vonPeter Strack 22.05.2021

Latin@rama

Politik & Kultur, Cumbia & Macumba, Evo & Evita: Das Latin@rama-Kollektiv bringt Aktuelles, Abseitiges, Amüsantes und Alarmierendes aus Amerika.

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Seit einigen Wochen erregt Alexis Dessard Aufsehen in Bolivien. Kaum ein Massenmedium, was nicht über den französischen Touristen berichtet hat. Er hat von Uyuni über Cochabamba, Tarija, Santa Cruz bis nach La Paz und am Titikakasee Müllsammelaktionen organisiert. Über Internet schafft es der Influencer, staatliche wie private Institutionen und zig Freiwillige zur Mitarbeit zu begeistern.

Das Medieninteresse nutzen. Planungstreffen zwischen Alexis Dessard und der Casa de la Solidaridad, links Federico Chipana, Foto: Casa de la Solidaridad

Auch wenn latinorama kein Massenpublikum hat, machen wir es jetzt einfach umgekehrt und berichten über Federico Chipana. Der engagiert sich seit Jahrzehnten gegen den allgegenwärtigen Müll an den Straßen, in den Flüssen und auf den Plätzen von El Alto oder am Strand des Titikaka-Sees. Vermittelt von der französischen Botschaft und dem französischen Institut für Entwicklungsforschung IRD haben die beiden sich jüngst auch persönlich kennengelernt und gemeinsame Aktionen geplant.

Chipana leitet das „Haus der Solidarität – Projekt für das Leben“ in einem bis vor kurzem tristen Viertel am Rande von El Alto. Als das ehemalige Straßen- und spätere Heimkind Chipana 1997 mit seinem Umweltengagement begann, war er fast so alt wie der französische Informatiker heute.

Chipana: Wir pflanzten damals zum Beispiel Bäume in El Alto. Damals begann man hier gerade erst über Mülltrennung und Recycling zu reden. Wir schufen didaktische Spiele für öffentliche Plätze mit Recyclingmaterial. Und irgendwann haben wir die Jugendgruppe MUVESA gegründet („Grüne und gesunde Welt“). Seit sechs Jahren bearbeiten wir auch in dem „Haus der Solidarität“ das Umweltthema. Mit Recyclingmaterial schaffen wir Spielplätze, legen Grünflächen an, wo Kinder sich wohlfühlen können. In Schulen und Gemeindezentren bieten wir Umwelterziehung an. Wir warten nicht auf den Staat. Wir versuchen aus dem Müllproblem etwas Positives zu machen. Aus Plastikabfällen wird Baumaterial für Gewächshäuser, in denen Schülerinnen und Schüler ökologisches Gemüse produzieren. Wir haben Theateraufführungen gemacht, um die Menschen für die Umweltproblematik zu sensibilisieren und auch einen Spielfilm (hier auf Youtube, allerdings leider ohne den Schlussteil ) produziert über die Verschmutzung des Titikakasees. Und immer wieder rufen wir zu Müllsammelaktionen auf. In El Alto, in Viacha, in Copacabana, in der Bucht von Cohana, wo die Abfälle von El Alto in den Titikasee fließen. Wenn wir den Müll einsammeln sensibilisieren wir auch die ansässige Bevölkerung. Dies meist auf Einladung und in Zusammenarbeit mit Gruppen, die dort jeweils aktiv sind.

Wie empfindet ihr nun das große Echo auf die Aktivitäten von Alexis?

Chipana: Wenn wir im Team darüber reden, dann fühlen wir uns manchmal etwas unsichtbar. Alexis bekommt vom bolivianischen Senat oder dem Unternehmerverband Auszeichnungen. Es stört uns ein wenig, wenn die Medien so tun, als hätte erst ein Ausländer dafür kommen müssen. Es ist nicht so einfach, koloniale Denkmuster abzulegen.
An vielen Orten von Bolivien engagieren sich Aktionsgruppen für die Mutter Erde. In La Paz zum Beispiel gibt es die Gruppe „Pro Pacha“. Diese Jugendlichen gehen schon seit langem in das Tal der Seelen, um dort Müll einzusammeln. In Copacabana am Titikakasee gibt es ein kleines Alternativhotel „Sol y Luna“.

