vonChristian Ihle 09.04.2008

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

Mehr über diesen Blog

Ja, Österreich!
Klar, wenn man Fan einer österreichischen Nationalmannschaft ist, bei der in Jubel ausgebrochen wird, wenn sie daheim 0:3 gegen den Erzrivalen Deutschland verliert (man war ja eine Halbzeit lang gar nicht mal so schlecht!) oder andererseits eine eigene 3:0-Führung gegen die Niederlande bei einem 3:4 noch vergeigt (man war ja eine Halbzeit lang richtig gut!), dann kann man sich schon einmal sehnlich wünschen, die glorreiche Vergangenheit würde sich groundhog-day-gleich Woche für Woche immer wiederholen.

Die alten Marketingfüchse von McDonalds Österreich wissen natürlich um den Seelenzustand ihrer Landsleute und zögern so nicht, gezielt auf den großen österreichischen Fußballtriumph von 1978 in Cordoba anzuspielen:

Jede Woche!

Wir finden es immer schön, wenn Fußball-Folklore den Alltag durchsetzt, können aber als Leidtragende der Anspielung auch nicht vollends glücklich sein – oder um es mit dem österreichischen Nationalverteidiger Sebastian Prödl zu sagen: „Bei uns dominieren gemischte Gefühle.“

Desweiteren sind wir allerdings auf McDonalds Österreich gespannt, ob zu Ehren des Nationaltrainers doch noch ein Hickersburger ins Programm genommen wird. Allerdings sollte man in Anbetracht der immer noch im kollektiven Unterbewusstsein verankerten Rinderwahnsinn-Hysterie vielleicht doch darauf verzichten, etwaige Werbespots mit Edi Fingers legendärem Cordoba-Originalkommentar („I wer‘ narrisch!“) zu unterlegen.

Christian Ihle

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/popblog/2008/04/09/cordoba-jetzt-jede-woche/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.