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vonHelmut Höge 03.04.2013

Hier spricht der Aushilfshausmeister!

Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister, bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.

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Blinder Schäferhund auf schwarzem Asphalt mit dem Arsch in der Pfütze. Photo: Mathias Königschulte

 

 

Zeigzeug – so nennt Heidegger die nicht-sprachlichen Zeichen, wahrscheinlich jedoch nur die visuellen – in der modernen Okulartyrannis, da alle Sinne dem Sehen untergeordnet sind.  Insofern ist damit alles gemeint, was man mit (erhobenem) Zeigefinger „erreichen“ kann. Anzeichen, Wegweiser, Zeichenbretter, Hinweisschilder, Zeitungen  – alles Zeigzeug, auf das die Zeitzeugen nicht verzichten können oder wollen. Laut Henning Schmidgen (in: Bruno Latour zum Vorzeigen“ 2011) hat der Wissenssoziologe Latour bei der Analyse der Entwicklung von „Netzwerken“ geraten: „Zeige auf das Zeigen!“ Deswegen würden in seiner „Philosophie“ auch die Dinge des Zeigens als „elementare Befestigungen von Gesellschaftlichkeit fungieren“. Wobei er sich auf Charles Péguy berufen könne, dem es in einem seiner Werke um ein „Lob des Zeigens“ gegangen sei.

Klar, wenn man unterwegs ist, freut man sich über Leute, die einem einigermaßen präzise sagen können, wie man dort hinkommt, wo man hin will. Leider gibt es ganze Erdteile, wo die Menschen sich nicht trauen zu sagen, sie wüßten es nicht und die einen deswegen ständig falsche Wege weisen. Da freut man sich über jeden quasi-offiziellen Wegweiser am Straßenrand.

Wie ist das bei Hunden – und ihrer Pisse? Die Kynologen faseln von „Reviermarkierung“, Läufigkeit Signalisieren, Sich vernetzen, und von  einem zeitungsanalogen  Nachrichtenmedium. Vielleicht ist es aber auch bloß ein für unsere Nase und unsers Ekelkultur ein  perverses Dufbuquet, analog vielleicht zu unseren wohlriechenden Essenzen (wie Rosen oder Chanel Nr.5), bloß dass die Duftspuren der Hunde an Bäumen, Laternenpfählen, Pollern, Hauswänden und Hosenbeinen durch jeden nächsten Pisser verändert und aufgefrischt werden, wenn man so sagen darf.

 

HUNDE – Reichtum ist die Kotze des Glücks

Castorf / Kyniker

 

In Athen streunt eine Bande, am Rande der Gesellschaft, genannt die Hunde: verschrobene, originelle, provozierende, mutige und auch lästige Kerle in Mänteln. Konsequent folgen sie einem Ideal. Mit allen Mitteln suchen sie ihr Ziel zu erreichen und ihre Mitmenschen zur geistigen Umkehr zu bewegen! Das Geld, die Macht und der materielle Besitz werden überschätzt, sagen sie! Die Bande geht von Haus zu Haus und lehrt ohne Belehrung und Manifest die armen Reichen den Sinn des (glücklicheren) Lebens:
„Also komme ich so daher, wie ihr mich seht: dreckig, zottig, in eine Kutte gehüllt, langhaarig, barfuß, ihr aber kleidet euch wie Lustknaben und unterscheidet euch weder durch die Farbe eurer Kleidung, noch durch die Fülle eurer Unterkleider, eure Schuhe, eure kunstvolle Frisur, euren Duft. Denn ihr duftet schon ganz wie jene, ihr glücklichsten unter den Sterblichen!“ (Lukian)

 

Im „dogforum“ stellte neulich eine gewisse Karin folgendes Problem zur Diskussion:

„Ich habe einen gut neun Monate alten Mops-Rüden (mein erster Hund), der sich meiner Meinung nach ganz prächtig und vor allem normal und altersgerecht verhält. Er ist halt ein kleiner Macho, seitdem er die Mädels für sich entdeckt hat und leidet zur Zeit täglich mehrfach unter Liebeskummer, aber es hat noch nie ernsthaft Anlass zur Sorge gegeben.
Nun hat gestern im Erziehungskurs die Hundetrainerim zu mir gemeint, ich solle, wenn ich mit ihm unterwegs im Wald bin, mal einfach über seinen Urin rüberpinkeln, wenn er markiert, um ihm zu zeigen, dass ich das Alphatier bin. Entweder könne ich ja „blankziehen“ oder mir eine Sprühflasche mit meinem Urin mitnehmen und dann eins drauftsetzen, wenn er gepieselt hat.
Ich bin wirklich entsetzt. Noch nie hat Hugo den Eindruck erweckt, er würde mich nicht als „Chef“ akzeptieren und diese Methode erscheint mir doch sehr vorsintflutlich. Daher meine ernstgemeinte Frage ob Ihr damit Erfahrungen habt oder wie Ihr das beurteilt. Für ernste Antworten wäre ich wirklich sehr, sehr dankbar.“
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US-Touristen-Werbung für das Brecht-Wöss-Doppelstück der Volksbühne: „Wer läßt die Sau raus?“ und „Hunde, wollt ihr ewig erleben!“ von Frank Castorf. Foto: Volksbühne
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Auf einem anderen Internetforum für Hundehalter heißt es:

„Urinmarkieren im Haus kann durch eine Kastration günstig beeinflusst werden weniger das Markieren im Freien. Bei Hunden, die im eigenen Haushalt markieren sollte man jedoch die Frage nach der Rangordnungsbeziehung zwischen Mensch und Hund als erstes angehen!“

 

 

Und auf wieder einem anderen:

