19.03.2026
Schön wäre es doch, die Sachwalter des freien Marktes organisierten sich in Jagdgesellschaften, um mit fröhlichen Hornsignalen ihre Erfolge zu feiern, nämlich jedesmal, wenn sie ihr Wild erlegt haben. Bisher geht es viel zu oft unter, wenn das bewundernswert rationale Geschehen des Marktes einen Menschen ohne Angebot für etwas lässt, das er zum Überleben dringend braucht – etwa weil der arme Schlucker die Angebote, die es für ihn gäbe, sich nicht leisten kann. Das muss nicht immer die Wohnung betreffen, die, weil es der freie Markt hergibt, ihn mehr als seinen gesamten Monatslohn kostet. Es kann auch ein Pflegedienst sein. Den es für ihn eben nicht gibt. Oder sonst etwas. Wasser. Elektrizität. An solchen Vorkommnissen kann ein Mensch durchaus zugrunde gehen und zwar nicht immer auf angenehme Weise. Passiert es, bläst ihm jedoch kein anderer wenigstens ein Die Sau ist tot! hinterher. So werden nicht nur die Marktwirtschaft und ihre segensreichen Effekte entschieden zu wenig gewürdigt, auch der zur Strecke gebrachte, unzureichend zahlungskräftige Kunde verdiente mehr Respekt. Ehrt das Hornsignal des Jägers nicht die seinen Tücken, Listen, Findig- und Fertigkeiten zum Opfer gefallenen Tiere? Sie liegen, die letzte Hitze ihrer wilden Flucht verdampfend, in ihrem Blut, denn der Herr hats gegeben und der Herr hats genommen und es war eine Hetz, doch auch ein ungleicher Zweikampf ist einer auf Du und Du, also bitte Hörnerklang: Verbeugung, gefälligst! Das wäre mal eine Aufgabe für wirtschaftsfreundliche Pustebacken, sie würden das wundersame Wirken der unsichtbaren Hand des Marktes bei jedem von ihr erwirkten Todesfall weithin schmetternd hörbar machen und so alle Beteiligten gebührend abfeiern – beim Totverblasen werden Fürst-Pless-Hörner auch mit in B gestimmten Parforcehörnern geblasen, lässt Wikipedia dazu wissen. Darauf, mindestens darauf, sollte jeder, der im Wettbewerb nicht mithalten kann und darüber umkommt, sich verlassen können. Halali! Und Weidmannsdank.
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