vonChristian Ihle 12.03.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Ziemlich genau drei Jahre nach der Veröffentlichung ihres zweiten regulären Albums „Vergifte Dich“ senden Isolation Berlin ein neues Lebenszeichen ins Weltenall. „(Ich will so sein wie) Nina Hagen“ heißt die erste Single, die von UFOs, Selbst-Überdruss und einer überlebensgroßen Projektionsfläche erzählt: „Mir ist egal was die Leute sagen / ich will so sein wie Nina Hagen / ich kann mich selbst nicht mehr ertragen / ich will so sein wie Nina Hagen!“
Isolation Berlin spielen dazu Power-Pop wie in ihren besten Momenten, senden Signale „straight into the universe“ und kündigen damit ihr neues Album „Geheimnis“ an, das am 1. Oktober erscheinen wird.

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Warum Nina Hagen?

Nachdem Isolation Berlin bereits 2016 auf der Frühe-Songs-Sammlung „Berliner Schule / Proto-Pop“ mit „Fall in love mit mir“ einen ihrer Songs gecovert haben, spielen sie nun eine eigene Hagen-Hommage ein.

Die Subkultur-Ikone begleitet Isolation-Berlin-Sänger Tobias Bamborschke schon länger als sein ganzes Leben: „Das Debütalbum von Nina Hagen war die erste Platte, die mein Vater meiner Mutter vorgespielt hat. Ich habe dann irgendwann selbst im Plattenschrank meiner Eltern die ersten Nina-Alben entdeckt und immer wieder gehört. Im Grunde ist Nina Hagen auch ​einer der Gründe, dass wir auf deutsch singen. Als ich mit Max die Band gegründet hatte, wussten wir noch nicht, in welcher Sprache wir singen wollen. Deshalb haben wir uns auch „Isolation Berlin“ genannt, was man deutsch und englisch aussprechen kann. Aber spätestens nach dem dritten Bier habe ich immer angefangen, Max meine liebsten Nina Hagen – Songs vorzusingen und so sind wir dann zu Isolation Berlin geworden“.

Isolations „​(Ich will so sein wie) Nina Hagen“, das pünktlich zum 66. Geburtstag der Grande Dame des deutschen Punk erscheint, bezieht sich direkt auf einen ihrer Songs und entlehnt seinen mantrahaft wiederholten Schlussteil „Ein Ufo und ein Boy“ direkt dem Hagen-Song „Die Ufos sind da“. „Mir ist auch wichtig zu betonen, dass sich unser Song keinesfalls über Nina Hagen und ihre UFO-Fixierung lustig macht. Im Gegenteil, für mich ist Nina Hagen eine Gottheit. Die Textzeile „Ich will so sein wie Nina Hagen“ ist ernst gemeint, sie ist eine Projektionsfläche für mich. ich wäre gern so mutig, so kompromisslos, so schön, so cool, so stark – und eine Diva. Ich wollte immer eine Diva sein“.

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Als Vorbote des neuen Isolation-Berlin-Albums deutet „​(Ich will so sein wie) Nina Hagen“ bereits die textlichen Themen von Selbstzweifel und des Haderns mit sich selbst an. Musikalisch ​ist die erste Single das poppigste Stück eines Albums, das durchaus eine harte Geburt war und komplett auf neuen Songs beruht, die fast alle erst im letzten Jahr während der Pandemie-Ära geschrieben wurden. „Dafür fühlt sich „Geheimnis“ für uns so rund wie noch kein Album zuvor an, vielleicht auch, weil ich kaum auf alte Skizzen zurückgegriffen habe, das Album somit einen Bogen spannt und textlich sich immer wieder mit dem Hadern mit der eigenen Identität und Selbstzweifeln beschäftigt“.

Dass „(Ich will so sein wie) Nina Hagen“ die erste Singleauskopplung wird, hat auch mit einem Traum zu tun, den Bamborschke nach dem Lesen ihrer Autobiographie hatte: „Im Schlaf dachte ich, Nina Hagen wäre meine Mutter. Ich habe sie im Traum gefragt „warum hast du mich verlassen?“ und Nina Hagen hat geantwortet: „Jetzt bin ich ja bei dir!“. Danach haben wir zusammen getanzt ​und gesungen“.

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https://blogs.taz.de/popblog/2021/03/12/song-der-woche-isolation-berlin-ich-will-so-sein-wie-nina-hagen/

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kommentare

  • Ich hatte vor zwei Tagen schon mal versucht zu kommentieren, dass Nina Hagens Cover-Version von WHITE PUNKS ON DOPE – ICH GLOTZ TV – für mich ihr bester Titel ist.

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