vonChristian Ihle 04.09.2026

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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The Housemaid – Wenn sie wüsste (2025, Paul Feig)
zur Leihe

Sensationell stumpfer, aber lange Zeit durchaus unterhaltsamer Film, der gar nicht wie von mir zunächst vermutet ein Remake des (besseren) südkoranischen „Hanyo – Das Hausmädchen“ von 1960 ist.

Am stärksten ist „The Housemaid“ in seinem ersten Drittel, wenn er recht straight spielt und den Zuschauer zunächst in dem Glauben lässt, Sydney Sweeney wäre als frisches, notbedürftiges Hausmädchen in einen Yuppie-Haushalt der Hölle gelandet. Und dabei doch andeutet, dass auch Sweeney nicht ganz sauber hinter den Ohren ist.

In der Folge dreht „The Housemaid“ sich aber so oft um die eigene Achse, dass einem am Ende dann recht egal wird, wo die ganze Chose landet, auch wenn er letztlich als schöne Gesamtpointe im emanzipatorischen Kampf gegen das Patriarchat, aber im Kleid eines 90s-Erotik-Thrillers endet. (5/10)

Der Kinderflüsterer (2026, James Ashcroft)
auf Netflix

Serienmörderfilm von Netflix, der sich als Serienklauer erweist. Von einer wirklich ausgelutschten „Schweigen der Lämmer“-Anlehnung (Michael Keaton versucht sich mehr schlecht als recht an Anthony Hopkins) zu falsch verstandenen True-Detective-Vibes überzeugt wenig in „Der Kinderflüsterer“, der bis in seine letzte halbe Stunde hinein aber immerhin halbwegs ordentlich innerhalb der eigenen Genrekonventionen funktioniert.

Die Auflösung wird allerdings für jeden mit mehr als zwei Gehirnzellen wirklich sehr früh angedeutet und der letztliche Showdown ist lang, lang, lang…

Wenn man so will, ist das einzig wirklich Bemerkenswerte das Ende des Films, weil in seiner Geschmacklosigkeit innerhalb eines sonst so konventionellen Streifens beinah überraschend. (4/10)

Vultures (2025, Peter Dourountzis)
auf amazon prime

Ein Thriller-Drama mit großem Herz für den eifrig recherchierenden, im Dreck wühlenden Journalismus. Dank des überzeugenden Vater-Tochter-Tandems aus Sami Bouajila als altem Journo-Hasen und Mallory Wanecque als die Nähe des Papa suchender Praktikantin hat „Vultures“ mehr Herz als man bei der doch recht üblichen Genre-Story um ungeklärte Mädchen-Morde zunächst vermuten würde.

Der Krimi-Part überzeugt allerdings nicht durchgehend, denn nach einer die Spannungsschraube hochdrehenden Restaurant-Szene, in der im Grunde nichts passiert, enttäuscht der folgende Verfolgungsjagd-Klimax doch ein wenig. (6/10)

Volver (2006, Pedro Almodóvar)
in der ARTE-Mediathek kostenlos

Almodovar und ich werden einfach keine Freunde mehr. Mit Ausnahme von „The Skin I Live In“ (was aber als Ausflug ins Horror-Genre auch eine Ausnahme in Almodovars Filmographie ist) finde ich keinen Zugang zu seinen Figuren, zur Überdrehtheit und wie sehr sich die Geschichte immer wieder in Richtung Farce dreht – so positiv es auch ist, wie stark und selbstverständlich Almodovar darauf setzt, einen Film wie „Volver“ über Frauencharaktere zu erzählen. (3/10)

Der Pate von Greenwich Village (1984, Stuart Rosenberg)
auf youtube kostenlos

Mitt80er Kleinkriminellen-Drama, das schön den Geist eines New Yorks der 70er atmet.

„Der Pate von Greenwich Village“ lebt vor allem vom Double Act aus Mickey Rourke & Eric Roberts, wobei Rourke zwar den in diesen Jahren für ihn patentierten Job als unendlich coolen, gut aussehenden Rocknroll-Rebel ausfüllt, aber interessanterweise hier den vernünftigen Gegenpart zu seinem von Roberts gespielten Cousin und Hallodri gibt. Diese Vielschichtigkeit in Rourkes Spiel ist es auch, was diesen Mikrokosmos-Paten über Durchschnitt hebt. Ob Roberts in seiner hypernervösen Art nun völlig drüber oder genau richtig den Cousin mit Antimidas-Touch spielt, weiß ich allerdings auch nach Filmsichtung nicht.

P.S.: Pauline Kael war auch unsicher hinsichtlich Roberts Performance, aber am Ende doch auf weirde Weise angetan: „Eric Roberts tries for something outré–he brings off some wild, androgynous effects, and gives the film whatever drive and point it has.“ & „Roberts succeeds in bringing off some wild effects, though. When Paulie gets scared, he has to urinate. With his bloodshot eyes and anxious expression, he’s like a toy dog—a neurotic little poodle—that needs to go out all the time. He shifts from leg to leg, in the nervous rhythm that he has anyway. (…) He has the audacity to risk going too far for the audience, and maybe even bewildering it. I’ve heard people say that he spoils this picture, but if he had given a less original performance the picture would be deadly.“ (6/10)

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