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vonChristian Ihle 03.06.2010

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Hey, Musikindustrie! Könnt ihr wirklich so große Schweine sein, die schönste Perle der letzten 12 Monate zu übersehen? Da veröffentlichen vier junge Burschen in der späten Mitte des Jahres 2009 in den USA ein limitiertes Vinyl-Only-Album, das in den derzeitigen Indie-DIY-Zeitgeist passst wie kein anderes UND stopfen es mit mehr Hits voll als all ihre Zeitgenossen auf all ihren Platten zusammen – und wo kann ich es kaufen? Wo werde ich mein Geld los?

Smith Westerns

The Smith Westerns. Es fängt ja schon beim herrlich absurden Plattencover an: Nirvanas „Nevermind“ zerschnippselt und mit einem anderen Bild zu einer Collage verbunden. Als würden die Smith Westerns durchreichen wollen, in ein pre-Nirvana-Amerika, in die 60er, in die 70er. Ohne Zweifel sind – wieder einmal – die Nuggets-Compilations, die Lenny Kaye vor zwei Jahrzehnten zusammenstellte und die die vergessenen Garagenrockdiamanten versammelten, auch die Grundlage für den Smith Westerns – Sound. Aber, und das macht sie zu einer singulären Erscheinung in all dem wunderbarwilden DIY-Lofi-Indierock des letzten Jahres, sie lieben ebenso sehr die Übermelodien von Marc Bolan bis Ziggy Stardust, gar Mott The Hoople. Wo aber Bolans Melodieseligkeit und Glamrockgestampfe uns manchmal zu direkt, zu süßlich ist, um die Faszination, die in den 70ern von ihm ausging, tatsächlich verstehen zu können, legen Smith Westerns über diese Melodien eine Lo-Fi-, nein!, No-Fi-Produktion, die die Süße der Melodien unter einem Überzug von Lärm und Krach kaum noch erschmecken lässt.

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Das macht aber die Reaktion der Industrie noch unverständlicher, denn man kann ja gar nicht überhören, welches Hitpotenzial in dieser Band steckt und dass nur die jugendliche Wildheit und kommerzielle Unbekümmertheit verhindert, die Hits auch tatsächlich herauszustellen. „Be My Girl“, das es bereits in unsere Jahrescharts geschafft hatte! „Tonight“, ein zart 50iesfizierter Tanzflächenfüller! „Girl In Love“, das beste T.Rex Ripoff ever! “The Glam Godess”, anbetungswürdig!
Aber vielleicht sollten wir auch einfach nur froh sein, so ein Album werden die Smith Westerns nicht noch einmal machen können. Nächster Halt: Weltruhm. Catch them while you can. (Christian Ihle)

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Auf Tour!

Wir freuen uns ungemein (und es war ein harter Kampf bis endlich eine Auftrittslocation feststand!), dass wir den ersten und einzigen Deutschlandauftritt der Smith Westerns präsentieren dürfen:

* am Samstag, den 12.6., im Berliner White Trash.

Im Netz:
* Indiepedia
* MySpace

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In eigener Sache:

Am Donnerstag, 3.6., findet das allmonatliche Popblog-Auflegen in der schönen 8mmBar in Berlin statt. Erwartet some decent 70s Punk (The Clash), Garagen Rock (The Sonics), Postpunk (Gang Of Four), 60sGirlGroups (The Shangri-Las), New York (Velvet Underground) und diesmal eine extra Portion New Wave Of Lo Fi (Best Coast, Drums, Smith Westerns)!

8mmBar
Schönhauser Allee 177b, Berlin
ab 22.00 Uhr.

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