Pachamama… vergib ihnen nicht, denn sie wissen, was sie tun. Mit Tafeln versucht das Hotel Sol y Luna Touristen für den Wasserschutz zu interessieren, Foto: Peter Strack

Neben der Unterbringung bauen sie ökologisches Gemüse an und arbeiten mit den Gemeinden am Seeufer. Am nächsten Montag haben wir eine Müllsammelaktion in Chojasivi. Da wird Alexis auch dabei sein. Er erlebt gerade seine große Stunde und es ist gut, dass er das für etwas Sinnvolles nutzt. Aber am selben Tag gibt es eine ähnliche Aktion von Jugendgruppen in Sorata. Und von denen redet niemand.

 

Beim Staat gibt es guten Willen, aber es fehlt an Taten

Ist es nicht ernüchternd und ermüdend immer wieder an den gleichen Stellen den Müll anderer wegzuräumen?

Chipana: In Copacabana haben wir bislang acht Müllsammelaktionen durchgeführt. Ich habe mit Alexis darüber geredet, wie wichtig nachhaltige Aktionen sind. Und dass es nötig ist, sich mit den Gruppen, die aktiv sind, zu koordinieren und diese dadurch sichtbarer zu machen. Im Juni werden wir jetzt zusammen mit Alexis noch einmal nach Copacabana gehen. Wir koordinieren das mit der dortigen Stadtverwaltung.

Freiwillige beim Müllsammeln, Foto: Casa de la Solidaridad

Das Problem ist, dass es am Strand überhaupt keine Mülleimer gibt. Wir haben mal drei Mülltonnen aufgestellt, die dann gestohlen wurden. Was sollen die Touristen dann auch machen? Obwohl manche auch einfach aus Bequemlichkeit ihren Müll fallen lassen. Bei unserem nächsten Besuch werden wir wieder Müllboxen mitbringen. Die Kunstfakultät der Universität von El Alto wird sie mit Umweltbotschaften bemalen. Aber diesmal haben wir die Zusage der Stadtverwaltung, sich später darum zu kümmern.

Der Müll der Tourist*innen ist eine Sache, eine andere die ganzen Abwässer von El Alto, die im Titikasee landen

Chipana: Die Probleme im Delta des Katari-Flusses haben auch mit Planungsmängeln zu tun. Alle Abwässer aus unseren Häusern landen in den Flüssen. Die Kläranlage von Puchicollo war nur für 5000 Personen ausgelegt. Wenn ich mich mit Personal der Stadtverwaltung treffe frage ich immer, wo das Geld der Französischen Entwicklungsagentur AFD geblieben ist, das für den Ausbau vorgesehen war. In den staatlichen Stellen gibt es guten Willen, aber es mangelt an Taten. Es wird geforscht und es werden technische Studien gemacht, aber am Ende fehlt immer das Geld für konkrete Aktionen.

Und das Wasser- und Umweltministerium?

Chipana: Wir haben immer wieder Anläufe unternommen. Das Ministerium ist aber sehr bürokratisch und steht gerne selbst im Mittelpunkt. Wir scheinen ihnen auch nicht wichtig genug. Dabei müssten Staat, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sich zusammentun. Natürlich sind die Menschen verantwortlich für den Müll, den sie hinterlassen. Aber die staatlichen Stellen haben auch Verantwortung. Und die Forschungsergebnisse über die Wasserverschmutzung durch die Bergwerkswirtschaft sollten so verständlich gemacht werden, dass sie zur Kenntnis genommen werden.

 

Gemüse und Heilkräuter für ein gesünderes Leben

Eine andere Person, die zuletzt in den Medien war, ist die aktuelle bolivianische Schönheitskönigin Lenka Nemer. Für ihr Engagement mit urbanen Ökogärten hat sie in der Presse viel Anerkennung und von den Veranstaltern von Miss Universum 10.000 USD an Preisgeld für das überzeugendste Sozialprojekt bekommen.

