vonChristian Ihle 05.03.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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What Do We See When We Look at the Sky? (Regie: Alexandre Koberidze)

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Ein modernes Märchen im Geiste des Klassikers „Die große Liebe meines Lebens“, nur dass sich das zukünftige Pärchen hier nicht am Empire State Building, sondern in einem kleinen georgischen Biergarten verpasst. Und, nun ja, vorher mit einem Fluch belegt wurde, der ihr Erscheinungsbild von einem Tag auf den anderen veränderte, weshalb sie nun nebeneinander herleben, ohne sich erkennen zu können. Bis, ja bis, ein Filmteam in die Stadt kommt…

„What Do We See When We Look at the Sky?“ lässt sich alle Zeit der Welt, um diese Geschichte um Liebe und Leben während einer sommerlichen Fußball-Weltmeisterschaft zu erzählen, so viel, dass auch Zeit bleibt, einem Haufen Jungs und Mädels drei Minuten lang beim Fußballspielen in einem Käfig zuzusehen, während „Un’estate Italiana“ aus dem Soundtrack schallt. Wer jetzt noch nicht verzaubert ist, dem sei gesagt, dass Alexandre Koberidzes Film wie eine wärmende Sommerdecke ist, in die man sich einwickeln möchte, während der georgische Wind einem moderne Märchen ins Ohr flüstert.
Hoffentlich der Gewinner des Goldenen Bären.

Azor (Regie: Andreas Fontana)

Ein Krimi der Andeutungen. Der Privatbankier Yves kommt nach Argentinien, um die Geschäfte seines verschwundenen Kompagnons aufzunehmen. Mit jeder Begegnung mehr verstärken sich die Gerüchte und Rätsel um seinen Geschäftspartner und wird das Netz der politischen Verflechtungen zugleich deutlicher wie undurchdringbarer bis wir am Ende auf einem kleinen Boot in der Nacht unterwegs sind direkt in das Herz der Dunkelheit.

In „Azor“ passiert wenig und wird noch weniger klar ausgesprochen und ist doch dieser elegante Finanz/Polit-Krimi dank seiner starken Atmosphäre und des tollen Scores immer fesselnd.

Limbo (Regie: Soi Cheang)

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Thriller aus Hongkong, der weniger über seine Serienkillerschnitzeljagd reüssiert als durch die bedrückende Atmosphäre und die beeindruckend monochrome Molochwelt, die er in seinen Schwarz-Weiß-Bilder entwirft. „Limbo“ suhlt sich trotz der Film-Noir-Eleganz seiner Kamera im Müll der verregneten Großstadt.

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