vonChristian Ihle 02.08.2022

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Der mehrfach dank Corona verschobene Auftritt der Fontaines D.C. im Berliner Astra war der heißeste Gig des Jahres, in jeder Hinsicht.

Erst wenige Wochen zuvor hatte die irische Band schon in Berlin beim Tempelhof Sounds gespielt, aber dieses Einzelkonzert war eine ganze Liga über dem Festival-Auftritt. Die Iren sind eine Band, die in einen dunklen Club (trotzdem: ausverkaufte 1.000er Location!) gehören und nicht nachmittags im Sonnenschein auf einen Flugzeughangar.

Dank der längeren Spielzeit im Vergleich zu einem nachmittäglichen Festivalslot war die Setlist auch deutlich breiter aufgestellt, viele Stücke des ersten Albums inklusive. Ein Konzert ohne jedes Gramm Fett, jede Sekunde intensiv. Auch erstaunlich, wie gut sich die drei ja durchaus unterschiedlich klingenden Alben im Livekonzert in ein stimmiges Ganzes fügen. Höhepunkte: „Hurricane Laughter“, „Televised Mind“, „Too Real“, „Jackie Down The Line“ und „I Love You“ als Rauswerfer. Lediglich „In ár gCroíthe go deo“, den Opener des neuen Albums, hätte noch ich gern zusätzlich gehört.

Es ist schon schön zu sehen, wie sich diese kleine irische Post-Punk-Band zu so einer Maschine im besten Sinn entwickelt hat. Vom schüchternen Leadsinger damals im Schokoladen (Konzertbericht hier) ist nichts mehr geblieben, er beherrscht die Bühne mit der Selbstverständlichkeit von Liam Gallagher, ersetzt dessen Rocknroll-Swag aber durch etwas, das man nun wirklich nur von den britischen Inseln kennt: belesener Proll, smart-casual Assi.

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