„Uns ist es peinlich, wie unser neu angeschaffter Hund draußen alle paar Meter die Markierung eines Rüden mit seinem eigenen Urin übermarkiert. Wie kann man ihm das abgewöhnen?“

 

 

Der „hundefreund.de“ setzt dagegen auf Aufklärung der Hundehalter:

„Manche Menschen können sich kaum vorstellen, wie gut der Geruchssinn des Hundes ist. Kein anderer seiner Sinne ist so hoch entwickelt; er nimmt sogar Moleküle wahr, die wir mit modernster Technologie nicht nach­weisen können. Da Gerüche für sie so wichtig sind, setzen Hunde Duftstoffe in ihrem Harn und Kot ein, um ihr Revier zu markieren und ihre Anwesen­heit kund zutun. Meistens wird das Revier mit Harn abgesteckt: Die Blase ist ein hervorragendes Vorratsgefäß in dem sich immer ein paar Tröpfchen finden. Kot wird seltener abgesetzt. Er wird stets um ein paar Tropfen des stark riechendes Sekret aus den Analdrüsen angereichert, das eine Vielzahl von Informationen enthalt. Auch die anderen Körperausscheidungen – sei es Ohrwachs, Speichel oder Schweiß – enthalten Pheromone, das sind Duftstoffe, die viel über den Zustand des Hundes verraten. Ohrwachs­geruch ist geschlechts­spezifisch

Viele Hundehalter meinen irrtümlich, ihr Hund sei nicht ganz stubenrein, wenn er sein Revier mit Harn markiert. Es gibt durchaus wohlerzogene Rüden, die in eine fremde Wohnung spazieren und erst einmal an einem Tisch das Bein heben. Sie nehmen schlicht ein Revier in Besitz.  Um dieses Verhalten abzustellen, sind ganz andere Methoden nötig als bei der  Erziehung eines Welpen zu Stubenreinheit.

Weibliche Hunde markieren ihr Revier seltener als Rüden – es sei denn, ihr Eisprung steht bevor. Wenn der Östrus naht, trinken Hündinnen mehr als sonst und urinieren entsprechend öfter, wobei sie eine Duftspur hinterlassen, die den allzeit bereiten Rüden ihre Läufigkeit anzeigt.

Analdrüsen sondern individuelle Düfte ab. Wenn sich der Hund löst steuert er ein paar Tropfen seines individuellen Parfüms aus den Analdrüsen der Ausscheidung bei. Sowohl Rüden als auch Weibchen tun dies.“

 

 

 

Hund in einem Zug von Berlin Hauptbahnhof nach Leipzig Hauptbahnhof, Abfahrt 21 Uhr 10, Anbkunft 23 Uhr 17. Photo: Katrin Eissing

 

 

Unter der Internet-Eintragung „Neues Lernen für Menschen mit Hund“ meldet sich ein anerkanntes Mitglied im Verband Deutscher Tierheilpraktiker (VDT), der Tierheilpraktiker U. Türbsch, zum Thema „Extrinsisches Zwangsmarkieren der Caniden“ zu Wort:

„Eine Aufklärung vorweg …

Es geht hier nicht darum einem Hund das „Pinkeln“ oder „Lösen“ zu verbieten, oder gar per „Gehorsamsübung“ zu untersagen. Das wäre vollkommen dumm und ist nicht gemeint. Auch hat es nichts mit menschlicher Dominanz oder Machtgehabe zu tun, nach dem Motto „Pinkeln nur, wenn ich es erlaube“. Es geht vielmehr um den Bereich des „Zwangsmarkierens“, sprich das Urinieren unterwegs, das immer wieder zu beobachten ist und fast als selbstverständlich hingenommen wird, ohne zu wissen, welchem Stress ein Hund hierdurch ausgesetzt ist. Diese Handlung („Pinkeln“) des Hundes dient nicht der physiologischen Blasenentleerung, sondern wird durch einen olfactorischen Reiz von außen ausgelöst und als Reizantwort vom Hund als eine nicht selbst entschiedene Handlung umgesetzt. Das ist ein grundbedeutender Unterschied. Doch dazu nun mehr.

Der Unterschied zwischen „pinkeln“ und „pinkeln“

Viele Hundebesitzer sind immer noch im Glauben, dass bei Hunden auf einem Spaziergang ein gehäuftes und mehrmaliges Pinkeln (Urinieren) auf dem Weg zum „normalen“ Verhalten zählt. Doch es kann auch einen anderen Grund haben. Und hierum geht es.

Es ist zunächst einmal unstrittig, dass es neben dem Urinieren auch ein Markieren und ein Drübermarkieren gibt. Jedoch mit deutlichem Unterschied zwischen Wolf und Hund (siehe Seite Markierverhalten Wolf-Hund und den Ergebnissen des WSC/Wolfs-Forschungs-Centrum). Nun aber kommen wir zum eigentlichen Problem, um welches es geht. Ein zu häufiges Urinieren des Hundes z.B. auf einem Spaziergang zählt nicht mehr zu seinen normalen physiologischen Bedürfnissen (Blase entleeren), wird auch nicht mehr umgesetzt durch eine beabsichtigte Handlung, sondern wird in diesen Fällen ausgelöst durch einen äußeren Reiz. Und um das geht es im Wesentlichen. Mehr dazu in den folgenden Zeilen.

