vonChristian Ihle & Horst Motor 10.12.2006

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Die Pressemitteilung zur Horrorfilmparodie liest sich tatsächlich gruselig: es entstehe „Halloween im Horror-Hostel“, ein „Cocktail aus den berühmtesten Momenten“ des Horror-Klassikers „Halloween“, gewürzt mit den schrägsten Dialogen, den gruseligsten Szenen und eingängigsten Zitaten aus „Scream“, „Freitag der 13.“ oder „Blair Witch Project“.

Abgesehen davon, dass es schon beträchtlicher Chuzpe braucht, das nun wirklich totgenudelte Genre der Filmparodie als „komplett neues Format“, als bestes Ding seit blutig geschnittenem Brot zu verkaufen, ist natürlich gerade das Horrorgenre davon noch die am häufigsten massakrierte Sparte. Nicht nur dass „Scream“ selbst vor nunmehr zehn Jahren ja bereits eine Parodie, ein wissendes Spiel mit Horrorversatzstücken war, nein, die bereits in vier Teilen erschienene „Scary Movie“-Reihe war damals explizit als Parodie der Parodie gestartet und verwurstet nun im Zweijahrestakt sämtliche Horrorfilme der jüngeren Vergangenheit. Liebes Pro Sieben, ein komplett neues Format entsteht nicht allein dadurch, dass man sich eine xfach durchexerzierte Idee vornimmt und Maddin Schneider „Aschebescher!“ sagen lässt.

Auch das voraussichtliche Amüsement der anderen geplanten Parodien lässt einen vorsorglich erschaudern: Stirb Langsam im Pro Sieben Format, bedeutet das Mario Barth im Unterhemd? Erwartet uns Atze Schröder als „Baby“ mit Oliver Pochers Patrick Swayze zu „Time Of My Life“ tanzend? Gaby Köster als Blair Witch Hexe?

Christian Ihle

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