Assad, die Gewalt zu beenden, rückte die Regierung mit Panzern und Milizen in mehreren Städten ein.

Aus Libyen meldet AFP:

Die libyschen Rebellen und die Truppen von Machthaber Muammar el Gaddafi haben sich an ihrer Westfront heftige Kämpfe um den strategisch wichtigen Ort Bir Ghanam geliefert. Die Kleinstadt rund 80 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tripolis war am Samstag zunächst unter der Kontrolle der Aufständischen. Nach Angaben der libyschen Regierung eroberten die Gaddafi-Truppen den Ort aber am Sonntag zurück.

Bir Ghanam sei wieder unter Kontrolle der libyschen Führung, sagte Regierungschef Baghdadi Mahmudi vor Journalisten in Tripolis. Das Leben sei dort wieder „zur Normalität zurückgekehrt“. Tags zuvor hatten die Rebellen nach Angaben mehrerer ihrer Kommandeure die Regierungstruppen aus der strategischen wichtigen Ortschaft vertrieben. Die Kleinstadt liegt in der bergigen Region Nafusa, in der die Rebellen Trainingslager für ihre Kämpfer unterhalten sollen. In der Nähe von Bir Ghanam verläuft derzeit die Westfront.

Wie ein AFP-Reporter berichtete, rückten am Samstag auch mehrere hundert Rebellen in den Norden vor. Sie näherten sich bis auf 40 Kilometer der Stadt Surman, die wiederum etwa 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis liegt. Entlang der Strecke stiegen schwarze Rauchwolken auf; zahlreiche ausgebrannte Fahrzeuge von Gaddafis Armee waren zu sehen.

Am Samstag griff gleichzeitig das West-Bündnis mit Kampfflugzeugen 45 Ziele in Libyen an, darunter ein Munitionslager und ein Raketenwerfersystem in der Gegend um Bir Ghanam.

Aus dem Jemen meldet AP:

Im Jemen ist es den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen den Streitkräften und Gefolgsleuten eines der mächtigsten Stammesverbände gekommen. Augenzeugen zufolge gab es am Samstagabend in Sanaa heftige Schießereien zwischen Soldaten und Anhängern des Al-Ahmar-Clans, der sich auf die Seite der Gegner von Präsident Ali Abdullah Saleh geschlagen hat. In Tais, einer Hochburg des Protests, wurden beim Beschuss eines Stadtviertels durch Republikanische Garden eine Zivilperson getötet und drei verletzt.

Aus dem Irak meldet dpa:

Unbekannte Bewaffnete haben am Sonntag zwei Wohnhäuser in Iskanderija bei Bagdad in die Luft gesprengt. Sechs Menschen starben und elf weitere wurden verletzt. Das teilte die örtliche Polizei mit. Über die Hintergründe der Tat wurde zunächst nichts bekannt.

Aus Pakistan meldet dpa:

Bewaffnete haben im Norden Pakistans mindestens 16 Tanklastwagen mit Nachschub für die internationalen Truppen im benachbarten Afghanistan in Brand gesteckt. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, attackierten die Täter in Nacht einen Rastplatz in der Nähe der Provinzhauptstadt Peshawar.

Aus Afghanistan meldet AFP:

Mit dem Tod von 30 Soldaten haben die USA am Samstag den schwersten Verlust seit dem Einmarsch ausländischer Truppen in Afghanistan  2001 erlitten. Bei dem Absturz eines Hubschraubers bei Gefechten mit Taliban-Kämpfern starben in der zentralöstlichen Provinz Wardak nach Angaben der NATO-geführten ISAF-Truppe zudem sieben afghanische Soldaten und ein Übersetzer. Offenbar wurde der Helikopter von den Taliban abgeschossen.

Aus Kaschmir meldet AP:

Aus Protest gegen eine angebliche Vergewaltigung im indischen Teil von Kaschmir sind Läden und Unternehmen dort am Samstag geschlossen geblieben. Zuvor hatte eine Frau gegenüber der Polizei erklärt, zwei indische Soldaten hätten sie am Donnerstag nahe ihres Hauses im Dorf Manzgam, südlich der indischen Stadt Srinagar, entführt und in einer Hütte festgehalten, wo sie sie über zwei Tage mehrfach vergewaltigt hätten. In Manzgam marschierten am Freitag Tausende und warfen mit Steinen auf Polizeibeamte, die nach Polizeiangaben mit Schlagstöcken und Tränengas reagierten. Mindestens fünf Zivilisten und vier Polizisten wurden verletzt.

