vonSchröder & Kalender 10.10.2006

Schröder & Kalender

Seit 2006 bloggen Schröder und Kalender nach dem Motto: Eine Ansicht, die nicht befremdet, ist falsch.

Mehr über diesen Blog

Der Bär flattert heute nicht.Moped-schlittschuh2.jpg

Im Herbstprogramm 1969, des im selben Jahr gegründeten März Verlags, kündigten wir die ›Schnellste Pizza der Welt. Neue Gedichte aus England‹ an. Es wurde die langsamste Pizza der Welt, denn der Herausgeber und Übersetzer Ralf Rainer Rygulla lieferte kein Manuskript. Mehr als die Ankündigung ist nicht erschienen, aber es gab und gibt das Umschlagmotiv mit dem Motorradfahrer von Thomas Hornemann, dieser Siebdruck hing immer in meinen Räumen und hängt jetzt in Berlin im Flur.

Zur Pop-Ausstellung in Köln waren neben Linda Pfeiffer und Henning John von Freyend auch Thomas Hornemann gekommen. Ihn hatte ich das letzte Mal 1969 gesehen. Die drei Mitglieder der Künstlergruppe Exit: Berndt Höppner (Doris), Henning John von Freyend (Das Hemd von Rolf Dieter Brinkmann) und Thomas Hornemann (Motorradfahrer) waren während der Buchmesse meine Gäste gewesen, zusammen mit Maleen und Rolf Dieter Brinkmann, Rolf Eckart John und Linda Pfeiffer schliefen sie in meiner Frankfurter Wohnung, die ich gerade gemietet hatte. Sie war noch nicht möbliert, die Kölner schliefen auf Feldbetten. So sahen die Künstler 1969 aus:

Foto-exit.jpg
v.l.n.r.: Berndt Höppner, Linda Pfeiffer, Henning John von Freyend, Thomas Hornemann.

Alle, die sich in Köln wieder trafen, waren begeistert von Uwe Hussleins formidabel kuratierter Ausstellung, siehe dazu auch die Besprechung von Wolfgang Frömberg in in der StadtRevue. Die Ausstellung zeigt das Rhizom unserer frühen Aktivitäten, wie wir es selbst nicht besser hätten präsentieren können.

märz-1.jpg

Den Motorradfahrer der ›Schnellsten Pizza der Welt‹ haben wir für die Dauer der Ausstellung in Köln mit Martin Eberles Foto aus seiner Fotosequenz ›nature morte‹ getauscht.
flur-äste.jpg

Das Motto dieser Arbeit lautet: »Mit den drei Fackeln, die ihn in seinem Studium der Natur unablässig leuchten, nämlich Beobachtung, Gefühl und Vernunft, gibt er Erscheinungen wieder, die uns ins Träumen bringen, schlichte Gegenstände, die uns rühren, Schauplätze, die uns durch ihre kühne Silhouetten erstaunen und erschrecken […] Ein vollkommener Künstler ist, wer mit dem besten Geschmack in der Natur auswählt. Früher hieß es, die Natur wiedergeben. Heute hingegen: in der Natur auswählen.« C. Nègre, La Lumière, Paris 1851

ste-Flur-1.jpg

Zur Kölner Ausstellung ›Außerordentlich und obszön. Rolf Dieter Brinkmann und die POP-Literatur‹ haben wir zahlreiche Bilder, Fotos und andere Materialien eingeliefert. Dem MÄRZ Verlag ist in der Ausstellung ein eigener Raum gewidmet. Für die Zeit, in der die Leihgaben in Berlin an den Wänden fehlen, hat uns der Fotograf Martin Eberle einige Arbeiten ausgeliehen. Diese werden wir in den nächsten Wochen in einer ›blog exhibition‹ vorstellen, kontrastiert von unseren Kölner Exponaten.

POP-Vignette.jpg

Das Plakat zur Ausstellung sowie die begleitenden Drucksachen entwarfen Barbara Kalender und Jörg Schröder. Ausstellung: Kunsthaus Rhenania, Bayenstrasse 18, 50678 Köln, vom 29.09 – 19.11.2006, Freitags: 18 – 22 Uhr, Samstags und Sonntags: 12 – 18 Uhr.

Vita Martin Eberle: Geboren 1966 in Augsburg, Studium (Fotodesign) an der FH Dortmund, Mitbetreiber der Galerie berlintokyo in Berlin, Mitarbeiter Erratik Institut Berlin und bei PAKT – Zeitschrift für Fotografie und Medienkunst, Lehrauftrag Fotografie am Fachbereich Design der FH Potsdam, zahlreiche Ausstellungen, zuletzt: 2003: Haus am Waldsee, Berlin; 2004: KunstWerke, Berlin und Neue Dokumente, Berlin; 2005: Frankfurter Kunstverein, Frankfurt; 2006: General Public/Club Transmediale, Berlin. Buchveröffentlichung: ›Temporary Spaces‹ (s.o.)

(Copyright für die Abbildungen: Thomas Hornemann und Martin Eberle, sonst BK / JS)

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/schroederkalender/2006/10/10/auserordentlich-und-obszon-bildertausch-4/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.