Ed Herzog ist verantwortlich für eine der größten kommerziellen Überraschungen in der deutschen Filmlandschaft des letzten Jahrzehnts. Gestern ist der bereits zehnte Film aus der Reihe der „Eberhofer-Krimis“ gestartet und sämtliche neun Vorgänger waren Publikumsmagneten, sogar mit steigendem Zuspruch Film um Film. Vom ersten Teil „Dampfnudelblues“ zu Film Nummer Neun, dem „Rehragout-Rendezvous“, hat sich die Zuschauerzahl verdreifacht. In der Zwischenzeit sind diese beschaulichen, geerdeten Heimatfilme & Landkrimis eine sichere Bank für mehr als eine Million Zuschauer. Wir haben mit Regisseur Ed Herzog, der seit „Leberkäsjunkie“, dem sechsten Film der Reihe, auch die Drehbücher mitschreibt, über seine liebsten Filme gesprochen:
Dein liebster Film im letzten Jahr?
„A Real Pain“
Der beste Film der 70er?
„The Deer Hunter“
Der beste Film über Musik? Und warum?
„Spend It All“ (Les Blank, 1971); ein Film über Cajun-Music in Louisiana, der vor Lebensfreude überquillt.
Welcher Film hat (zuletzt) dein Leben verändert und warum?
„Sirat“ – der Film hat mich mit Techno versöhnt.
Die beste Dokumentation?
„Shermans March“(Ross Mc Elwee, 1985)
Welche schauspielerische Performance in deinen Filmen war die wichtigste dafür, dass der jeweilige Film so überzeugend gewirkt hat?
Sebastian Bezzel hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass „Dampfnudelblues“ so gut funktioniert hat. Er schlüpfte in die Rolle des Franz Eberhofer wie in eine zweite Haut.
Mit welchem Schauspieler – national oder international – würdest du am liebsten einmal filmen?
Das muss zur Rolle passen, sonst macht es keinen Sinn. Neulich habe ich meiner Casterin gesagt, dass ich gerne mal mit Odessa A’zion drehen würde, die angeblich in Neufahrn aufgewachsen ist.
Dein persönlich liebster / wichtigster Film in deiner Filmographie?
„Ku’damm Security“, ein Kurzfilm, den ich 1997 gemacht habe, war für mich ein Befreiungsschlag.
Der beste Film übers Schauspielen?
„Opening Night“, John Cassavetes
Lieber große Reichweite im Streamingregal mit Netflix & Co oder ein Film, der im Kino läuft?
Kino; da bin ich nostalgisch.
Marcus H. Rosenmüller, Wolfgang Murnberger oder David Schalko – und warum?
Schalko! Nach „Braunschlag“ war für mich klar: Jeder, der dort mitgespielt hat, sollte irgendwann auch beim Eberhofer auftauchen. Das ist weniger Wunsch als kulturelle Notwendigkeit.
Der beste Film aus dem letzten Jahr?
„Sirat“
Der beste deutsche Film aller Zeiten?
„Unter den Brücken“
Der beste Film aller Zeiten?
Je nach Stimmung: „My Darling Clementine“; „Black Narcissus“, „Tokyo monogatari“
Der neueste Eberhofer-Film, „Steckerlfischfiasko“, startet am 13. August im Kino.