Chipana: Ich finde das gut. Es ist das erste Mal, dass eine Schönheitskönigin so etwas Nützliches in den Vordergrund stellt. Das motiviert auch die Jugendlichen in Ventilla. Als wir mit den Gewächshäusern angefangen haben, hat eine Mutter gesagt: Ich habe meine Kinder nicht vom Land in die Stadt geholt, damit sie hier wieder den Acker bestellen. Und diese Schönheitskönigin bestätigt, dass wir nicht verrückt sind, so etwas in der Stadt zu machen.

In der Schule Los Angeles werden die Gewächshäuser wieder instand gesetzt, Foto: Casa de la Solidaridad

In den Gewächshäusern können die Jugendlichen erfahren, wie man auch im Altiplano Gemüse anbauen kann. Es gibt Familien, die zu Hause jetzt ihre eigenen Gewächshäuser haben. In einer Schule werden die Produkte aus den Gärten im Rahmen des Humanistisch-technischen Abiturs auch weiter verarbeitet. Manche Jugendliche wurden motiviert, Landwirtschaft zu studieren. Eine von ihnen hilft jetzt als Freiwillige im Projekt mit. Und für die Lehrpersonen ist es keine lästige Pflicht mehr. Am Anfang mussten sie noch von der Schulleitung für die Arbeit in den Gewächshäusern verpflichtet werden. In der Zeit der Pandemie waren allerdings die Schulen geschlossen. Nun beginnen wir neu. Und die Lehrpersonen haben uns vorgeschlagen, nicht mehr nur Gemüse, sondern auch Heilkräuter anzubauen, die während der Pandemie so hilfreich sind.

Wir arbeiten auch im Komitee zur Erarbeitung eines Gesetzes für Ernährungssicherheit der Stadt El Alto mit. Und dort erkennt man die Bedeutung der Arbeit in unseren sieben Schulen an. Es ist eine Alternative zum reinen Verteilen von Lebensmittelpaketen. Wenn dies Gesetz verabschiedet werden sollte, dann würden auch Mittel zur Verfügung stehen, um die Erfahrung auf andere Schulen und Distrikte zu übertragen.

 

Ehrenamtliches Engegement: „Wir geben dem Leben zurück, was es uns gegeben hat“

Vor der Casa de la Solidaridad, Foto: Peter Strack

Wie viele Personen sind aktiv in dem „Haus der Solidarität“?

Chipana: Bei der letzten Aktion in Copacabana waren wir 100. So übers Jahr machen sicher mehr als 1000 Kinder und Jugendliche bei unseren Aktionen mit. Das hängt auch von der Zahl der freiwilligen Helfer*innen ab. Derzeit sind es drei im Gastronomie-Projekt, zwei Freiwillige in der Textilkooperative, drei Studentinnen kümmern sich um die Medienarbeit, im Bereich Sozialarbeit sind es zwei und eine Freiwillige kümmert sich um die Kinder, die ins Zentrum kommen. Jeder und jede Freiwillige kommt durchschnittlich dreimal pro Woche in das Zentrum. (Zu einer Mädchen-Rap-Gruppe des Zentrums siehe den früheren Bericht von Simona Böckler auf latinorama, zur Theatergruppe mit ihrem Stück gegen häusliche Gewalt siehe die Reportage von Knut Henkel in der taz.)

Und wovon leben die freiwilligen Helfer*innen selbst?

Manche machen bei uns ihre Abschlussarbeit oder ein Praktikum, das sie für das Studium benötigen. Der eine oder die andere ist auch arbeitslos und will die Zeit trotzdem sinnvoll einsetzen. Hernán wiederum ist in Rente und ist immer bereit zu helfen, wenn ein Workshop durchgeführt werden soll. Alle haben unabhängig ihr eigenes Einkommen. Ich zum Beispiel produziere Kunsthandwerk: kleine Schatztruhen, die beim Alasitas-Fest verkauft werden. Oder ich übernehme Beratungsaufträge. Bisweilen haben wir auch als „Haus der Solidarität“ Dienstleistungen verkauft. Die „Alianza Noruega“ wollte zum Beispiel Gewächshäuser in Schulen aufbauen und hat uns für diese Arbeit angestellt. Da haben dann auch unsere Freiwilligen Agronom*innen etwas verdienen können.
Und manchmal wird uns ein Projektantrag bewilligt. Da gibt es dann auch meist einen Anteil für die Bezahlung der Projektkoordination. Und wenn es viele Aufträge gibt, packe ich auch bei den Jugendlichen und Frauen in unserer Textilkooperative mit an (siehe das Interview von Federico Chipana in ila438 S30-33). Ich kann zwar nicht nähen. Aber das Zuschneiden von Stoff ist auch Arbeit.

