Der Bär flattert heftig in östlicher Richtung.
Heute Abend kommt Albrecht Götz von Olenhusen, der Freiburger Urheberrechtsexperte und Homme de Lettre zum Essen. Er besucht den Kongreß der Karl-May-Gesellschaft, die vom 11. bis 14. Oktober in Berlin tagt.
In unserem Zettelkasten haben wir ein Blatt aus einem Autographen-Katalog von Hartung und Karl gefunden, das wir Albrecht mitgeben werden.
Am 2. Januar 1909 liefert Karl May aus der Villa Shatterhand in Radebeul-Dresden ein deprimiertes Stimmungsbild an Adolf Schriefer über den zurückliegenden, gewonnenen Prozeß und seine Vermögensverhältnisse: »Nun ich in allen Stücken gesiegt habe, kommt man mir jetzt mit theologischen Lügen. Es hat sich eine Clique gebildet, welche behauptet, ich verführe die Katholiken, ich verbreite Irrlehren … Ich habe Sorgen, über Sorgen! Und meine Gegner bereiten mir Qual über Qual! … Die Rache ist nicht nur gegen die göttliche, sondern auch gegen die menschliche Natur. Sie bringt gradezu Schande vor Gott und den Menschen !!! !!! !!! !« Er berichtet über eine Operation, die Schmerzen hindern ihn am Schreiben: »Ich schreibe aber doch! … Wollen Sie mit mir tauschen? Oder genügt Ihnen mein Gottvertrauen und mein guter Wille, im Leide, welches man zu tragen hat, still zu sein? …«
Das Deutsche Historische Museum zeigt gegenwärtig die Ausstellung ›Karl May – Imaginäre Reisen‹.
(KM / BK / JS)