Pinkeln, weil die Hundeblase voll ist
(ein physiologisches Bedürfnis)

Natürlich brauchen wir nicht darüber zu reden, dass es jedem Lebewesen zusteht, seine Blase zu entleeren, wenn diese voll ist. Und so ganz nebenbei werden Schlackenstoffe (sog. harnpflichtige Substanzen aus dem Stoffwechsel) ausgeschieden und aus dem Organismus entfernt. Das ist ein physiologisches Bedürfnis (nicht nur bei Menschen) und macht Sinn. Natürlich auch bei Hunden. Dieses „Pinkeln“ ist völlig normal und je nach Alter, Größe und Flüssigkeitsaufnahme des Hundes entleert sich ein Hund „physiologisch“ bis zu 10-mal (Welpe) und 2-3-mal (als erwachsener Hund) am Tag. Ganz anders verhält es sich beim sogenannten „Markieren“ und beim „Drübermarkieren“ (die Begriffe sagen uns schon an sich, worum es hier geht), welches nicht mehr der physiologischen Blasenentleerung dient. Und es wird noch problematischer, wenn es durch einen äußeren Reiz zwanghaft beantwortet werden „muss“.

Pinkeln, weil er etwas zeigen möchte ….
(nicht physiologisch – aber eine Wesensart)

Wenden wir uns zunächst dem „Markieren“ zu. Das Markieren des Hundes durch Urin (oder auch Kotabsatz) ist zunächst eine beabsichtigte Handlung, die dazu dient, territoriale Signale zu setzen und damit anzuzeigen, in welchem „fremden Gebiet“ (das besetzt ist) sich ein anderer Hund bewegt, wenn er dieses betritt. Oft liest und hört man, dass der Territorialinstinkt eines Hundes nicht bedeutend ist. Das ist falsch und steht wider jegliche Erkenntnisse (ein Wunschdenken des Menschen). Fassen wir uns doch mal an die eigene Nase. Jeder, der ein Haus sein Eigen nennt, wird es in irgendeiner Form umzäunen – sei es Zaun oder Buschwerk -, um anderen damit zu sagen „Das ist mein Gebiet (Besitz)“. Nun bauen Hunde keine Zäune und pflanzen auch keine Hecken. Dafür „pinkeln“ oder „koten“ sie, um der Duftmarkierungen willen. Dieses Verhalten ist erkennbar daran, dass in der Regel ein Baum, Busch oder andere Gebilde dazu genutzt werden. Das ist zunächst nicht problematisch, zeigt aber, dass der Hund hier in einer Verantwortung steht. Und zwar der Aufgabe territoriale Zeichen zu setzen. Dennoch kann es hierdurch zu problematischem Verhalten kommen. Vor allem dann, wenn sich zwei Hunde begegnen, die der gleichen Meinung (Territorium = mein Besitz) sind.
Pinkeln, weil er „muss“ …..
Jetzt wenden wir uns dem „Drübermarkieren“ zu. Sie erkennen durch vorherige Erläuterungen wahrscheinlich schon, aus welcher Motivation heraus dieses stattfindet.

Hundenasen sind unseren eigenen Nasen im Riechvermögen meilenweit überlegen. Sie riechen, was wir nicht sehen können. Es sei denn es ist Winter und wir erkennen optisch im Schnee das uns bekannte „PINKELGELB auf weißem Grund“. Als wir das erste Mal mit unserem Hund einen Weg gingen, war es ein Ausflug in ein fremdes Gebiet, wurde mit Duftsignalen (Markieren) belegt und es ging wieder zurück. Da wir Menschen (einerseits gut so) nun nicht pinkelnd durch die Welt laufen um anderen zu zeigen, dass dieser Weg mein Besitz ist, wird es für den Hund unlogisch, nichts zu tun. Er geht hier schon ein erstes Mal in die Verantwortung für das neue Gebiet und setzt seine Zeichen. Eine beabsichtigte Handlung – denn einer muss es ja schließlich tun. Und wir Menschen nehmen es für die Zukunft mit, dass er sich häufiger entleeren muss (hat er ja gezeigt). Gehen Sie nun an einem anderen Tag den gleichen Weg wieder, hat sich in der Zwischenzeit etwas verändert. Ein anderer Hund/anderes Tier war da, denkt natürlich in seiner logischen Welt, erduftet nun Ihren Hund und pinkelt drüber (über diesen Hund/dieses Tier werden wir nicht reden, denn es geht ja um Ihren Hund – es lässt sich aber alles 1:1 übertragen).

Extrinsisches Zwangsmarkieren …
(hier wird´s nicht mehr spaßig – es entsteht ein Zwangsmarkieren)

Nun kommen Sie wieder ins Spiel, bzw. Ihr Hund. Sie gehen wieder „spazieren“, und natürlich erkennt Ihr Hund, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Und es beginnt erneut ein „Drübermarkieren“. Hier aber nicht mehr als beabsichtigte durchgeführte Handlung, sondern ausgelöst durch einen äußeren olfactorischen Reiz (durch Urin eines anderen Hundes/Tieres). Und das – wenn möglich – an jeder bedeutsamen / strategischen Stelle, die bereits (fremd-)markiert ist. Dieses Verhalten ist nun keine eigenständige beabsichtigte Handlung mehr, sondern wird ausgelöst durch einen „Zwang“, auch weil der Mensch im Gespann/Rudel dieses Problem nicht löst oder regelt. Also wird er beginnen, immer wieder und immer wieder, und jeden Tag aufs Neue, erneut drüber zu markieren (Hamsterrad des Urinierverhaltens). Dieses Verhalten ist als „extrinsisches Zwangsmarkieren“ zu definieren. Handlungen, die von außen durch einen Reiz zwanghaftes Verhalten auslösen, kennen wir auch in der Humanmedizin (dort nennt man es Zwangsneurose). Nun möchte ich aber hier nicht alle pinkelnden Hunde zu caninen Neurotikern machen. Dennoch ist es ein Hundeleben lang ein bleibendes Problem, wenn wir Menschen hier die Verantwortung nicht übernehmen (das ist übrigens viel einfacher als man denkt – man muss nur intelligent genug sein).

