Total Stereo Total: Brezel Göring bringt in seinem Debütfilm eine Buchvorlage seiner leider viel zu früh verstorbenen Band-Partnerin Francoise Cactus auf die große Leinwand. In jeder dialoglosen Sekunde plärrt ein StereoTotal-Song* aus den Lautsprechern, wer also nicht den totalen Flash will, wird kein Freund des Films werden.
Die erste Hälfte des kurzen Films überzeugt mit einem schönen Trip dreier miserabel gelaunter Freundinnen in ein desparates Palermo. Rumhängen, sich gegenseitig anpissen, in der Sonne schlecht gelaunt sein.
Weniger gelungen ist der zweite Part, wenn das Trio selbst einen DIY-Film drehen will und sich „Für Immer 16“ in einen Meta-Film über Außenseiter-Kunst wandelt.
„Für Immer 16“ strahlt so heftige Untergrund-Vibes aus, dass ich fast nicht glauben kann, dass er tatsächlich eine reguläre Kino-Auswertung erhalten hat. Auf Super8 gefilmt hat „Für Immer 16“ auch keinen „Live-Ton“, sondern ist nachträglich synchronisiert. Bei einer tollen Schauspielerin wie Lilith Stangenberg trägt das zu einem schönen Verfremdungseffekt bei, doch bei Chang Weng doppelt es leider den Laien-Effekt in Richtung SEHR anstrengend. Andererseits: die dritte Darstellerin Mücke, ebenfalls Schauspiel-Laie, hat soviel Punk-Präsenz und Charisma, dass sie über alle Hindernisse hinwegfegt.
* Fave: