vonChristian Ihle 17.03.2022

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Nightmare Alley (Regie: Guillermo Del Toro)

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Guillermo Del Toros erster Film seit seinem Mainstream-Durchbruch und Oscargewinner “Shape Of Water” ist sein erster ohne übernatürliche Elemente, aber in der Atmosphäre dennoch sehr Del Toro.

Die Geschichte von “Nightmare Alley” zerfällt in zwei Parts: eine seeeehr lange Exposition, während der ein alleinstehender, heruntergekommener Bradey Cooper bei einem Wanderzirkus einzieht, die Tricks und Kniffe der Meister der Täuschung lernt, eine Frau findet und dann in die große Welt (New York) zieht, um dort sein Glück zu machen.

Zeitsprung, ein wohlhabender Bradley Cooper ist nun eine große Nummer in der Mentalisten-Welt und überschreitet erste ethische Grenzen, wenn er seine Zirkusmagie als echte Beschwörung an verzweifelte Seelen verkauft. Gemeinsam mit (einer hart am Overacting spielenden) Cate Blanchett als Psychiaterin entwickelt er eine Masche des allwissenden Hellsehers (der heimlich mit Arzt-Geheimnissen gefüttert wird).

Natürlich fliegt unser Ikarus der Täuschung zu nah an der Sonne und verbrennt sich dabei nicht nur die Flügel. Der Weg nach unten ist steil und endet mit der besten Szene des Films, wenn ein sehr heruntergekommener Bradley Cooper als Bittsteller im Wagen eines Wanderzirkus-Besitzers sitzt und um einen letzten Job bettelt.

Bis dahin ist aber insbesondere in der Zirkuswelt-Hälfte viel Leerlauf zu überstehen und ist auch die Thriller-Geschichte des zweiten Parts nicht so irre spannend, wohl weil die meisten Figuren leere Chiffren bleiben. Dank des konsequenten, und die Geschichte auf den Beginn zurückführenden Endes rettet sich “Nightmare Alley” für mich aber noch.

The King’s Man (Regie: Matthew Vaughn)

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Der erste “Kingsman”-Part war damals für mich eine freudige Überraschung und ein ungewohnt gelungener Blockbuster, der nicht auf einem Sequel/Remake basierte oder sich ins Marvel-Universum einreihte, sondern als eine Art Pop-Bond etwas idiosynkratisch Britisches in sich trug. Wie enttäuschend war dann die völlig überzeichnete Fortsetzung, die komplett vergessen hatte, was “Kingsman” so anders und damit besser gemacht hatte.

Dieses Prequel strahlt dagegen wieder die Attitude des ersten Teils aus, spielt nur in seiner Geschichte mit einer viel größeren Absurdität und ist tonal recht uneben. Ein zentraler Plotpunkt dürfte für manchen das eskapistische Element des Films kaputt machen.

Ich habe durchaus ein Faible für alternative Weltenerzählungen und deshalb wirkt diese Origin-Story von “The King’s Man” für mich womöglich stärker als für andere. Aber die Zeitenwende des ersten Weltkriegs herzunehmen und daraus eine faszinierende, aber auch behämmerte andere Historie zu konstruieren, kann man eben entweder obszön oder eskapistisch empfinden.

Ein Satz noch zur Post-Credits-Szene: das ist entweder das Bescheuertste, was ich je gesehen habe, oder wirklich völlig durchgeknallter Irrsinn. Ich würd’s mir ja anschauen, wenn Adolf und Wladimir Iljitsch gemeinsam diese Geheimgesellschaft gründen!

(SPOILER:)

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