vonSigrid Deitelhoff 15.07.2014

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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Helsinki, Itämeren tytär (Tochter der Ostsee): ca. 604.000 Einwohner, 28 öffentliche Strandbäder, unzählige Saunen, viele Frei- und Hallenbäder und natürlich viele Schäreninseln. Vier der Badestrände liegen am Ufer des Vantaa-Flusses, alle anderen sind am Meer zu finden. Die größeren Strände werden überwacht und das Umweltzentrum der Stadt Helsinki kontrolliert den ganzen Sommer über die Wasserqualität.

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Die Schäreninseln laden zum Schwimmen ein / Foto: ©Sigrid Deitelhoff
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Eira-Stranden / Foto: ©Sigrid Deitelhoff
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Eira-Stranden am frühen Morgen im Nebel / Foto: ©Sigrid Deitelhoff

Wirklich interessant für uns Schwimmbegeisterte ist vor allem die unmittelbare Nähe des Stadtzentrums zur Ostsee, die schnelle Erreichbarkeit eines Strand- oder Schwimmbades. So dauert es z.B. vom Zentrum Helsinkis bis zur kleinen Schäreninsel Pihlajasaari und dort zu einem einsamen Bade-Strand etwa eine halbe Stunde: 10 Minuten mit der Straßenbahn oder dem Fahrrad zum Bootsanlegesteeg. Weitere 10 Minuten dauert die Überfahrt mit einer kleinen Fähre zur Insel. Ein weißer Sandstrand und klares blaues Wasser erwartet uns dort. Von hier 10 Minuten Fussweg durch den Wald und ein einsamer Strand mit einer kleinen Saunahütte liegt vor uns.

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Strand auf der Insel Pihlajasaari / Foto: ©Sigrid Deitelhoff
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Strand auf der Insel Pihlajasaari / Foto: ©Sigrid Deitelhoff
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Pihlajasaari: Wem gehört der Strand? / Foto: ©Sigrid Deitelhoff

Wir hatten Glück mit dem Wetter während unseres Helsinki-Aufenthalts: Sonne von morgens bis abends bei einer Lufttemperatur von 24 bis 27 Grad. Das ist im finnischen Sommer auch nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Zu dieser Jahreszeit dauert der Tag in Helsinki von 4 Uhr in der Früh bis Abends 23 Uhr. Viel Zeit also, diese sympathische Stadt mit ihrem eigenen Klang und Rhythmus zu entdecken.

Die Wassertemperatur steigt in den Sommermonaten zwar kontinuierlich, aber momentan liegt sie an der Ostseeküste noch deutlich unter 20 Grad. Eine Wassertemperatur, die für PrinzenbadlerInnen, die das kalte Sportbecken meiden, jedoch gewöhnungsbedürftig ist. Die Finnen sind dagegen „hart im Nehmen“. Sie haben „Sisu“, heißt es – was so viel bedeutet wie Mut, einen starken Charakter, Ausdauer und Beharrlichkeit zu haben. Nur so läßt sich vielleicht auch erklären, dass es genauso viele EisschwimmerInnen wie SommerbadlerInnen in Finnland gibt. Und nicht umsonst heißt einer der größeren Eisbrecher Finnlands auch „Sisu“.

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Die offizielle Bade-Saison dauert in Helsinki bis zum 31. August / Foto: ©Sigrid Deitelhoff
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Unzählige Saunen gibt es auch auf den Schäreninseln / Foto: ©Sigrid Deitelhoff

Zu den beliebtesten Stränden gehören unter anderem Hietaranta, Laajasalo, Pihlajasaari und Mustikkamaa. Diese verfügen alle über Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten. Außerdem gibt es in Hietaranta, Laajasalo und Pihlajasaari noch Kioske und Volleyballfelder.