Banken, Schulen und die meisten anderen Unternehmen folgten am Samstag einem Aufruf von Separatistenführern und blieben am Samstag in Srinagar geschlossen. Der öffentliche Verkehr war außer Betrieb und nur wenige Regierungsbeamte kamen zur Arbeit. Der Separatistenführer Syed Ali Shah Geelani wies die zum Vorwurf der Vergewaltigung eingeleiteten Untersuchungen der Polizei und des Heeres als voreingenommen zurück und rief zu einem öffentlichen Boykott in der Region auf.

Aus dem Sudan meldet AP:

Bei der Explosion einer Landmine in der umstrittenen sudanesischen Grenzregion Abyei sind nach UN-Angaben am Dienstag vier Blauhelmsoldaten getötet worden. Sieben weitere erlitten Verletzungen, wie UN-Sprecher Martin Nesirky in New York erklärte. Die 4.200 Mann starke Friedenstruppe aus Äthiopien ist vorest für sechs Monate in Abyei im Einsatz.

Aus Saudi-Arabien meldet dpa:

Ein unbekannter Attentäter ist am Samstag bei einem Angriff auf den Palast des saudischen Innenministers in der Küstenstadt Dschidda erschossen worden. Der Angreifer habe auf Sicherheitsposten geschossen, erklärte ein Polizeisprecher der staatlichen Saudischen Nachrichtenagentur. Die Sicherheitsleute hätten das Feuer erwidert und den Angreifer getötet. Innenminister Najef bin Abdel Asis hatte 2003 bis 2005 hart gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida durchgegriffen. Vor zwei Jahren war sein Sohn Mohamed, der jetzt für das Anti-Terror-Programm verantwortlich ist, nur knapp einem Selbstmordanschlag entkommen. Zu der Tat bekannte sich Al-Kaida.

Aus dem Iran meldet AP:

Iranische Sicherheitskräfte haben drei kurdische Rebellen getötet, denen ein Anschlag auf eine wichtige Gasleitung in die Türkei zur Last gelegt wurde. Vier weitere Rebellen der kurdischen Oppositionsgruppe PEJAK seien festgenommen worden, als sie über die Grenze des benachbarten Irak in den Iran gekommen seien, berichtete das Staatsfernsehen.

Die Nachrichtenagentur dpa interviewte eine iranische Regisseurin:

Eine Ehe für ein Jahr oder auch nur für eine halbe Stunde – im Iran ist das möglich. Die Regisseurin Sudabeh Mortezai hat darüber einen Dokumentarfilm gedreht, der jetzt in deutschen Programmkinos anläuft. Sie sprach mit der Nachrichtenagentur dpa über das Thema.

Ehe auf Zeit – sowas Kurioses traut man Iranern gar nicht zu.

Mortezai: „Ja, das kommt durch die Erwartungshaltung im Westen. Da denkt man beim Stichwort Iran an voll verschleierte Frauen. Und jetzt sieht man hier im Film zum Beispiel Mullahs, die ganz offen über Sexualität sprechen. Aber das ist nichts Besonderes im schiitischen Islam. Da reden die Geistlichen gern über Sex.“

Im Ernst?

Mortezai: „Ja, sogar im staatlichen Rundfunk. Da sitzt dann ein Mullah im Studio, und die Hörer rufen an und stellen ganz konkrete Fragen über Sexpraktiken. Und der Mullah antwortet explizit und direkt, und neben ihm sitzt dabei eine voll verschleierte Moderatorin. Eigentlich ist der Islam ja lustbetonter als das Christentum.“

Und die Zeitehe, wie passt die da rein?

Mortezai: „Ich sehe das schon kritisch: Das ist ja eine Doppelmoral. Die Zeitehe wird von der Regierung angepriesen. Das Argument ist: Wir halten die Moral hoch, bieten euch aber auch ganz pragmatisch diese Möglichkeit.“

Sie verurteilen also die Zeitehe?

Mortezai: „Verurteilen sollte man das komplett frauenfeindliche System, in dem zum Beispiel die Polygamie rechtlich festgeschrieben ist.“

Ist die Zeitehe einfach ein anderes Wort für Prostitution?

Mortezai: „Es geht schon auch um Prostitution, aber das ist jetzt kein Ersatz für den Straßenstrich. Man muss erst mal ins Heiratsbüro und die Ehe legalisieren. Und nach einer Zeitehe muss die Frau zwei Monatsblutungen warten, bevor sie eine neue eingeht. Eine Prostituierte kann natürlich nicht zwei Monate warten. Es ist in vielen Fällen eher eine Art Mätressentum.“

Aber ist die Zeitehe nicht vielleicht eine pragmatische Lösung für junge Leute, die mal zusammenziehen, aber noch nicht gleich heiraten wollen?

