vonChristian Ihle 27.11.2013

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„Ein bisschen müssen einem dieser Bushido und seine Crew fast sogar leid tun, zumindest nach den auch hier geltenden Regeln der vor allem Groupie-relevanten ersten Reihe bei Popkonzerten: Wenn betont männlich auftretende Musiker, die in ihren Songs gern darüber rappen, dass sie möglichst junge Frauen möglichst anal penetrieren, eine erste Reihe vor sich haben, die überwiegend aus äußerst unansehnlichen mitgrölenden Halbstarken besteht – darf man das ausgleichende Gerechtigkeit nennen?


(…) Vorn auf der Bühne stehen Bushido und sein wie immer bestens frisierter aktueller Protegé Shindy. „Guter Freund, no homo, verstehste!“. Auf diese Klarstellung legt Bushido denn doch besonders Wert. Im Sommer sorgten sie mit dem inzwischen indizierten homophoben Gewaltfantasie-Song „Stress ohne Grund“ für einen sauber geplanten Skandal.

Zwei Rapper und ein DJ: Das ist das klassische HipHop-Oldschool-Modell, das heutzutage auch noch den Vorteil hat, auf Tour nicht besonders teuer zu kommen. Bei Bushido aber wirkt selbst das nur wie eine Inszenierung für das von HipHop-Kultur gänzlich unbeleckte Publikum in seinen Bench- und Hollister-Klamotten. Gute Rapper sind die beiden ohnehin nicht, weder als Texter noch als Präsentatoren ihrer jede Sprachraffinesse strikt meidenden Billig-Reime. Auch der „DJ“ hat wenig anderes zu tun, als die Playbacks abzuspielen und gelegentlich mal ein Scratching einzustreuen. Sogar der als Geschäftsgrundlage fungierende „Ghetto Gangsta“-Habitus spielt keine Rolle. Warum bei diesem Konzert Presse offiziell unerwünscht ist, kann man absolut nachvollziehen.


„Panamera Flow“ ist nach knapp zwei zähen Stunden mit ermüdend vielen Zwischenansagen der Höhepunkt der Show, die letzte Zugabe. Es ist eine sinnentleerte Statussymbol-Aufzählung, mit der man sonst vielleicht 13-Jährige beeindrucken kann. Von denen ist kaum einer hier, der Jubel im Kohlrabizirkus ist trotzdem groß. Gottseidank, möchte man fast sagen, fahren die gleich alle wieder weg. So, wie Bushido auch.“

(Jörg Augsburg in der Leipziger Volkszeitung über Bushidos Konzert im dortigen Kohlrabizirkus)


Mit Dank an Hendrik!



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kommentare

  • Ich schau hier gerade aus Langeweile rein, weil dies ja wohl der momentan meistgeklickte Blog-Beitrag ist. Witzig, was man heutzutage medial mal so eben auslösen kann.

  • Wir können auch gerne mal unsere höchsten Bildungsabschlüsse vergleichen. Wer auch noch Stolz darauf ist, dass er mit Hass sein Geld verdient, der zeigt, dass er geistig ziemlich arm ist. Da hilft kein Kontostand der Welt gegen.
    Und wer sich so sehr an anderer Leute Kritik abarbeitet, dem muss es auch sonst geistig nicht sonderlich gut gehen.

  • Ich würde ebenfalls ihre Tochter oder Enkelin zu mir einladen. Jedoch nicht in mein Tourbus, sondern zu mir die Klos schrubben.

  • hallo,
    schreiben sie nicht so ne scheiße. könnt ihr eigentlich nur negatives über bushido schreiben? NAZI Presse!!!!!!!
    Kümert euch lieber um den schwulen Minister!!!!!!!!!!!!!!
    bushido hat den 31er auseinander genommen und das richtig so!!!
    Dieser Gay one zieht kooks und das berichtet ihr nicht.
    Habe ihn gesehen wie er gezogen hat auf der Toilette in Go Parc Herford !!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Bushili, du untermauerst gerade sein Argument, du würdest nur sinnentleerte Statussymbolaufzählungen ablassen: „unser Kontoauszüge vergleichen“ <— Reichtum definiert sich nicht ausnahmslos über materiellen Wohlstand, sollte man mit fast 30 auch mal zu dieser Erkenntnis gelangt sein.

  • Ich habe selten eine derartigen peinlichen Artikel gelesen.
    Was versuchen Sie mit diesem Quatsch denn zum Ausdruck zu bringen, außer womöglich ihren persönlichen Hass und vermutlich Neid auf die besagten Künstler.
    Armes Deutschland…

  • Eine wirklich sehr seriöse Kritik. Nur hängt das alles vom Blickwinkel des Betrachters ab, und ist damit leider kein bisschen aussagekräftig. Sie glauben ernsthaft Konzerte von anderen Künstlern wären unterhaltsamer? Wenn Sie das ernsthaft glauben, waren Sie vermutlich noch nie auf einem.

  • Wir können ja gerne mal unsere Konto-Auszüge vergleichen!
    Ich würde gerne ihre Tochter oder Enkelin bei der nächsten Tour in mein Tourbus einladen.
    MfG

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