Befreien Sie Ihren Hund von diesem Zwang.

Nur durch Verstehen und Handeln – und nicht durch Ignorieren und Belächeln – können Sie aktiv Ihrem Hund helfen und diesen „Zwang“ beseitigen. Das Zwangsmarkieren verliert sich vollständig und ganz, weil es Ihr Hund einfach nicht mehr „muss“. Und das ist wichtig. Denn – das was kaum jemand beachtet, ist der hierdurch entstehende Dauerstress des Hundes und seine daraus resultierenden akuten Folgen oder (leider viel zu oft) Spätfolgen im Rahmen einer Erkrankung, die ursächlich auf Dauerstressfolgen zurückzuführen ist. Jeder Dauerstress wirkt langfristig im Organismus in Zusammenspiel mit dem Endokrinsystem und Nervensystem mit den entsprechenden organischen Auswirkungen sowie den daraus resultierenden Folgen. In der Humanmedizin ist dieses längst bekannt – übrigens nachgewiesen und entdeckt durch das Stressreaktionsverhalten der Tupajas (Eichhörnchenart) – wo es sogar zum totalen Einstellen aller biologischen Lebensfunktionen durch maximalen Dauerstressreiz kam.

Den (Pinkel-)Dauerstress abstellen …

Nun werden Sie sagen „das ist aber völlig überzogen, Hunde sterben nicht durch das Pinkeln draußen“ . Da haben Sie natürlich Recht – aber sie werden an den Stressfolgen irgendwann erkranken, und vorher ihre Signale geben, sei es z.B. mit Verdauungsstörungen (als Stressfolge) oder Verhaltensauffälligkeiten (was wiederum Stress bedeutet) oder anderen „Wehwehchen“. Und diese ersten Symptome werden leider nicht richtig zugeordnet und allzu schnell mit Antibiotika und Kortisonen überdeckt. Alles ist wieder gut – scheinbar – aber der (Pinkel-)Dauerstress bleibt. Das sollten Sie in für Ihren Hund. Ich freue mich über jede Hundebesitzerin und jeden Hundebesitzer die/der hier ihrem/seinem Hund hilft, diesen „Zwang“ abzulegen. Denn diese Menschen haben es „verstanden“. Und es werden immer mehr – das freut mich. Gehen auch Sie hier in die Aktion und helfen Sie Ihrem Hund (und damit auch allen anderen Hunden) stressfreier in unserer Welt zu leben.“

 

 

Gabriele Goettles und Elisabeth Kmölningers Hund. Foto: Elisabeth Kmölninger

 

 

„onlinezoo.de“ empfiehlt:

Wenn Hunde und Katzen Ihr Revier markieren, müssen die betroffenen Stellen zuerst einmal mit dem UF2000 Urinentferner neutralisiert werden.

 

 

 

Von Facebook rübergeholtes Photo mit der Bemerkung von Sabine Merz: „suche stundenweise betreuung für meine liebe hündin…“

 

 

 

 

Auf „wer-ist-fido.de“ heißt es:

Hunde haben ihre ganz eigene Wahrnehmung von der Welt und sorgen mit den außergewöhnlichen Leistungen ihrer Sinne für Überraschungen. Die Unterschiede in der Wahrnehmung von Hund und Mensch sind größer, als wir glauben.

Wir sehen jedes Detail. Wir sehen Knospen und welkende Blüten. Blätter, die von Insekten beknabbert wurden und unberührte. Der Hund kann es riechen. Sogar ein Teelöffel Zucker in in zwei Olympiabecken voll Wasser entgeht seiner Nase nicht.

Der Geruchssinn der Hunde ist zu verblüffenden Leistungen fähig:

Hunde können Emotionen riechen. Wenn wir erregt sind erhöht sich der Puls und wir fangen an zu schwitzen. Die Flußrate, mit der Duftmoleküle an der Körperoberfläche abgegeben werden, steigt. Das nimmt die Hundenase wahr. So, als würde aus einem leisen Ton ein lauter werden. Emotionen sin das Ergebnis von biochemischen Prozessen im Körper. Erst wird ein Stoff freigesetzt, dann spüren wir die Emotion. Und der Hund kann sie riechen.

Denn Hunde können sogar Krebserkrankungen riechen. Sie reagieren dabei wahrscheinlich auf Verbindungen, die aus dem gestörten Stoffwechsel der Krebszelle stammen: Immer wieder tauchen Anekdoten von Hunden auf, die beispielsweise einem bestimmten Muttermal ihres Menschen besondere Aufmerksamkeit schenkten. Ein Muttermal, das sich später als bösartiger Tumor herausstellte.

Britische Wissenschaftler trainierten daraufhin Hunde, Urinproben von Krebspatienten zu identifizieren. Als Kontrolle dienten jeweils Proben von als gesund eingestuften Personen. Die Hunde zeigten eine als gesund eingestufte Kontrollperson ausnahmslos positiv an. Eine anschließende Untersuchung ergab, dass diese Kontrollperson tatsächlich an einem Nierentumor erkrankt war.
Quelle:
Willis CM, Church SM, Guest CM, Cook WA, McCarthy N, Bransbury AJ, Church MR, Church JC. Olfactory detection of human bladder cancer by dogs: proof of principle study. BMJ. 2004 Sep 25;329(7468):712.