Mortezai: „Nicht so richtig, denn offiziell muss die Frau ja als Jungfrau in die Ehe gehen. Gerade gebildetere Leute finden die Zeitehe peinlich. Aber es kann sich zum Beispiel anbieten für geschiedene Frauen. Im Iran gibt es sehr viele geschiedene junge Frauen.“

Der iranische  Ayatollah Chomeini hat sich in seinem Hauptwerk „Tauzh al-Mas’il“ (Erklärung der Probleme) ausgiebig Gedanken über die „Zeitehe“ gemacht – und genaueste Regeln dafür festgelegt. Daneben aber auch noch für jede Menge andere „Sex-Probleme“:

Auf Seite 505 heißt es z.B.: „Eine Frau darf ohne Erlaubnis ihres Mannes ein Kind stillen. Aber sie darf kein Kind stillen, wenn sie dadurch für ihren Mann ‚Haram‘ (unrein) wird. Wenn z.B. der Ehemann einen weiblichen Säugling zu seiner Frau gemacht hat, darf seine Ehefrau das Kind nicht stillen, weil sie dadurch zur Schwiegermutter ihres eigenen Mannes wird und somit für ihren Ehemann ‚Haram‘ sein würde.“

Zuvor, auf Seite 489, verhandelte Chomeini ein anderes Sex-Problem: „Wenn jemand ein unreifes Mädchen zu seiner Frau macht und, bevor sie 9 Jahre alt wird, mit ihr Geschlechtsverkehr aufnimmt und dadurch eine ‚Efsaa‘ (Verletzung und Einreißen des Gewebes zwischen Vagina und After) verursacht, ist es besser, wenn er sich von ihr scheiden läßt.“

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kommentare

  • Heute, am 8.8., überschlagen sich die Nachrichten aus Syrien – sie lesen sich, als würde das Schweineregime von Assad und seine bewaffneten Organe noch einmal wild um sich morden und quälen – bevor es endgültig im Orkus verschwindet und hoffentlich jeder einzelne Mörder bis rauf zum Kapitän dann zur Rechenschaft gezogen wird:

    AP: Mindestens 59 Menschen haben die syrischen Truppen Aktivisten zufolge am Sonntag unter anderem bei einem Angriff auf die im Osten gelegene Stadt Deir el Sur sowie beim Beschuss einer Trauerfeier getötet. Das verschärfte Vorgehen des Regimes von Präsident Baschar Assad gegen die Opposition stößt mittlerweile auch beim saudischen König Abdullah auf harsche Kritik. Er forderte „ein Ende der Tötungsmaschinerie sowie des Blutvergießens“ und kündigte an, seinen Botschafter aus Damaskus zwecks Konsultationen zurückzubeordern. Das saudische Königshaus selbst duldet keinen Widerspruch im Land und hat Truppen nach Bahrain entsandt, um das sunnitische Königshaus gegen mehrheitlich schiitische Demonstranten zu unterstützen.

    dpa: Mahnende Stimmen überall, aber die syrische Führung erstickt die Proteste in Blut. Der saudische König Abdullah spricht von einer Todesmaschinerie und beruft seinen Botschafter aus Damaskus ab.

    Damaskus/Riad/Kairo (dpa) – Der internationale Druck auf das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wird stärker. Nach UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Papst Benedikt XVI. und führenden westlichen Politikern hat nun auch der saudische König Abdullah zu raschen und radikalen Reformen in Syrien aufgerufen. „Die Todesmaschinerie und das Blutvergießen müssen gestoppt werden“, verlangte Abdullah in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Rede am Sonntagabend.

    „Für Syriens Zukunft gibt es zwei Optionen: Weisheit oder Chaos“, mahnte Abdullah. Der Monarch kündigte an, den Botschafter seines Landes aus Damaskus zu Konsultationen einzuberufen. „Was in Syrien stattfindet, ist inakzeptabel“, sagte Abdullah.

    Durch das brutale Vorgehen des syrischen Regimes kamen an diesem Wochenende mindestens 90 Menschen ums Leben. Oppositionelle sprachen sogar von 80 Toten allein am Sonntag in den Hochburgen des Aufstands Deir al-Zor und Homs.

