vonSigrid Deitelhoff 16.09.2021

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

Mehr über diesen Blog

Achtung: es gibt unterschiedliche Informationen zu den täglichen Öffnungszeiten.

Das Prinzenbad verlängert die Sommersaison bis zum 22. Oktober. Das Olympiabad sogar bis zum 24. Oktober. Es kann ab Montag täglich im Prinzenbad von 7 bis 19 bzw. 8 bis 18 Uhr (es gibt noch unterschiedliche Informationen hierzu) geschwommen werden, im Olympiabad von 7 bis 21 Uhr. Es gelten weiterhin Besucherobergrenzen und Zeitfenster. Wenn die Kontingente nicht ausgebucht sind, ist auch ein spontaner Besuch möglich, allerdings ist der Einlass nur bis eine Stunde vor Ende des jeweiligen Zeitfensters möglich. Es gilt wie im Sommer ein Einheitspreis von 3,80 Euro pro Badbesuch; Tickets können online oder an der Kasse des jeweiligen Bades erworben werden.

Alle Becken stehen uns PrinzenbadlerInnen zur Verfügung. Eines der drei 50-Meter-Becken wird nicht beheizt. In den Duschen gibt es überall warmes Wasser.

Die längere Öffnung sei ein Experiment: Wenn das Angebot gut angenommen werde und auch der technische Betrieb problemlos möglich ist, könne es so etwas auch im kommenden Jahr geben – so Dr. Johannes Kleinsorg, Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäder-Betriebe.

Ich glaube, so lange konnten wir bisher noch nie in einem Berliner Freibad schwimmen. Wow! Da kommt Freude auf. Vermutlich wird aus der Not eine Tugend gemacht. Es gibt zu wenig Hallenbäder, die gerade geöffnet werden können.

Die sensationelle Verlängerung der Sommersaison bis zum 22. Oktober – nennen wir sie mal Kreuzberger Herbstsaison –  ist gerade auch im Hinblick auf die Pandemie eine gute Idee. Die Möglichkeit weiter unter freiem Himmel schwimmen zu können, ist in Anbetracht der anlaufenden 4. Corona-Welle und der wieder stetig steigenden Inzidenzen eine risikominimierende Maßnahme und darüber hinaus für uns Prinzenbadfans eine wunderbare Neuigkeit. Ich freue mich!!!

Ausserdem: Am kommenden Montag nimmt auf dem Gelände des Sommerbades Kreuzberg auch das neu gebaute Hallenbad seinen Betrieb auf: Die Schwimmhalle Kreuzberg wurde in den vergangenen Monaten in Leichtbauweise errichtet, kostete etwa 5 Millionen Euro und verfügt über ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen. Da es sich bei der Konstruktion um ein bundesweites Novum handelt, startet der Betrieb zunächst zur Probe und vorerst nur für Schulen und Vereine. „Wir möchten sehen, wie das Bad unter Belastung läuft“, sagt Jan Lelansky, zuständiger Projektleiter bei den BBB. Wie bei der Traglufthalle im Kombibad Seestraße in Wedding handelt sich bei der Schwimmhalle Kreuzberg um ein Interimsbad, das vorübergehend betrieben wird, während andere Bäder saniert werden. „Wenn der Probebetrieb erfolgreich abgeschlossen ist, kann auch die Öffentlichkeit die Halle nutzen – zum Frühschwimmen und am Wochenende“, sagt Christian Hammerich, Leiter Badbetrieb bei den BBB.

Es gibt übrigens seit kurzer Zeit eine Online-Petition, die  für eine ganzjährige Öffnung des Prinzenbads Stimmen sammelt. Ich bin gespannt, wieviele Unterschriften da zusammen kommen. Ich würde – wie viele andere PrinzenbadlerInnen – auch in den Wintermonaten draussen schwimmen. Bisher ist das Freibad immer noch sehr gut besucht bei angenehmen Aussentemperaturen. Aber ob sich das dann wirklich auch noch in den sehr kalten Wintermonaten rechnet, kann ich nicht beurteilen. Ich habe mal gehört, dass die Betreibung der Becken im Winter ca. 1200 Euro pro Tag kostet. Wenn bei Minustemperaturen dann die ganzen SportschwimmerInnen doch in die Hallenbäder und Fitness-Studios abwandern, könnte das eine ungünstige Kosten-Nutzen-Rechnung sein. Aber wie schon erwähnt, ich würde auch im Winter draussen schwimmen und viele meiner MitschwimmerInnen auch. Das Dantebad in (…wie hieß noch gleich der Ort in Bayern? Ach, ja…) München ist auch ganzjährig geöffnet. Ebenso das Wunnebad im Rems-Murr-Kreis (wie, das kennt ihr nicht?!) oder das Stadionbad in Frankfurt, um nur einige wenige ganzjährige Freibäder zu nennen. Das sollten wir in der Hauptstadt Berlin doch auch hinbekommen…