Dann erscheint es fast schon banal, dass Hunde den Verlauf einer Spur am Geruch erkennen können. Sie orientieren sich dabei am Auftreten von biochemischen und mikrobiologischen Abbauprodukten, die von verletzten Pflanzen abgegeben werden. Wissenschaftler aus Belfast fanden heraus, dass schon fünf Schritte oder eine Zeitspanne von ein bis zwei Sekunden genügen, um eine Veränderung der Geruchsinformation zu erzeugen, die dem Hund die Laufrichtung verrät.
Quelle:
Hepper PG, Wells DL. How many footsteps do dogs need to determine the direction of an odour trail? Chem Senses. 2005 May;30(4):291-8. Epub 2005 Mar 1.

Im Riechepithel in der Nasenhöhle sitzen die Riechsinneszellen. Sie sind Nervenzellen, deren Dendriten wie feine Härchen in eine zähe Schleimschicht außerhalb der Zelle reichen und deren Axone als Riechnerv ins Gehirn führen. Auf der Oberfläche der Härchen befinden sich Rezeptorproteine, die Duftmoleküle direkt binden und daraufhin durch die Öffnung von Ionenkanälen in der Zellmembran ein Signal erzeugen, das in den Riechkolben (Bulbus olfactorius) des Gehirns geleitet wird.

Das Riechepithel der Hunde ist um ein Vielfaches größer als unseres. Die Oberfläche des menschlichen Riechepithels umfasst etwa fünf Quadratzentimeter, das der Hunde 25. Das menschliche Gehirn wiegt etwa zehnmal soviel wie das eines Hundes. Damit wird im Gehirn der Hunde ein fünfzigfacher Bereich vom Geruchssinn beansprucht.

Das bedeutet aber nicht, dass Hunde fünfzigfach besser riechen können als Menschen. Das Riechvermögen der Hunde übersteigt unseres millionenfach. Jede Sinneszelle besitzt bis zu 20 mal mehr Sinneshärchen. Außerdem besitzt ein Hund wohl mehrere hundert verschiedene Rezeptortypen mehr als der Mensch. Jeder Stoff bindet unterschiedlich stark an die verschiedenen Rezeptoren und erregt sie unterschiedlich stark. Das Gehirn berechnet aus der unterschiedlichen Erregung eine Geruchswahrnehmung. Der Geruchssinn der Hunde ist nicht nur empfindlicher als unserer. Wegen der vielen verschiedenen Rezeptortypen übertrifft er unseren auch qualitativ.

Beim Schnüffeln erzeugen Muskeln in den Nasenlöchern einen Luftstrom, der Duftmoleküle mit sich bringt. Die Luft tritt dabei entweder tiefer in die Nasenhöhle ein oder wird oder wird durch die seitlichen Schlitze der Nasenlöcher nach außen abgegeben.Dabei wird die eingesogene und ausgestoßenen Luft nicht vermischt. Die ausströmende Luft erzeugt einen Sog und dadurch strömt weitere Luft in die Nasenhöhlen. Das kann man manchmal auch sehen, wenn kleine Staubwölkchen dort aufsteigen wo ein Hund schnüffelt.Beim Schnüffeln wird die Luft über eine Struktur, die subethmoidale Platte (subethmoidal shelf) geleitet. Beim Ausatmen werden die Duftmoleküle nicht mit der Atemluft abgegeben, sondern reichern sich im Nasenschleim an.

Auch die Pigmentierung des Riechepithels scheint mit der Riechleistung zu tun zu haben. Je dunkler das Riechepithel (hellgelb beim Menschen, dunkelgelb bis braun beim Hund), umso besser die Riechleistung

Zusätzlich zur Nase gibt es aber noch ein „Mundriechorgan“, das Vomeronasalorgan. Es schließt sich an die Mundhöhle an und hat keinen Kontakt zum Riechepithel der Nase. Im Gegensatz zum Riechepithel der Nase, das auf flüchtige Verbindungen anspricht, reagiert es auf nicht flüchtige Geruchspartikel. Seine Nervenzellen laufen auch nicht in den Riechkolben, sondern in den Nebenbulbus, der keine Verbindung zur Großhirnrinde hat. Die Signale aus dem Vomeronasalorgan können deshalb nicht in das Bewusstsein dringen. Vielmehr steuern die dort einlaufenden Signale vegetative Körperfunktionen wie zB Emotionen.

Auch wir haben ein Vomeronasalorgan, das wohl darüber entscheidet, ob wir „jemanden riechen können“ oder nicht.

Hunde produzieren verschiedene Pheromone, die zur chemischen Kommunikation dienen. Pheromone sind Lockstoffe, die durch die Luft übertragen und unbewußt wahrgenommen werden. Sie beeinflußen das Verhalten bzw die Stimmung.

Hunde besitzen verschiedene Drüsen, die Pheromone abgeben. Zum einen sitzen sie im Enddarm und bekleiden den Kot mit einer dünnen, schleimigen Schicht. Außerdem gibt es die Analdrüsen, die rechts und links vom Anus sitzen. Sie sind erbsenförmig ertastbar und ihr Sekret wird ebenfalls mit dem Kot abgegeben. Wenn diese Drüsen verstopft sind, schrubbern übrigens kleinere Hunde ständig über den Boden und größere könnten sich in den Hintern beißen. Dann gibt es noch die Perianaldrüsen, die kreisförmig um den Anus angeordnet sind und die Violsche Drüse auf der Schwanzoberseite am Schwanzansatz. Diese Drüsen liefern Pheromone, die Informationen über z.B. das Geschlecht und den sozialen Status des Spenders bereitstellen.