    In die nordöstliche Stadt Deir al-Zor waren am Sonntag 200 Panzer eingerückt. Sie hätten aus vollen Rohren gefeuert, berichteten syrische Menschenrechtsaktivisten. Mindestens 50 Menschen seien getötet worden. Auf Videos, die Aktivisten ins Internet stellten, waren dicke Rauchwolken über Deir al-Zor zu sehen und Dauerbeschuss zu hören.

    16 Menschen, unter ihnen ein Kind, wurden am selben Tag in Al-Hula bei Homs getötet, teilten syrische Oppositionelle mit. Wegen des Beschusses könnten von dort Verletzte nicht in Krankenhäuser gebracht werden. Mindestens 24 Zivilisten sollen schon am Freitag gestorben sein, als Armee-Verbände in den Vorstädten von Damaskus und in anderen Orten erneut mit scharfer Munition auf Demonstranten schossen, wie am Samstag bekannt wurde.

    UN-Generalsekretär Ban und der Papst forderten in ähnlich lautenden Botschaften ein Ende des brutalen Vorgehens des Regimes gegen die eigene Bevölkerung. Ban konnte sich erstmals direkt an Assad wenden. In einem Telefonat, das nach mehreren Anläufen zustande kam, forderte er ihn auf, das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte umgehend zu stoppen. Assad wiederum habe auf die vielen Toten unter den Sicherheitskräften verwiesen. Zuletzt hatte Assad den UN-Generalsekretär Mitte Juni abblitzen lassen, als Ban ihn ans Telefon zu bekommen versuchte.

    dpa: In den von der syrischen Armee überrannten Städten Deir al-Zor und Homs haben massive Verhaftungswellen eingesetzt. Allein 1500 Menschen seien im Wohnviertel Garagma in Homs von Geheimdienstbeamten oder Soldaten weggebracht worden, berichteten syrische Aktivisten am Montag.

    In der Regel würden die Truppen durch die Straßen ziehen und mit Lautsprechern die Namen der zu Verhaftenden ausrufen. Stellten diese sich nicht von selbst, werde ihr Haus oder ihre Wohnung vom Militär gestürmt.

    AFP: Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu will Presseberichten zufolge bei seinem Besuch in Syrien am Dienstag eine letzte Warnung an Staatschef Baschar el Assad richten. Falls dieser keine durchgreifenden Reformen einleite, werde er mit den Folgen zu leben haben, zitierte die Zeitung „Radikal“ am Montag aus diplomatischen Kreisen. Demnach will Davutoglu Assad klarmachen, dass er angesichts des steigenden internationalen Drucks nur zwei Möglichkeiten habe. Er könne sich wie der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow trotz des Zusammenbruchs seiner Führung als geachteter Staatsmann Respekt verschaffen oder ihm drohe ein Schicksal wie das des hingerichteten irakischen Ex-Staatschefs Saddam Hussein.

    Davutoglu werde bei seinem Gespräch mit dem syrischen Präsidenten zudem betonen, dass Syrien dabei sei, die Türkei als Partner zu verlieren, berichtete „Radikal“. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Wochenende betont, die Türkei habe angesichts der anhaltenden Gewalt die Geduld mit Assad verloren. Der syrische Präsident hat bisher alle Forderungen nach einem Ende der Gewalt gegen die Opposition ignoriert.

    AP: Die Bundesregierung hat den syrischen Präsidenten Baschar Assad vor einer Fortsetzung der „brutalen Angriffe“ auf die eigene Bevölkerung gewarnt. Der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans sagte am Montag in Berlin: „Sollte Präsident Assad fortwährend den Dialog mit dem Volk verweigern und weiterhin auf Gewalt setzen, so gibt er nach Ansicht der Bundesregierung seine Legitimation auf, die Geschicke seines Landes weiter zu lenken.“

    Das Auswärtige Amt wollte den deutschen Botschafter aber zunächst nicht abziehen. Die Kontakte zur dortigen Regierung seien auf ein Minimum reduziert, sagte ein Sprecher. Die Vertretung führe aber weiterhin Gespräche mit der Opposition. Dies sei wichtig, um Informationen aus dem Land zu bekommen.

    AP: Am Montag kam die belagerte Stadt Deir el Sur im Osten des Landes erneut unter Artilleriebeschuss. Ein Augenzeuge berichtete über laute Explosionen und Maschinengewehrfeuer. Die Menschen hätten zu große Angst, die Verletzten in staatliche Krankenhäuser zu bringen, sagte der Aktivist. Stattdessen würden die Verwundeten zu Hause behandelt. Am Sonntag waren in der Stadt nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 42 Menschen von den Streitkräften getötet worden.

