Die gebürtige Berlinerin Lilith Stangenberg ist eine der spannendsten deutschen Schauspielerinnen. Bereits 2010 wurde sie von Theater Heute zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres gekürt, von 2012 bis 2016 war sie im Ensemble der Volksbühne Berlin.
Insbesondere ihre Hauptrolle in Nicolette Krebitzs erstaunlich transgressivem Film „WILD“ von 2016 machte auch das Kino-Publikum auf Stangenberg aufmerksam. Zuletzt begeisterte sie in einer schwierigen Rolle in Mathias Glasners „Sterben“. In den letzten zehn Jahren hat sie mit einer schillernden Riege an Regisseuren gearbeitet: vom Begründer des Neuen Deutschen Films in den 60ern Alexander Kluge über den Ex-Fassbinder-Dann-US-Trash-Filmer Ulli Lommel zu einem jungen Radikalen wie Julian Radlmaier oder der selbst in Arthouse-Zirkeln polarisierenden Angela Schanelec, um hier nur vier zu nennen.
Neben Theater & Kino ist Lilith Stangenberg auch musikalisch aktiv und spielt in der Band von Brezel Göring (Live Review siehe hier), ihrem Regisseur in „FÜR IMMER 16“.
* Dein liebster Film im letzten Jahr?
„Afternoons of Solitude“ von Albert Serra, der traurigste Film des Jahres.
* Dein liebster Film der 70er?
„Im Reich der Sinne“ von Nagisa Oshima
* Dein liebster Film über Musik?
„Disco Dancer“ von Babbar Subhash, die besten Farben und Lichter, unglaublich ausdrucksvoll gespielt, getanzt, gesungen und der krankeste seltsamste Score überhaupt!
* Deine liebste Dokumentation?
„Schade, dass Beton nicht brennt“ (1981). Da drin sind mein blutjunger Vater und sein Zwillingsbruder im Interview und ich darf Teil einer Zeit sein, die es heute nicht mehr gibt.
* Lieber große Reichweite im Streamingregal mit Netflix & Co oder ein Film, der im Kino läuft?
Kino! Ich liebe das Dunkel und das Dunkel liebt mich!
* Welcher Film hat (zuletzt) dein Leben verändert und warum?
„White Dog“ von Samuel Fuller, hab ich erst neulich gesehen und seitdem lassen mich die Fragen um unsere Konditionierung nicht mehr los: ist Rassismus heilbar? Total subversiver Film.
* Mit welcher SchauspielerIn würdest du am liebsten einmal filmen?
Mit Beatrice Dalle, Isabelle Huppert, Tadanobu Asano, Ewem Bremner und August Diehl!
* Dein liebster Film übers Schauspielen?
„Audition“ von Takeshi Miike
* Klaus Lemke, Rainer Werner Fassbinder oder Werner Herzog – und warum?
Fassbinder!
* Der beste deutsche Film aller Zeiten?
„Kasper Hauser“ von Herzog und „Nosferatu“ von Murnau
* Der beste Film aller Zeiten?
„To be or not to be“ von Ernst Lubitsch
FÜR IMMER 16, der neue Film von Lilith Stangenberg unter der Regie von Brezel Göring (Stereo Total), startet am 27.08. in den Kinos. Auf Super-8 gedreht, verfilmt Regisseur Brezel Göring, bekannt auch als eine Hälfte des Berliner Duos Stereo Total, die Buchvorlage seiner 2021 verstorbenen Partnerin Françoise Cactus. In den Hauptrollen: Lilith Stangenberg, Chang Wang, Mücke, Louis Croquennec aka Twiggy.