Auch mit dem Urin werden Pheromone abgegeben. Er enthält Geschlechtshormone und liefert Informationen über den Fortpflanzungsbereitschaft der Hündinnen sowie den sozialen Rang der Rüden. Urinmarkieren wird durch Urinmarkierungen gefördert. Hunde, die nie mit Urinmarkierungen in Kontakt kommen, markieren auch selbst nicht. Wenn man nicht weiß, dass es eine Zeitung gibt, kommt man halt auch nicht auf die Idee, einen Leserbrief zu schreiben.

Der Sehvorgang findet in der Netzhaut oder Retina des Auges statt. Die Retina befindet sich im Augenhintergrund und enthält die Sinneszellen, in denen sich die Sehpigmente befinden. Im Wirbeltierauge gibt es zwei Typen von Sinneszellen: Stäbchen und Zapfen.Stäbchen sind an das Dämmerungssehen angepaßt. Sie enthalten sehr viel mehr Sehpigmente als Zapfen. Weil sie aber nur einen Typ von Sehpigment enthalten, sind sie „farbenblind“. Mit ihnen sieht der Hund nur schwarzweiß.

Die Lichtempfindlichkeit der Stäbchen wird dadurch gesteigert, dass die Signale vieler Zellen gebündelt in einem gemeinsamen Zentrum im visuellen Cortex (Sehrinde) des Gehirns zusammenlaufen. Das wirkt wie ein Verstärker. Weil Hunde viel mehr Stäbchen als Zapfen besitzen, sind ihre Augen hervorragend an das Sehen in der Dämmerung angepasst.

Die Zapfen enthalten verschiedene Sehpigmente und sind für das Farbensehen bestimmt. Licht von einer bestimmten Wellenlänge erregt die Zapfen unterschiedlich stark. Das Gehirn berechnet aus den unterschiedlichen Informationen die von den verschiedenen Zapfen ankommen eine Farbe.

Hunde haben, wie die meisten Säugetiere, zwei Farbrezeptoren. Nur Primaten (Menschenaffen, also wir) haben einen dritten Farbrezeptor. Auf der Basis von zwei Rezeptoren errechnet das Gehirn eine andere Farbe, als mit der Information von drei Rezeptoren. Deshalb sehen Hunde Farben anders als Menschen. Ihre Sehpigmente absorbieren vor allem Licht im Blaubereich und Rotbereich. Von blaugrünem Licht werden ihre Rezeptoren kaum erregt. Diese Farbe können Hunde nicht sehen und nehmen sie als Grauton war. Hunde haben außerdem wenige Zapfen und viele Stäbchen. Deshalb sieht ihre Welt auch ein bisschen blasser aus.

Eine weitere Anpassung an das Dämmerungs- und Nachtsehen ist das Tapetum lucidum, eine reflektierende Zellschicht auf der Rückseite der Netzhaut. Sie leitet das Licht ein zweites Mal zur Netzhaut und erhöht dadurch die Lichtausbeute. Das Tapetum lucidum läßt Hundeaugen bei Blitzlicht wie Taschenlampen strahlen oder in den verschiedensten Farben leuchten.

Im Hundeauge fehlt die Fovea centralis. Das ist der Ort der größten Sehschärfe im Auge von Menschenaffen. Hier ist die Dichte der Sinneszelen am höchsten. Im Hundeauge gibt es stattdessen eine Area centralis, die räumlich weniger begrenzt ist und eine geringere Rezeptordichte aufweist. Damit kann hund nicht so scharf sehen wie wir.

Das Vorhandensein einer Area centralis ist von der Rasse abhängig. Kurzschnäuzige Rassen besitzen eine ausgeprägte Area centralis. Solche Hunde können in der Nähe befindliche Gegenstände gut fokussieren. Bei lngscgnäuzigen Rassen gibt es statt der Area centarlis ein visuelles Band, bei dem die Rezeptordichte bandförmig über die Retina verteilt ist. Solche Hunde sind stark im Bewegungssehen denn sie besitzen einen Panoramablick.

Hundeaugen können rasche Bildfolgen von bis zu 80 Bilder pro Sekunde als Einzelbilder wahrnehmen. Bei uns liegt die Grenze bei etwa 60 Bildern pro Sekunde. Deswegen ist ein Fernsehabend für den Hund meist auch „für die Katz'“ – eine langweilige Diashow.

Das Schallspektrum, das Hunde wahrnehmen, reicht weit in den Ultraschallbereich. Es liegt zwischen 30Hz und 64kHz. Die höchste Empfindlichkeit und damit das beste Auflösungsvermögen liegt zwischen 1kHz und 16 kHz. Hier können Hunde auch sehr leise Töne sowie minimale Lautstärke- und Frequenzunterschiede wahrnehmen. Im allgemeinen geht man davon aus, dass Hunde Töne aus einer vierfach größeren Entfernung hören können als der Mensch. Und auch das Richtungshören funktioniert wesentlich besser: Aus einem Kreis von 64 Schallquellen kann ein Hund noch die einzig aktive herausfinden. Unsere Ohren machen dagegen schon bei 16 schlapp. A propos schlapp: Auch mit Schlappohren ist die Hörleistung des Hundes kaum beeinträchtigt.Die Hörsinneszellen sind übrigens nicht direkt mit dem Hörnerv verbunden, sondern über so genannte afferente (ins Gehirn führende) Bahnen mit dem Gehirn. Daneben gibt es noch efferente Bahnen, die vom Gehirn kommen und die Reizleitung der Sinneszellen hemmen können, so dass Fido bequem auf Durchzug schalten kann.

Der Schall wird durch die Ohrmuschel in den Gehörgang und auf das Trommelfell übertragen. Im Mittelohr wird der Schall über die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel) auf eine Membran, das ovale Fenster, übertragen. Hier tritt der Schall von der Luft in Flüssigkeit über.

