vonericbonse 07.10.2023

Lost in EUrope

Eric Bonse, EU-Korrespondent der taz in Brüssel, schreibt hier all das über Europa und seine Krise(n), was die EU gerne verdrängen würde | Bild: dpa

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Dass es um die ukrainische Gegenoffensive nicht gut bestellt ist und die Alliierten in der Nato mehr denn je gefordert sind, ist bekannt. Weniger bekannt sind diese beiden alarmierenden Meldungen.

Meldung Nummer eins: Dem Westen geht die Munition aus. Trotz aller Anstrengungen der EU, die Produktion hochzufahren, reicht es hinten und vorne nicht, wie BBC meldet.

Die schlechte Nachricht überbrachte wieder einmal ein Nato-Offizieller – die US-geführte Allianz geht mehr und mehr in den Lead:

Adm Rob Bauer, Nato’s most senior military official, told the Warsaw Security Forum that „the bottom of the barrel is now visible“. He said governments and defence manufacturers now had to „ramp up production in a much higher tempo“.

BBC

Die fehlende Munition ist allerdings kein Grund, den Krieg herunterzufahren – im Gegenteil: Die USA und ihre Alliierten dürften noch mehr auf Streumunition und abgereichertes Uran setzen.

Zudem werden jetzt auch Waffenfabriken direkt in der Ukraine gebaut – nach Deutschland (Rheinmetall) hat nun auch Frankreich entsprechende Pläne angekündigt.

Die zweite Meldung kommt aus Landstuhl, wo die USA ein Militärkrankenhaus betreiben. Die US-Armee habe stillschweigend damit begonnen, dort verwundete Amerikaner und andere internationale Ukraine-Kämpfer zu behandeln. Dies berichtet die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf die NYT.

Wenn das stimmt, dann gibt es mehr und mehr US-Amerikaner und andere westliche Soldaten, die in der Ukraine kämpfen. Und es gibt immer mehr Opfer unter den westlichen Kombattanten – jedenfalls so viele, dass sie nun in ein US-Kriegskrankenhaus ausgeflogen werden müssen.

Diese Meldung ist besonders alarmierend. Denn in der Regel ist die Bereitstellung von medizinischer Infrastruktur ein untrügliches Zeichen dafür, dass man sich auf große Kampfhandlungen einstellt. Vor Beginn der russischen Invasion stellte Russland Blutkonserven und Feldhospitäler bereit.

Nun sind die USA an der Reihe – doch für welchen Einsatz?

Siehe auch „Die Gegenoffensive war ein Fehlschlag – muß nun die Nato ran?“

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https://blogs.taz.de/lostineurope/zu-wenig-munition-zu-viele-verletzte/

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