vonChristian Ihle 11.05.2013

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Samstag, 11.05.

OSS 117 – Der Spion, der mich liebte, MDR, 0.25




Während die ganze Welt sich über „The Artist“ begeisterte, beömmelten wir Michel Hazanavicius – Aficionados uns schon bei seiner brillanten James-Bond-Parodie „OSS 117“ fünf Jahre zuvor. All die Klischees des 60er Jahre Agentenfilms werden hier wunderbar auf die Schippe genommen und gleichzeitig der diesen Filmen immer inne wohnende Sexismus und Rassismus aus- und bloßgestellt.


Alternative: Donnie Darko, ZDFkultur, 22.10


Wunderbar verwirrender Zeitreisefilm, der auf der Oberfläche Science Fiction zu sein scheint, aber vor allem das Innenleben in der Adoleszenz beleuchtet. Hat sich seinen „Kultfilm“-Stempel redlich verdient.


Sonntag, 12.05.

I Am Legend, Pro7, 22.10


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=R4hltqBWH70[/youtube]


Schicke Dystopie mit Will Smith, die vor allem in ihren ersten zwei Dritteln beeindruckt – dann aber gegen Ende, Richtung Auflösung leider an Subtilität verliert.



Alternative: Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, ARD, 120


Pedro Almodovars Klassiker von 1988.

Montag, 13.05.

Formentera, ZDF, 0.05





Oder: „Alle Anderen“ in nicht so gut. Was dem deutschen Film die Beziehungskomödie in den 90ern war, scheint ihm heute das Orientierungslose-Mittdreißiger-auf-der-Suche-nach-Sinn zu unserer Zeit zu sein. Hat man woanders zwar schon besser gesehen, ist aber dennoch unterhaltsam genug für zwei Fernsehstunden. Sabine Timoteo in der Hauptrolle überzeugt.



Alternative: Two Lovers, Arte, 20.15


Liebesdrama mit Joaquin Phoenix, gedreht von James Gray, der vor gut 20 Jahren mit „Little Odessa“ einen der bestürzend traurigsten Filme der letzten Jahrzehnte gedreht hat.


Dienstag, 14.05.

Mein Sommer mit Sergej, ZDFkultur, 21.50



[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=FkMuaN2yih8[/youtube]


Das russische Zwei-Personen-Drama, das auf einem arktischen Eiland spielt, gewann vor zwei Jahren bei der Berlinale den Silbernen Bären. Geduld sollte man allerdings schon mitbringen, denn zu einem Survival-Thriller entwickelt sich „Mein Sommer…“ nie, sondern verharrt eher in der Analyse des Zwischenmenschlichen, der Frage nach dem Entstehen von Misstrauen.



Alternative: Highlander 2, Tele5, 20.15


Legendäre Sequel-Katastrophe, die zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten gehört. Muss man gesehen haben, um zu glauben, wie man soviel ungereimten, unzusammenhängenden Schrott als Film verkaufen kann.



Mittwoch, 15.05.

Vier Monate, Drei Wochen und Zwei Tage, arte, 23.25


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=qUm-zgBgyRY[/youtube]


Das rumänische Filmwunder begann hier: die Romanian New Wave, die in den letzten fünf, sechs Jahren über die Filmfestivals dieser Welt schwappte, ist vor allem auf diesen Cannes-Gewinner von 2007 zurückzuführen. Cristian Mingus Drama über eine illegale Abtreibung im Rumänien der Ceuasescu-Diktatur ist formal streng, beklemmend, spannend, auf seine Art mitreissend.



Alternative: Das weiße Band, arte, 20.15


Strenge, unerbitterliche Analyse deutschen Lebens um die Jahrhundertwende. Dräuendes Unheil, Vorboten des Bösen, Unerklärliches. Hanekes Meisterwerk.



Donnerstag, 16.05.

Die Fremde, ARD, 22.45





Nachdem Sibel Kekilli damals in Fatih Akins “Gegen die Wand” eine derart wilde, kraftvolle Performance geliefert hatte, haben wir eigentlich erwartet, dass sie der zukünftige Star am deutschen Kinohimmel werden wird. Keine Ahnung, ob die schäbige Bild-Kampagne zu Kikillis Porno-Vergangenheit daran schuld war, aber nach “Gegen die Wand” kamen nur noch wenige interessante Rollen, ihre Geschichte um Integration und Identität einer deutschtürkischen Migrantin gehört aber dazu.


Freitag, 17.05.

The Dark Knight, Pro7, 20.15





Der beste der drei Nolan-Batmans, wenn auch dennoch nicht so gut wie sein Ruf. Aber bis auf die laue letzte halbe Stunde dank eines hervorragenden Heath Ledger als „Joker“ die wohl beste aller Batman-Verfilmungen.



Alterntive: Yorkshire Killer 1974, ARD, 23.30


Erster Teil der Red-Riding-Trilogie, Krimi und Zeitportrait des Englands der Mitt70er. Die beiden anderen Episoden (die sich um den gleichen Kern drehen, aber unterschiedliche Zeitebenen und Figuren-Perspektiven nutzen) werden im Anschluß gesendet.

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