Im Ohr befinden sich feine Haarsinneszellen, deren Spitzen in eine Flüssigkeit ragen. Wird diese Flüssigkeit durch Schallwellen in Bewegung gesetzt, wird dieses Signal in die Wahrnehmung eines Tones umgesetzt.

In der Schnecke des Innenohrs befinden sich zwei Kanäle, die mit Flüssigkeit gefüllt sind und durch das Corti-Organ voneinander getrennt werden. Das Corti-Organ ist das eigentliche Gehörorgan und besteht aus zwei Membranen, die gegeneinander verschoben werden können. Die eine trägt feine Haarsinneszellen, die andere liegt wie ein Dach darüber. Der Schall erzeugt eine Wellenbewegung in der Flüssigkeit des Kanals. Es kommt zu einer horizontalen Verschiebung der beiden Membranen. An den feinen Härchen der Sinneszellen entstehen Scherkräfte. Das mechanische Signal wird jetzt in ein elektrisches umgewandelt, das vom Gehirn als Ton interpretiert wird.

Ob ein Ton als hoch oder tief wahrgenommen wird, hängt davon ab, an welcher Stelle des Corti-Organs er Signale erzeugt. Das wiederum hängt von seiner Frequenz ab. Höhere Frequenzen erzeugen Signale näher am Startpunkt der Wellenbewegung, dem ovalen Fenster, und werden als höherer Ton wahrgenommen.

Lesetipp: Die Sinne des Hundes: Wie die Hunde ihre Umwelt wahrnehmen von Brigitte Rauth-Widmann

 

 

Der dritte Hund von Katharina und Michael Rutschky. Foto: Michael Rutschky

 

 

Auf dem Forum „recht.de“ fragt eine Merula:

„Hallo,
wie ist das rechtlich? Dürfen Hunde auf befahrene Straßen pinkeln? z.B. eine automäßig hoch frequentierte Spielstraße (trotz Spielstraße viele! Autos) Das nächste Grün ist 15 min Fussweg entfernt, da es sich um die Altstadt einer Fachwerkstadt handelt. Das Häufchen weggeräumt werden ist schon klar, aber wohin darf Hund pinkeln?“

 

Die vielen Antworten darauf sind alle ein wenig unbefriedigend – so wie diese:

„Ich denke mal mit dem Rinnstein liegt man nicht schlecht bezüglich des kleinen Geschäftes der Vierbeiner. Wobei die aber leider immer mehr aus der Mode kommen.

Generell wird es keine Paragraphen geben gegen eine einzelne Pippilache auf dem Asphalt oder Strassenpflaster. Man sollte nur bedenken, daß es vor allem bei warmer und trockener Witterung durchaus zu Geruchsbelästigungen kommt, wenn ein Hund permanent an die gleichen Stellen pieselt. Zudem sollten Hausecken, Gartenzäune, Heckenpflanzen und Alufelgen etc. (sprich: fremdes Eigentum!) tabu sein in Bezug auf das Beinchenheben der Rüden.

Womit wir dann zur geeigneten Wohnumgebung für Hundehalter kommen: Wenn ich einen Hund halte, dann sollte ich über eine entsprechende Infrastruktur verfügen. D.h. ist in meinem näheren Wohnumfeld alles zubetoniert und zugepflastert, dann sollte ich zumindest über ein Streifchen eigenen Garten verfügen, auf dem mein Hund „darf“. Der Gute kann ja auch mal Durchfall haben, oder mir als Hundehalter geht es gesundheitlich mal nicht so gut daß ich bei Wind und Wetter die 15 Minuten bis zum nächsten Löseplatz schaffe…“

 

 

Am Caipirinha-Stand hat jemand Susi auf die Füße getreten, jetzt muß sie angeblich getragen werden. Foto: Katrin Eissing

 

 

„Pelle, Beiß ihm den Oberkörper ab!“ pflegte mein Vater zu sagen, aber Pelle verstand immer nur: „Sei bloß lieb zu ihm!“ Und so war es auch gemeint. Foto: Katrin Eissing 

 

 

Auf wieder einem anderen Internet-Forum heißt es:

„Es wird angenommen dass der Hund eine Art Duft-Datenbank besitzt, die in hohem Faktor unserem visuellen Gedächtnis gleicht.Diese Fähigkeit, sich an bestimmte Duftstoffe zu erinnern, trägt wahrscheinlich zum sagenhaften Orientierungsvermögen von Hunden bei und bewirkt, dass sie auch über Riesenentfernungen zurück nach Hause finden.“

 

 

An anderer Stelle findet man den albernen Technoscience-Satz:

„Der Geruchssinn gibt dem Hund jede gewünschte Information und ist vierzig bis hundertmal stärker als der des Menschen.“

 

 

 

Die Tierfreunde machten damals in ihrem Zentralorgan Werbung für den Führer. Foto: Tierfreunde

 

 

Heute macht ein Führhund Werbung für den Verein der Tierfreunde. Foto: Tierfreunde.

 

 

Unter dem Stichwort „Olfaktorische Wahrnehmung“ heißt es auf Wikipedia:

Die olfaktorische Wahrnehmung (lateinisch olfacere ‚riechen‘), auch Geruchssinn, olfaktorischer Sinn oder Riechwahrnehmung, bezeichnet die Wahrnehmung von Gerüchen. Der komplexe Geruchssinn wird erforscht von der Osmologie oder auch Osphresiologie.

