vonSigrid Deitelhoff 04.05.2022

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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Die Berliner Bäderbetriebe haben für diese Sommersaison die Corona-bedingten Einschränkungen aufgehoben. Ihr habt das vermutlich auch schon mitbekommen: Der Betrieb in allen Frei- und Sommerbädern läuft wie vor der Pandemie.

Es gibt zum Beispiel keine Zeitfenster mehr. Aber nicht nur die wurden gestrichen, sondern die großen Uhren wurden auch gleich mit abgeschafft (vielleicht werden sie auch überholt oder restauriert). Keine Fenster, keine Zeiten. Obwohl…, so ganz stimmt das mit den fehlenden Uhren nicht. Eine kleine Küchenuhr wurde oben im Bademeisterturm hinter der Glasscheibe angebracht. Die ist jedoch leider verkehrt herum hingestellt worden. Die 12 befindet sich unten. Ich habe das nur dadurch mitbekommen, weil einige SchwimmerInnen am Beckenrand standen und immer den Kopf zu einer Seite neigten, wenn sie zum Bademeisterturm schauten.

Ansonsten fragen die „Zeit-SchwimmerInnen“, die einfach nur so vor sich hin schwimmen, wer eine Trainingsuhr besitzt und so eine Zeitauskunft geben könnte. Die UhrträgerInnen können meistens nicht weiterhelfen. Die PrinzenbadlerInnen  mit Trainingsprogrammen sind jedoch vor den „Zeit-SchwimmerInnen“ klar im Vorteil. Sie schätzen die Dauer ihrer Trainingseinheiten recht genau ein und sagen in der Regel treffsicher die aktuelle Uhrzeit an.

Wie angekündigt ist das Nichtschwimmerbecken aufgrund der Fugensanierung noch gesperrt. Ersatzweise wurde im Sportbecken auf der rechten breiten Bahn im hinteren nicht so tiefen Bereich eine Querleinung angebracht. Vermutlich für Kinder und NichtschwimmerInnen. Die gibt es momentan so früh am Morgen aber noch nicht, so dass auf dieser Bahn die Badegäste genügend Gelegenheit haben, das Tauchen zu üben, was dann aber leider die Trainingszeiten verfälscht.

Und was passiert so auf den anderen geleinten Bahnen? Auch in dieser Saison sind wieder so einige Kuriositäten zu beobachten, wie zum Beispiel Brustbeinschlägen beim „altdeutschen Rückenschwimmen“, die nicht unter Wasser, sondern im 90 Grad-Winkel in der Luft stattfinden. Das sieht zwar lustig aus, scheint aber vermutlich eine neue Schwimmstil-Richtung zu sein – vielleicht sogar eine ganz neue Schwimmart.

Übrigens: Die Wassertemperatur wurde in Folge des Ukraine-Kriegs (Stichwort Energie sparen) um 2 Grad gesenkt. Eine kleine Umfrage unter den Stammgästen ergab jedoch, dass dies akzeptabel sei. Na gut,  die Frostbeulen unter uns konnte ich natürlich nicht fragen, die sind noch zu Hause geblieben und werden erst zu einem späteren Zeitpunkt anbaden. Das vordere Becken macht jedoch seinem Namen „Bergsee“ alle Ehre. Nur die ganz Mutigen schwimmen zur Zeit hier.

Alle Fotos: ©Sigrid Deitelhoff

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