vonChristian Ihle 05.10.2020

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Dieses von Tele-Sänger Francesco Wilkening angestoßene Projekt, dass deutsche Bands ihre eigenen Songs nicht nur auf italienisch singen, sondern auch mit einer extra zusammengestellten Backing Band in einem italienischen Flavour neu einspielen, gelingt besser als man denken würde.

Erstens hat „Crucchi Gang“ einen erstaunlichen Flow, wozu sicher die Idee beiträgt, eben die Bands nicht in ihren Originalbesetzungen spielen zu lassen. Und zweitens sind die allermeisten Songs in dieser neuen italienisierten Variante tatsächlich sehr charmant.

Die bereits vorher starken Lieder – vor allem Albumhöhepunkt „Tutto grigio“ aka „Alles grau“ von Isolation Berlin und „Il mio bungalow“ von Bilderbuch – gewinnen eine neue Facette, manch andere von mir vorher eher missachteten Originale machen durch diese Version erst richtig auf sich aufmerksam.

Das gilt vor allem für Steiner & Madlainas „La dolce vita“, das wie aus einem Tarantino-Soundtrack entsprungen klingt, kann man Tarantino-Soundtracks doch am besten auf die Formel „amerikanischer Surfrock + italienischer Score“ bringen – und genau das vereinen Steiner & Madlaina auf „La dolce vita“.

Dass Thees Uhlmann eher wie der Karaoke-Sänger in der Strandbar klingt, wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt? Geschenkt, denn immerhin hat Thees die lustigesten Liner Notes zum Projekt beigetragen: „Der Norddeutsche hat mit dem Süditaliener ja nichts zu tun. Wir freuen uns, wenn über Nacht die Deiche halten und der Süditaliener freut sich, wenn wir nicht singen. Die haben das Schlagerfestival von San Remo und wir am Kalkberg von Bad Segeberg. (…) Das darf sich ruhig komisch anhören, denn es kommt von unseren Herzen“. Word.

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