Teaser-Foto oben: ©Fanny Cathrin Melle

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/prinzenbad/2021/09/16/saisonende-am-22-oktober/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • Wie kommt Christian auf die Idee, es würde ab 7 Uhr geöffnet? Ich habe mir heute, am Sonntag, an der Kasse die patzige Antwort auf eine freundliche Anfrage abgeholt, dass man kein Licht hätte und ich mich ja bei der Badleitung „beschweren könnte“. Auf meinen Hinweis, ich hätte nur nachfragt, kam nochmals der Hinweis, sich an die Badleitung zu wenden. Jedenfalls bleibt es nach der Aussage an der Kasse bei 8 Uhr.

  • Nach meinem langen Gespräch mit den BBB wurden nun die Öffnungszeiten auf 7 bis 19 Uhr abgeändert. Ich weiß natürlich nicht wirklich, ob es an meinem Telefonat lag oder an der Summe der Beschwerden, die dort eingegangen sind. Aber Wunder geschehen immer wieder, habe ich von Katja Ebstein gelernt. Sie hatte wohl recht. 🙂

  • Bei aller Freude über die verlängerte Saison. So geht es nicht. Wollen die BBB alle, die arbeiten gehen müssen und nicht bis in den Abend hinein im Büro bleiben wollen, ausschließen? Dies ist unglaublich. Und warum geht es im Stadion von 7 bis 21 Uhr? Die Verantwortlichen der BBB sollten noch einmal richtig nachdenken und ihre Öffnungszeiten neu justieren.

  • Die Ernüchterung ist die ungeliebte kleine Nichte der Begeisterung. Heute morgen wich die Freude über die tolle Nachricht der außergewöhnlichen Saisonverlängerung bei vielen Stammgästen der Enttäuschung und der Rechnerei, wie die 8 Uhr-Öffnung mit dem Arbeitsbeginn vereinbart werden könnte. Über den Daumen gepeilt die Hälfte der Stammbesucher wird wohl passen müssen. Schade, aber vielleicht lässt sich ja doch noch an der Uhr drehen. Ansonsten ist es sehr erfreulich, dass die Bäderbetriebe ihrem Auftrag, den Schwimmbegeisterten dieser Stadt vielfältige Möglichkeiten zu bieten, jetzt auch kreativ und spontan nachkommt. Ob da Provisorien geschaffen werden oder aus der Not eine Tugend gemacht wird, ist für mich jedenfalls nebensächlich.

  • Eine tolle Nachricht, und analog zum Oktober sollte ins Auge gefasst werden, schon Anfang April das Prinzenbad zu öffnen im April wird es von Tag zu Tag früher hell.
    Warum man aber jetzt immer noch 4 Slots ansetzt ist mir ein Rätsel,
    2:15 Minuten sind ein Witz, zumal davon 30 Minuten abgehen wegen des Endes der Badezeit.
    In der Halle eventuell durchführbar , draußen aber unsinnig.
    Da bleibt jeder nochmal gerne in der Cafeteria.

  • Hurra! Was eine schöne Nachricht, so kurz vor dem bis gestern noch avisierten Saisonende. Doch ist da gleich ein Wermutstropfen, Öffnung ab 8.00 Uhr erst? Im Ernst? Das heißt für die meisten Berufstätigen bleibt dann doch nur das Wochenende zum Eintauchen und Schwimmen. Solange es morgens noch hell ist, wäre es begrüßenswert, die Öffnungszeiten zu überdenken!

  • Es ist natürlich sensationell, dass wir erstmalig auch im Oktober im Prinzenbad schwimmen können. In den wirklich kalten Wintermonaten wird dies etwas schwierig, die Sanitärbereiche sind nicht beheizbar. Dies unterscheidet das Prinzenbad vom Dante-Bad und auch die Kleinigkeit, dass das Dante-Bad von einem Energieversorger betrieben wird. Übrigens 1200 EUR reichen nicht aus, um ein Sommerbad zu betreiben.
    Hinzu kommt, dass diejenigen, die am lautesten nach einer ganzjährigen Öffnung des Prinzenbades schreien, auch die ersten sind, die bei richtiger Kälte wegbleiben. Wir sollten also froh sein, dass wir bis Ende Oktober im Prinzenbad schwimmen können und hoffen, dass die BBB bis dahin ihre Dächer geregelt bekommen. In der Krummen Straße schaffen sie es leider seit Jahren nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.