vonSigrid Deitelhoff 24.08.2014

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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7. Tag der Schwimm-EM:

Auch am letzten Tag der Schwimm-EM gab es viele spannende Wettkämpfe. Das Velodrom als Veranstaltungsort in diesem Jahr für die Schwimm-Europameisterschaften geriet in der vergangenen Wettkampf-Woche immer wieder in die Kritik. Die Matten auf den Startblöcken seien zu rutschig, die Wände beim Rückenstart zu glatt gewesen. Die Decke wäre im Velodrom gewellt und hätte den RückenschwimmerInnen keine festen Anhaltspunkte bei den Wettkämpfen geboten. Das stellte gerade nach den Rücken-Roll-Wenden oftmals ein Problem dar. Und tatsächlich konnte man häufiger beobachten, wie die SchwimmerInnen nach der Wende sehr dicht an einer Leine, teilweise auch schon fast darunter wieder auftauchten.

Kritisiert wurde auch, dass die Holzumrandung (eigentlich die Radrennbahn) um das Becken herum weder überbaut noch „angetoucht“ werden durfte. Einer der wichtigsten Kritikpunkte war jedoch der weite Weg vom Wettkampf- zum Ausschwimmbecken in die SSE (Schwimm- und Sprunghalle). Für SchwimmerInnen, die mehrere Wettkämpfe in dichter Folge zu bestreiten hatten, lohnte sich der Weg zwischendurch in die SSE nicht. Das Ausschwimmen nach einem Wettkampf ist jedoch sehr wichtig, um den hohen Laktat-Überschuss abzubauen. Den mußten die Atletheten dann wohl eher ablaufen als abschwimmen.

An der schwimmtechnischen Ausstattung des Velodroms gab es also nicht unerhebliche Kritik – und dass, obwohl der DSV (Deutscher Schwimmverband) so richtig viel Geld in die Hand genommen hatte, um den Umbau dieser Arena zu einem Schwimm-Veranstaltungsort für die EM zu realisieren. Die FreiwasserschwimmerInnen fanden da bessere Bedingungen vor. Die Wasserqualität soll in Grünau, wo die Open-Water-Wettkämpfe stattfanden, hervorragend gewesen sein. Auch die Wassertemperatur von 25 Grad war optimal, so Isabelle Härle, die sich beim 5-km-Rennen die Goldmedaille holte. Schade, dass es dort nur so wenige ZuschauerInnen gab. Das lag aber wohl daran, dass der Wettkampfort zu weit draußen gewählt war. Die Spree oder der Landwehrkanal waren anfangs auch für das Freiwasserschwimmen im Gespräch. Der DSV lehnte diese Wettkampforte jedoch mit dem Hinweis ab, dass diese Gewässer für einige Stunden dann hätten gesperrt werden müssen. Gemunkelt wird, man wollte nicht mit den entsprechenden Reedereien verhandeln. Schade!

In den nächsten Jahren erwarten uns dann die nächsten großen Schwimm-Events wie z.B. die Schwimm-Weltmeisterschaft 2015 in Kasan (Russland) oder die Olympischen Sommerspiele 2016, die in Rio de Janeiro (Brasilien) stattfinden sollen. Übrigens plant Berlin, sich für die Sommer-Olympiade 2024 zu bewerben. Ob die Open-Water-Wettkämpfe dann wohl auch wieder in Grünau stattfinden werden? Wie wäre es übrigens, alle anderen Wettkämpfe auf dem Berlin-Brandenburg-Flughafen (BER) zu veranstalten – als eine Art sinnvolle Zwischennutzung bis der BER fertiggestellt ist?

 

Final-Ergebnisse des letzten Wettkampf-Tages

50 m Freistil Frauen
Gold für Francesca Halsall (GBR)     24.32 Sek
Silber für Sarah Sjöström (SWE)       24.32 Sek
Bronze für Jeanette Ottesen (DEN)   24.53 Sek

50 m Freistil Männer
Gold für Florent Manaudou (FRA)          21.32 Sek
Silber für Konrad Czerniak (POL)           21.88 Sek
Bronze für Ari-Pekka Liukkonen (FIN)    21.93 Sek

50 m Brust Frauen
Gold für Ruta Meilutyte (LTU)              29.89 Sek
Silber für Jennie Johansson (SWE)    30.52 Sek
Bronze für Moniek Nijhuis (NED)         30.64 Sek

200 m Schmetterling Frauen
Gold für Mireia Belmonte Garcia (ESP)   2:04.79 Min
Silber für Judit Ignacio Sorribes  (ESP)     2:06.66 Min
Bronze fürKatinka Hosszú (HUN)              2:07.28 Min

Franziska Hentke mit 2:08.93 Minuten auf Platz 6

 

400 m Lagen Männer
Gold für David Verraszto (HUN)      4:11.89 Min
Silber für Roberto Pavoni (GBR)    4:13.75 Min
Bronze für Federico Turrini (ITA)    4:14.15 Min

Yannick Lebherz mit 4:16.17 Minuten auf Platz 5 und Jacob Heidtmann mit 4:18.10 Minuten und damit einer Steigerung seiner Bestzeit auf Platz 6.

 

400 m Freistil Frauen
Gold für Jazmin Carlin (GBR)                       4:03.24 Min
Silber für Sharon van Rouwendaal (NED)   4:03.76 Min
Bronze für Mireia Belmonte Garcia (ESP)  4:04.01 Min

4 x 100 m Lagen Frauen
Gold für Dänemark                        3:55.62 Min
Silber für Schweden                      3:56.04 Min
Bronze für Großbritannien             3:57.97 Min   

Nicht nur Gold, sondern auch ein neuer Europa-Rekord für Dänemark

4 x 100 m Lagen Männer
Gold für Großbritannien            3:31.73 Min
Silber für Frankreich                  3:32.47 Min
Bronze für Ungarn                      3:33.11 Min

Deutschland landete mit 3:33.92 Minuten auf Platz 4.
Jan-Philip Glania bestritt die Rücken-, Marco Koch die Bruststrecke. Steffen Deibler schwamm Schmetterling und Paul Biedermann die Freistil-Strecke.

 

 Foto oben (SSE – Ausschwimmbecken für die EM-TeilnehmerInnen) / ©Sigrid Deitelhoff

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