vonSigrid Deitelhoff 22.06.2018

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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Ich stehe am Beckenrand des Sportbeckens auf der äußeren Bahn mit Wettkampfleinen und beobachte, wie  ein junger Mann eine ältere Frau zu überholen versucht – bewaffnet mit Handpaddles. Beide erreichen fast gleichzeitig den Beckenrand.

Frau: „Hey, Doping ist im Schwimmsport nicht erlaubt!“

Mann: „Was meinst Du damit?“

Frau: „Handpaddles und Flossen sind hier im Sportbecken nicht erlaubt.“

Mann: „Oh, das wußte ich nicht. Dann muß ich wohl ohne Paddles weiter kraulen.“

Frau: „Besser ist es, sonst wirst Du für den nächsten Wettkampf gesperrt.“

Foto oben: ©Sigrid Deitelhoff
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kommentare

  • Es gibt Menschen (Schwimmer) die nutzen die Hilfsmittel aus ganz anderen Gründen – keineswegs um damit schneller zu sein oder wie hier gesagt zu „dopen“. Schon mal eine Physiotherapie gemacht, oder eine Rehabilitation erlebt nach einem Unfall. Es gibt zahlreiche kleine wie grosse Geräte in mannigfaltigen Situationen, die bestimmte Bewegungen erleichtern oder Muskelaufbau fördern oder gar eine Behinderung ausgleichen. Wenn ein Einarmiger z.B. der Meinung ist er möchte seine Behinderung mit einem Pad ausgleichen – dann kann dabei wohl doch nicht von Doping gesprochen werden. Öffentiche Schwimmbäder sind für viele verschiedene Menschen und Ansprüche wichtig. Wichtig aber eben auch aus gesundheitlichen Aspekten. Aktive Besucher (Schwimmer) ersparen dem Gesundheitssystem schlussendlich Millionen. Wer an diesem Punkt einzig auf den Schmarn mit dem Gedanken des „Dopings durch Pads“ kommt – argumentiert aus keiner anderen Sicht als der des dauernden Wettbewerbes in einer Leistungsgesellschaft, die z. Teil sehr unmenschlich geworden ist.

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