Die Textilkooperative ist eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, Foto: Casa de la Solidaridad

 

 

 

 

 

 

Früher hatte ich eine feste halbe Stelle in einer anderen Institution. Da habe ich viel verdient. Aber mit der COVID-Pandemie ist es sehr schwierig, eine Anstellung zu finden.
Ein Vorteil ist, dass wir im „Haus der Solidarität“ alles untereinander teilen. Und für den Transport der Freiwilligen und das Arbeitsmaterial haben wir die Unterstützung der „Aktion 5%“, einer Selbstbesteuerungsgruppe aus Deutschland. Das brauchen wir dann nicht aus eigener Tasche zu zahlen. Eigentlich sind alle ziemlich zufrieden. Wir geben dem Leben zurück, was uns das Leben gegeben hat. Wenn wir für diese Arbeit bezahlt würden, würde sich vielleicht der Charakter des Projektes verändern. Und unsere Freiwilligen machen die Arbeit genauso gut wie andere, die dafür bezahlt werden.

Ein Gehalt könnte aber auch eine Form der Anerkennung sein, zumal viele privat wirtschaftlich selbst kaum über die Runden kommen.

Manchmal wünschen wir uns schon ein kleines Salär, um unsere Ideen am Leben zu erhalten. Aber so viele Möglichkeiten gibt es auch nicht. Und das Wenige, was wir haben, reicht aus, um diese Arbeit machen zu können.

Wo kommt diese Einstellung her?

Vor allem von meiner Mutter, die aus der Provinz Omasuyos kommt und dort Land hat und dort auch wieder Ackerbau betreibt. Meine jüngeren Geschwister sind fast ständig dort. Vor allem jetzt während der COVID-Pandemie fühlen sie sich dort sicherer. Nur mein Bruder Freddy (ein Schauspieler und Theatermacher) und ich sind meist mit unseren Projekten beschäftigt. Ich selbst bin in El Alto geboren. Es gab Probleme in der Familie. Mit 13 Jahren habe ich meine Familie verlassen und bin auf der Straße gelandet. Dann wurde ich im HAPMA aufgenommen (einem Heim und Theaterprojekt des Schweizer Autors Stefan Gurtner). Dank eines Stipendiums habe ich 1993 einen Abschluss als Klempner in der Berufsschule von SOS Kinderdorf gemacht. Und so ab 1995 wollte ich selbst etwas tun und suchte Gleichgesinnte, mit denen ich meine Ideen umsetzen konnte… immer auf der Suche. Manchmal wollte ich alles hinzuschmeißen, aber heute bin ich zufrieden.

 

„An eine bessere Welt zu denken, scheint manchen pure Träumerei“

2003 warst du sehr aktiv im sogenannten Gaskrieg gegen den Ausverkauf der Bodenschätze unter der Regierung von Sánchez de Lozada. Warum denkst du, dass die Menschen von El Alto immer wieder in Konflikten ihren Rücken hinhalten und die Toten zu beklagen haben, während andere ihre eigenen Schäfchen ins Trockene bringen.

Chipana: Ich denke, dass die Macht die Menschen verwirrt und die Anführerinnen und Anführer korrumpiert. Häufig setzen sich die materiellen Interessen durch. Der Einsatz für das Leben, für gemeinschaftliche Räume scheint da nicht so attraktiv. Die zwischenmenschlichen Beziehungen in El Alto sind sehr stark von den materiellen Interessen geprägt. Das ist eine Zeitbombe.
Meine persönliche Geschichte hat mir geholfen, das Leben höher zu schätzen. Meine Mutter sagte mal zu mir: Lerne doch Schreinerei, da hast du ein Einkommen und kannst dir eine Wohnung leisten. An eine bessere Welt zu denken, scheint manchen pure Träumerei.