    Die humanitäre Lage in der Stadt sei nach neun Tagen Belagerung sehr schlecht, sagte ein Aktivist. Es mangele an Medizin, Babynahrung, Lebensmittel und Benzin. Die Stadt sei völlig gelähmt. Deir el Sur liegt in einer ölreichen, jedoch weitgehend verarmten Region Syriens. Syrische Truppen haben Augenzeugenberichten zufolge am Montagmorgen auch die Stadt Maaret al Numan im Norden des Landes gestürmt.

    (Wie üblich kommen diese ganzen bescheuerten Politiker – von Obama bis Westerwelle, vom Sultan Rumpeldipumpel bis zum Menschenrechts-Hampel zu Wort – aber kein einziger betroffener Syrer. Sie, die den Riesenmut aufbringen, täglich gegen das Assad-Regime zu demonstrieren – unbewaffnet auch noch, diese Subjekte des syrischen Volksaufstands also, werden von den Nachrichtenagenturen nur als blöde Objekte (als anonyme Ermordete in Form von Zahlen) vermeldet, während die ganzen bürgerlichen Idioten-Politiker und Menschenrechtler mit ihrem Arsch im sicheren Büro vorm Labtop sitzen und eine Presseerklärung nach dem anderen über die armen Syrer raushauen, sich also so zu Subjekten des syrischen Aufstands aufschwingen. Es ist zum Kotzen!. Wenn eine dieser scheußlichen Nachrichtenagenturen es nur gewollt hätte, würde schon längst ein Informanten-Netzwerk in Syrien und drumherum in den Flüchtlingslagern – via Internet – für sie existieren. Diese Ignoranz hat auch und vor allem was damit zu tun, dass den ganzen bürgerlichen Arschlöchern die arabischen Volksaufstände nicht geheuer sind – lieber zitieren sie bis zum Erbrechen Westerwelle, Sarkozy, Pinocchio, Obama, den Papst, den saudischen König, den türkischen Oberfitti und alle möglichen anderen Wichtigtuer – die allesamt Ruhe im Karton haben wollen und nichts sonst, egal wie faschistisch das Regime auch immer ist, siehe Saudi-Arabien oder den Iran, Hauptsache es ist „stabil“! Nichts hassen diese Kapital-Wichser so sehr wie „Instabilität“.

    Eigentlich kann man nur hoffen, dass es an allen Ecken und Enden zu „Unruhen“ kommt, die Börsen und Währungen zusammenbrechen, Flüchtlingswellen alle Grenzsicherungstruppen und -attrapen über den Haufen rennen, sie zu Staub zermalen – und das ganze „Schweinesystem“ daniedersinkt, wobei alle Politiker, Manager, Hausbesitzer, Banker etc. – also die ganze Gesindelelite – zu Selbstmordattentätern werden, indem sie sich reihenweise aus ihren Lofts, Flats, Büros und Penthouses stürzen.

    Auf dem taz-Flur meinte vorhin schon ein Altredakteur: „Langsam wird es spannend, in drei Monaten wird das „business as usual“ vielleicht schon ein für alle mal der Vergangenheit angehören.“ Allerdings wird dies auch das Ende der taz sein. Bis auf die schönen, fast repressionsfreien Arbeitsplätze wäre das freilich kein großer Verlust. Unbewußt scheint die taz das Ende im übrigen zu ahnen: Es wird noch mal kräftig zugelangt – neue Räume, neue Einrichtungen, Neue Küche, neue Drehstühle – für jeden Rückratverkrümmten, hochkurbelbare Holztische für Steher und natürlich die schniekste Elektronik für alle Iphone-Verwöhnten – kurzum: alles vom Feinsten und essen nur von Bio.

    Das war mal anders: In den ersten taz-Jahren hatte die Zeitung nur dort Korrespondenten, wo ein Bürgerkrieg eskalierte – 8 in Beirut und 9 in Managua. Der Bürgerkrieg ist nur ein anderes Wort für Klassenkampf. Und die taz-Korrespondenten hatten jeweils die verschiedenen Fraktionen der revolutionären Klasse zu ihrer eigenen Sache gemacht.

    Heute reicht es, wenn die taz aktuell ist – egal, um was es geht: ob WM im Nasebohren, ein Ehrenmord oder zwei, Schillers Geburtstag oder Die Premiere einer Taubstummenoper. Es muß nur brandaktuell sein. Und Korrespondent kann man überall sein, eine ist sogar für ganz Asien zuständig. Das muß man sich mal vorstellen: Ich wäre schon völlig überfordert, wenn ich Korrespondent der linken Seite der Wienerstraße in Kreuzberg wäre!

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