vonChristian Ihle 17.07.2018

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Es ist schon passend, dass das neue Staatsakt-Signing Swutscher dieses Frühjahr ausgerechnet mit Isolation Berlin auf einer innig-herzlichen, gemeinsamen Tour war, läuft man doch schnell Gefahr, genau die gleiche Referenzkarte bei Swutscher zu ziehen, gegen die sich Isolation Berlin in ihren Anfangstagen immer so gewehrt hatten. Aber es hilft ja auch nichts, tatsächlich kann man beim Swutscher-Debütalbum einen gewissen Rio-Reiser-Duktus kaum verneinen.

Kennt man die vorangegangene EP wundert das allerdings schon, denn auf der sehr guten „Wahnwitz“-EP (2016 veröffentlicht, Anhörtipp: „Oki Doki“) hatte ich Swutscher noch als den ruhigen Gegenpart zu den Snoffeltoffs gesehen: wo letztere an Chuckamuck mit wildem Tempo erinnern, war bei Swutschers „Wahnwitz“ der Chuckamuck’sche Garage-Country auf easy runtergedimmt.
Das Debütalbum „Wilde deutsche Prärie“ verbreitert aber die Soundpalette von Swutscher deutlich, schenkt uns in „Bierstübchen“ freigiebig einen sehr passenden Gastauftritt von Isolations Tobias Bamborschke ein und überzeugt am meisten im Eröffnungsstück „Im Westen“:

Schau aus dem Fenster, draußen tobt der Hass!
Sie bewegen sich elegant zum Untergang.
Sag mir Mama, erzähl Vaddern! Ist das vierte Reich
nicht wunderbar?!
Und der Steppke an der Kreuzung erzählt, da waren wir
alle schon einmal

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