Armut bedeutet auch, dass du glaubst, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein und dir selbst nichts mehr zutraust. Ich sage den Jugendlichen immer wieder: Je ärmer und prekärer euer Leben ist, desto aktiver, kreativer und kämpferischer solltet ihr für soziale Ziele sein. Alternativen aufzubauen, statt wie Zombies zu leben. Und wenn du die Chance hast, dann musst du in deinem Umfeld auch für die Gesellschaft einstehen, die du dir wünschst. Geld haben zu wollen ist ja nicht schlecht. Aber man muss schauen, auf welchem Weg man zu diesem Geld kommen will. Und wenn man es hat, wie man damit umgeht, um nicht auf andere herabzuschauben. Manche haben einfach auch nur mehr, weil die Eltern so viel gearbeitet haben. Andere leben von der Hand in den Mund und müssen jeden Tag erneut um ihr Einkommen kämpfen. Und die sollten deshalb wissen, dass das, was sie tun seinen Wert hat. Und dass sie vielleicht auch etwas tun können, um die Situation zu verbessern.

Sauberes Wasser, saubere Luft, gesunde Böden: Gemeinschaftsessen bei einer Aktion am Titikaka-See, Foto: Casa de la Solidaridad

Saubere Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden

Das ist im Grunde das was das „Haus der Solidarität – Projekt des Lebens“ ausmacht. Wir hatten einen ersten Versuch, noch ohne viel Erfahrung. Da ging es drunter und drüber und es hat nicht funktioniert. Ich habe dann eine Anstellung in einer anderen Institution bekommen. Aber nach einigen Jahren wurde mir klar, dass das nicht mein Ding war. Die Zielgruppen zu vermessen und zu zählen, wie das in den Nichtregierungsorganisationen üblich ist. Eine Aktivität, eine Teilnehmerliste, ein Foto und dann einen Bericht schreiben, wo von der Verbesserung der Lebensbedingungen die Rede ist. Obwohl das manchmal einen ganzen Prozess erfordert. In diesen Institutionen hast du auch keinen großen Handlungsspielraum. Auch wenn die Wirklichkeit etwas anderes erfordert, musst du den vorherigen Plan umsetzen und die Indikatoren erfüllen. Mit der Neugründung meines Projektes habe ich dann erreicht, nicht aus der Büroperspektive, sondern aus der Gemeinschaft heraus mit den Leuten zu planen und etwas Neues zu entwickeln. Und das wissen die Leute und sie wissen es zu schätzen.

Koordination einer Umweltaktion mit lokalen Autoritäten, 2. von links Federico Chipana, Foto: Casa de la Solidaridad

Ventilla gilt als unsichere Zone. Aber der Eingang zu unserem Zentrum war lange Zeit nur durch eine Schnur gesichert. Erst seit kurzem wohnt eine Wächterin im Haus. All die Nachbarn passen jedoch auf. Einer der Väter meinte auch, dass sie zu Hause sie immer für uns beten würden. Und dass sie sich in der Nachbarschaft in einer Sitzung organisiert hätten. Sogar Trillerpfeiffen haben sie angeschafft, um Alarm zu schlagen, falls es ein Problem geben sollte. Tatsächlich haben wir bis dato keine Sicherheitsprobleme gehabt. Ich denke, so eine Gemeinschaft gibt einem Viertel auch Leben zurück. Das haben die Leute verstanden.

Wenn wir Wasser, Erde und Luft nicht schützen…, rechts Chipana, Foto: Casa de la Solidaridad

Willst du den Menschen in Europa sonst noch etwas mitteilen?

In Zeiten des COVID müssen wir das Leben neu denken. Was wir bisher hatten, hat uns immer wieder Streit und Konflikte gebracht. Mit oder ohne Geld müssen wir uns fragen, was wir in dieser Welt und den kommenden Generationen hinterlassen wollen. Ich habe so viel bekommen. Was will ich geben? Für einen Bauern auf dem Land ist saubere Luft, Boden und Wasser die Grundlage seines Lebens. Wenn wir diese drei Dinge nicht schützen und bewahren, dann zerstören wir sein Leben und das unsere. wir sein Leben und das unsere.

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