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Hietaranta-Badestrand / Foto: ©Sigrid Deitelhoff
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Auch hier wird gebadet: Festungsinsel Suomenlinna / Foto: ©Sigrid Deitelhoff
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Überall wird geschwommen / Foto: ©Sigrid Deitelhoff

Das Schwimmbad Yrjönkatu (Yrjönkadun uimahalli) gilt mit seiner klassizistischen Halle aus den 1920er Jahren als eines der schönsten in Europa. Seit dem Jahr 2001 ist hier Badekleidung erlaubt. Trotzdem sollen die NacktbadlerInnen noch in der Mehrzahl sein. Leider konnten wir all das nicht überprüfen, da die Schwimmhalle noch bis zum Herbst saniert wird und somit geschlossen war.

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Das geschlossene Schwimmbad Yrjönkatu / Foto: ©Sigrid Deitelhoff

Stattdessen besuchten wir das Schwimmbad im Olympia-Stadion. Der moderate Preis für eine Tageskarte von 3,80 Euro für Erwachsene (ermäßigt 1,90 Euro) beinhaltet auch die Sauna-Nutzung. Die Saisonkarte kostet übrigens 100, ermäßigt 50 Euro. Und die Benutzung der Haartrockner kostet nichts. Neben einer langen Wasserrutsche, Springtürmen, Kinderbecken, Spielplätzen und einer Gastronomie gibt es auch Sportmöglichkeiten wie Volleyball, Basketball, Beach-Volleyball, Tischtennis und Wassergymnastik. Auch ein Fitness-Studio befindet sich  auf dem Gelände des Olympia-Stadions.

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Das olympische Schwimmstadion / Foto: ©Sigrid Deitelhoff

Das 50 Meter Becken wird nach Kuntouimarit Motionssimmare, Nopeat kuntouimarit und Hitaat kuntouimarit unterteilt.

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Es gibt Bahnen für Fitness-SchwimmerInnen, sowie für schnelle und für langsame SchwimmerInnen/Foto: ©Sigrid Deitelhoff

Helsinki, obwohl Hauptstadt Finnlands, präsentiert sich ruhig und stressfrei. Es lohnt sich, diese kleine Stadt zu besuchen – nicht nur wegen der vielen Sandstrände, der unzähligen Schwimmmöglichkeiten oder wegen ihrer Sauna- und Badekultur.

Das kulturelle Leben Helsinkis ist geprägt vom Design-District, den vielen Museen, Theatern, der wunderschönen Konzerthalle Musiikkitalo oder der beeindruckenden Felsenkirche (Temppeliaukion kirkko), den Jugendstilhäusern auf der Halbinsel Katajanokka oder der Uspenski-Kathedrale – um nur einige wenige Highlights zu nennen.

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Felsenkirche (Temppeliaukion kirkko) / Foto: ©Sigrid Deitelhoff
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Konzerthaus Musiikkitalo / Foto: ©Sigrid Deitelhoff

 

Auch interessant: In ganz Helsinki gibt es überall freies WLAN, ein schnelles Internet und in den öffentlichen Verkehrsmitteln sogar Steckdosen zum Aufladen von Handys, Computern etc.

Und ganz fantastisch: Eine Autobahn nur für Fahrradfahrer und Fußgänger, die quer durch die Stadt zum Meer führt.

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Tiefgelegte Autobahn (ohne Autos) führt durch Helsinki: Links Fußgänger, rechts die Radfahrer / Foto: ©Sigrid Deitelhoff

 

Weitere Infos:

Liste aller Strände in Helsinki:
http://www.hel.fi/hki/liv/en/Sports+facilities/beaches

Schwimmen und Saunieren in Helsinki (Website auf Deutsch)
http://www.visithelsinki.fi/de/sehen-und-erleben/aktivitaten-in-helsinki/schwimmen-und-saunieren

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Alle Fotos: ©Sigrid Deitelhoff

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https://blogs.taz.de/prinzenbad/2014/07/15/schwimmen-in-helsinki/

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