Daran sind zwei sensorische Systeme beteiligt: das olfaktorische und das nasal-trigeminale System. Geruch und Geschmack interagieren und beeinflussen sich gegenseitig. Der Geruchssinn ist der komplexeste chemische Sinn. Die Geruchsrezeptoren der Wirbeltiere sind in der Regel in der Nase lokalisiert.

Der Geruchssinn ist bei der Geburt vollständig ausgereift. Eine weitere Eigenschaft des olfaktorischen Systems beim Menschen ist, dass es alle 60 Tage durch Apoptose erneuert wird. Dabei sterben die Riechzellen ab und werden durch Basalzellen erneuert. Die Axone wachsen dabei ortsspezifisch, das heißt die neuen Axone wachsen an die Stellen, die durch die alten frei werden.

In der Riechschleimhaut kommt es zur Anlagerung der Geruchsmoleküle an Rezeptormoleküle. Diese bilden eine spezifische Matrix auf der Oberfläche des Riechepithels. Die Riechköpfchen eines Geruchsrezeptors ragen in die äußere Riechschleimhaut hinein. Durch die Bindung des Liganden (hier des Duftmoleküls) an den Rezeptor wird ein G-Protein aktiviert. Dies leitet eine Kaskade ein, bei der cAMP dafür sorgt, dass die Zelle depolarisiert. Die Axone der Rezeptorzellen (Fila olfactoria), die durch die Löcher des Siebbeins ins Schädelinnere gelangen, leiten die Aktionspotentiale weiter an den Bulbus olfactorius (Riechkolben), eine Ausstülpung des Gehirns. Hier konvergieren mehr als 1.000 Axone auf ein einziges nachfolgendes Neuron, was für eine enorme Datenreduktion sorgt. Das Aktionspotential wird über den Bulbus olfactorius direkt ins Telencephalon geleitet.

Gedächtniseinspeicherung (Ort, Situation)
Von der Riechschleimhaut zum Bulbus olfactorius über die Stria lateralis zur Area praepiriformis (primäre Riechrinde) zum Hippocampus (dort Einspeicherung von Gedächtnisinhalten).
Emotion/Motivation
Von der Riechschleimhaut zum Bulbus olfactorius einerseits über die Stria lateralis zur Amygdala (Limbisches System) zum Hypothalamus, dort weiter zum basalen Vorderhirn und zum orbitofrontalen Cortex. Außerdem existieren Verbindungen über den Tractus olfactorius und die Stria medialis zum Tuberculum olfactorium und weiter zum Septum.
Geruchsidentifikation (indirekter Weg)
Von der Riechschleimhaut zum Bulbus olfactorius über die Stria lateralis zur Area praepiriformis (primäre Riechrinde) und Weiterverschaltung zum Thalamus und orbitofrontalen Cortex.
Die Rezeptionszone des olfaktorischen Systems befindet sich in der inneren Nase. In jeder Nasenhöhle befinden sich drei von den Nasenaußenwänden nach innen ragende, wulstartige Gebilde, die Nasenmuscheln (Conchae nasales), die den Luftstrom lenken. Das olfaktorische Gebiet ist auf die Riechschleimhaut (Regio olfactoria) oberhalb der oberen Nasenmuschel beschränkt. Dieses Gebiet wird auch als Geruchsorgan (Organum olfactus) bezeichnet. Dieser Bereich, der sich durch eine gelbe bis braune Farbe auszeichnet und beim Menschen nur etwa 2 x 5 cm² groß ist (beim Hund 2 x 25 cm²), enthält die auf die Wahrnehmung von Duftmolekülen spezialisierten Sinneszellen. Die Rezeptoren der einzelnen Sinneszellen sprechen jeweils auf einen Duftstoff an, es gibt gut 400 unterschiedliche Rezeptoren beim Menschen[1] (bei Hunden oder Ratten sind es über 1000 verschiedene).
Von Hunden und ihren Riechproblemen bzw. -abenteuern ist hier nur ganz kurz die Rede. Lassen wir es deswegen hier genug sein.
Auf einer Hundenahrungs-Seite ist alles obige kurz und bündig ausgeführt:
„Die Sprache der Gerüche ist für den Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Die Duftmarken, die der Hund mit Kot oder Urin setzt, sind für seine Artgenossen deutliche Signale. Dass Hunde und Wölfe auf diese Weise ihr Revier markieren, ist bekannt, und ebenso, dass Rüden daran erkennen können, welche Hündin demnächst läufig wird. Wahrscheinlich werden damit aber noch weit differenziertere Informationen ausgetauscht. Das lässt sich schon daraus schließen, wie eingehend fast jeder Vierbeiner täglich die Botschaften der „Hundezeitung“ an Hausecken und Bäumen studiert. Und es sind längst nicht nur Signale von Artgenossen, die mit der Nase entschlüsselt werden, sondern ebenso Spuren möglicher Beutetiere und menschlicher Fährten. Was die Vierbeiner diesbezüglich leisten können, zeigen sie als Jagd-, Fährten- oder Suchhunde. Man kann sie auf den Geruch von Drogen, Waffen, Sprengstoff, Tabak usw. spezialisieren.
Herrenloser Hund versus Kettenhunde:  Der Straßenhund  Louk   stellt sich in Athen den Demonstranten zur Verfügung. rp-online: berichtete: „Dieser Hund lebt gefährlich: Wo immer Gesetzeshüter und Demonstranten in Griechenland aufeinander prallen, ist Louk mittendrin. Furchtlos bellt er seit Jahren auf jeder Demo gegen die Sicherheitskräfte an – und ist damit im Internet zum Star geworden.“ Foto: rp-online
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Ein Hund und sein Trainer mit Zeigzeug. Photo: Halterner Zeitung
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https://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2013/04/03/zeigzeug/

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