vonChristian Ihle 22.05.2013

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Mittwoch, 22.05.

Alien, Kabel1, 20.15




Vor kurzer Zeit kam Blade Runner im Fernsehen, heute nun also der zweite ewige Eintrag Ridley Scotts in den Science-Fiction-Kanon. „Alien“ ist zwei Jahre älter als „Blade Runner“ und ein ganz anderes Biest: ist „Blade Runner“ ein existentialistischer Film Noir, so ist der Auftakt der Alien-Reihe dagegen ein Horror-Thriller par excellence. Was beide gemein haben: sie haben das Science-Fiction-Kino der nächsten 30 Jahre geprägt wie kaum ein anderer Film sonst.


Alternative: Aus der Tiefe des Raums, ZDFkultur, 1.55


Eine zum Leben erwachte Tipp-Kick-Figur gibt den Günter Netzer.


Donnerstag, 23.05.

13 Semester, ARD, 23.15


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=-GkAahfAcsc[/youtube]


Eine überraschend leichtfüßige und amüsante Studenten-Komödie, die weitgehend alle Zotigkeiten umschifft und ein wenig wehmütig vom endgültigen Erwachsenwerden erzählt.


Alternative: Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft, EinsFestival, 21.15


Sketchparade der berühmten britischen Komikertruppe.

Freitag, 26.04.

Tödliche Affären, ZDFneo, 22.00


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=OVp8-7OTiH8[/youtube]


Der deutsche Titel klingt nach 08/15-Krimi-Ware und tut dem belgischen Thriller damit unrecht, lässt er doch uns Zuschauer schön lange rätseln, wer von den fünf Protagonisten für die tote Frau im gemeinsamen Liebes-Loft verantwortlich ist. Guter Krimi.



Alterntive: Ju-On – The Grudge, RTL2, 3.00


Neben „Ring“ der zweite große japanische Geisterhorrorfilm der Nullerjahre, allerdings meint das Empire Filmmagazin nicht zu unrecht: „Still creepy, ooky, mysterious and spooky, but trying to follow the storylines is like sorting spaghetti.“



Samstag, 25.05.

Rockabilly Ruhrpott, 3sat, 21.15





Doku über die Rockabilly-Subkultur im Ruhrgebiet.


Alternative: Der Fluch der zwei Schwestern (The Uninvited), ARD, 23.55


US-Remake des koreanischen Horrorfilms „A Tale Of Two Sisters“.



Sonntag, 26.05.

Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123, Tele5, 20.15





Die 70er waren ja die Hochzeit des Katastrophenfilms und „The Taking Of Pelham 123“ ist einer seiner besten Beispiele. Weniger ein klassischer Katastrophenfilm als mehr ein Thriller, der zwischen der Situation in der gekidnappten U-Bahn und den Bemühungen in der Kommandozentrale hin- und herschaltet, ist „Pelham“ klassisches 70er Jahre – Spannungskino, mit keinem Gramm Fett zu viel und im Vergleich zu heutigen Exponaten dieser Stilrichtung ohne jeden Quatsch. Dass sich die einzelnen Entführer untereinander nur mit Farben als Codes („Blue“) anreden, hatte sich übrigens auch ein junger Mann namens Quentin Tarantino gemerkt und dann gut zwanzig Jahre später selbst verwendet…



Alternative: Accattone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß, B3, 23.15


Pasolinis Debütfilm ist noch ein klarer Vertreter des italienischen Neorealismus – und natürlich eine Leidensgeschichte, wie man schön am deutschen Untertitel sehen kann.

Montag, 27.05.

Alien 3, Kabel 1, 22.05


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=9vnjQPcrcZI[/youtube]


Als damals „Alien 3“ ins Kino kam, waren die Kritiker recht harsch – David Finchers erster großer Film hatte seine Problemchen mit dem Erbe der beiden ersten Alien-Filme. Was man der Alien-Reihe allerdings wirklich zu Gute halten muss: die ersten drei Teile sind dermaßen unterschiedlich angelegte Filme, dass es faszinierend ist, wie die Variation dieser einen Grundgeschichte durch völlig andere visuelle Ansätze auf die Leinwand gebracht werden kann.

Dienstag, 28.05.

Ey Mann – Wo is‘ mein Auto?, Kabel1, 20.15



[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=d1wuijgeaaY[/youtube]

Glaubt einem natürlich wieder keiner, aber „Dude, Where’s My Car“ ist eine wirklich gelungene Kifferkomödie, die sich eben nicht in einer Reihe mit den Gross-Out-Komödien seiner Zeit (siehe „Road Trip“ und alle Farrelly-Filme etc.) befindet, sondern viel mehr in der Tradition der absurd-skurrilen Komik von „Bill & Ted“ steht. Kein Höhepunkt des Filmschaffens, klar, aber doch unterschätzt.


Alternative: Männer, die auf Ziegen starren, B3, 22.45


George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges und Kevin Spacey als Männer, die auf Ziegen starren.


Mittwoch, 29.05.

Apocalypse Now Redux, 3sat, 22.25



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Eine der großen Wahnsinnstaten der Filmgeschichte, Francis Ford Coppolas Albtraumepos über den Vietnamkrieg nach dem Roman „Heart Of Darkness“ von Joseph Conrad (der damals noch von einer Expedition in die Tiefen Afrikas erzählte). Mindestens ebenso verwunderlich, dass „Apocalype Now“ angesichts seiner desaströsen Drehgeschichte überhaupt existiert, ist wie sehr sich dieser schwierige, introspektive Film über den Wahnsinn im Menschen in die Popkultur eingegraben hat. Neben „Full Metal Jacket“ wohl der Film über Vietnam überhaupt.



Alternative: Das Fremde in dir, Sat1, 22.50


Selbstjustizthriller mit Jodie Foster von Neil Jordan („The Crying Game“)

Donnerstag, 30.05.

Downton Abbey, ZDFneo, 20.15



[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=2M3moEeErr8[/youtube]


Ein auf einem britischen Landsitz spielendes Portrait einer Adelsfamilie mag auf den ersten Blick arg staubig klingen, doch die Kritiken aus dem Vereinigten Königreich sind so überschwänglich, dass sich sogar das Guiness Buch der Rekorde verleitet sah, der Serie einen Orden für “Highest critical review ratings for a TV show” zu verleihen.

Geschrieben ist Downton Abbey übrigens von Julian Fellows, der auch schon das Drehbuch zum besten aller späten Robert-Altman-Filme, “Gosford Park”, verfasste und für dieses meisterhafte, spritzige Kostümdrama zurecht 2002 mit dem Script-Oscar ausgezeichnet wurde.


Freitag, 31.05.

Himmlische Kreaturen, ZDFneo, 23.40



[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=_bIUDcnHDlg[/youtube]


„Heavenly Creatures“ ist der Beweis, dass Peter Jackson nicht nur laut und groß kann, sondern auch intim und leise. Die Geschichte um zwei junge, sich ineinander verliebende Mädchen und ihren Pakt miteinander und gegen die Erwachsenenwelt erzählt er erstaunlich behutsam und poetisch. „Heavenly Creatures“ war dann auch der Beginn von Kate Winslets Weltkarriere.


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