vonDetlef Georgia Schulze 04.07.2024

Theorie als Praxis

Hier bloggt Detlef Georgia Schulze über theoretische Aspekte des Politischen.

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Sind die USA nun eine absolutistische Monarchie?

Der US-Supreme Court hat am Montag entschieden, daß US-PräsidentInnen – auch nach Ende ihrer Amtszeit – eine teilweise Immunität für während ihrer Amtszeit ausgeführte official acts haben. Die deutsche Presse1 liebt einen Satz aus dem Minderheitsvotum der drei von Obama und Biden nominierten Richterinnen Sotomayor (Autorin), Kagan und Jackson (mitzeichnend). Ich zitiere im folgenden den geliebten Satz und zusätzlich den unmittelbar davor stehenden Satz: „The relationship between the President and the people he serves has shifted irrevocably. In every use of official power, the President is now a king above the law.“ (Trump v. United States [01.07.2022], S. 97 [hier und im folgenden jeweils der durchgehenden2 digitalen Seitenzählung])

Ich sehe Sache anders – warum wird dort:

http://blogs.taz.de/theorie-praxis/files/2024/07/politisch_irrig.pdf (30 Seiten)

ausführlich erklärt.

 

Resümee

1. Die Immunitäts-Entscheidung des US-Supreme Court ist materiell weit von dem entfernt, was Trump wollte – so sieht es auch die Supreme Court-Mehrheit selbst: „Trump asserts a far broader immunity than the limited one we have recognized(Trump v. United States [01.07.2022], S. 40).
Wie hier auf S. 4 gesagt, wollte Trump – analog zur Supreme Court-Entscheidung Nixon v. Fitzgerald, 457 U.S. 731 758 (756) in Bezug auf zivilrechtlichedamages liability“ – auch im strafrechtlichen Bereich absolute Presidential immunity […] for acts within the ‚outer perimeter‘ of his official responsibility“ – und auf dieser Grundlage die Abweisung der ganzen Anklage gegen ihn (siehe FN 37). Erhalten hat er:

„[…] absolute immunity from criminal prosecution for actions within his conclusive and preclusive constitutional authority. And he is entitled to at least presumptive immunity from prosecution for all his official acts. There is no immunity for unofficial acts.
(Trump v. United States [01.07.2022], S. 1)

Also:

Immunität in Bezug auf damage liability

Strafrechtliche ‚Immunität‘

absolute immunity

absolute immunity

for acts within the ‚outer perimeter‘ of his official responsibility

for actions within his conclusive and preclusive constitutional authority”

presumptive immunity

for all his [other] official acts

no immunity

for unofficial acts

a) Satz 11 aus der Entscheidung von Montag ist – wie auf S. 8 gesagt – banal: Das, was sich innerhalb derconclusive and preclusive constitutional authority“ von PräsidentInnen hält, darf – von Verfassungs wegen – nicht strafbar sein. Mit Immunität hat das gar nichts zu tun, wie Richterin Barrett korrekt erkannte.
Immunität kommt dagegen überhaupt nur in Betracht in Bezug auf Fragen, in Bezug auf die PräsidentInnen nicht entscheiden dürfen wie sie wollen, sondern schon von Verfassungs wegen bestimmten rechtlichen Beschränkungen unterliegen, oder in Bezug auf die sie überhaupt nur deshalb entscheiden dürfen, weil es ihnen einfache Gesetze ermöglichen. Denn nur, wenn PräsidentInnen nicht entscheiden dürfen, wie sie wollen, kommt in Betracht, daß sie rechtswidrig entscheiden und sich eventuell strafbar machen – erst der Schutz davor wäre Immunität im strengen Sinne.

b) Für die anderen offiziellen Handlungen Trumpsalso die, die nicht von der conclusive and preclusive constitutional authority gedeckt, aber trotzdem „offiziell“ waren – ist erst noch (zunächst von den unteren Gerichten) zu prüfen, ob Trump Immunität zusteht – also nichts von wegen Verfahrenseinstellung.

c) Und für seine anklage-gegenständlichen Handlungen, die nicht offizielle Handlungen waren, hat Trump eh keine Immunität – also erst recht keine Verfahrenseinstellung. (Trump war der Ansicht, daß alle seine anklage-gegenständlichen Handlungen offiziell waren und beantragte auf dieser Grundlage die Abweisung der Anklage.2 Aber auch die Supreme Court-Mehrheit hat schon durchblicken lassen, daß wahrscheinlich nicht alle anklage-gegenständlichen Handlungen Trumps offiziellen Charakters waren3 [darauf werde ich in einem weiteren Artikel genauer eingehen].)

d) Für die LeserInnen, denen es nicht eh klar ist: Es gehört nicht zu den conclusive and preclusive constitutional authorityvon US-PräsidentInnen, in den USA Wahlergebnisse zu (ver)fälschen oder andere Leute dazu anzustiften.

2. a) Die Entscheidung kann Trump allerdings – wegen der eingetretenen zeitlichen Verzögerung – prozedural nützen: Sollte Trump im Herbst wiedergewählt werden, so könnte ein von ihm ernannter neuer Generalstaatsanwalt-/-anwältin = JustizministerIn die anhängigen Anklagen auf Bundesebene zurückziehen. In Betracht kommt auch noch, daß sich Trump selbst amnestiert – was neuen verfassungsrechtlichen Streit hervorrufen würde.
Auch die Anklage im Bundesstaat Georgia (ebenfalls wegen des Wahlbetrugs-Versuchs) würde während einer weiteren Trump-Amtszeit eventuell auf Eis liegen.

b) Die eingetretene zeitliche Verzögerung ist allerdings mindestens genauso von den unteren Gerichten zu verantworten, die sich geweigert hatten, zu prüfen, ob die anklage-gegenständlichen Handlungen Trumps, offizielle Handlungen des Präsidenten Trump oder private Handlungen des Wiederwahl-Kandidaten Trump waren.

3. Die wirklich interessante Frage ist allerdings überhaupt erst noch zu beantworten. Es handelt sich um die Frage, die fünf Richter erst einmal durch die unteren Gerichte genauer untersucht haben wollen und die die von Trump ernannte – Richterin Barrett lieber schon jetzt (und zwar weitgehend zum Nachteil von Trump) beantwortet hätte:

Properly conceived, the President’s constitutional protection from prosecution is narrow. The Court leaves open the possibility that the Constitution forbids prosecuting the President for any official conduct, instructing the lower courts to address that question in the first instance. See ante, at 144. I would have answered it now.
(Trump v. United States [01.07.2022], S. 61 f.)

4. Die Antwort dieser Richterin auf diese Frage lautet:

I would thus assess the validity of criminal charges predicated on most official acts – i.e., those falling outside of the President’s core executive power – in two steps. The first question is whether the relevant criminal statute reaches the President’s official conduct.
(Trump v. United States [01.07.2022], S. 62)

If the statute covers the alleged official conduct, the prosecution may proceed only if applying it in the circumstances poses no ‚dange[r] of intrusion on the authority and functions of the Executive Branch.‹‘ Ante, at 14 (quoting Nixon v. Fitzgerald, 457 U. S. 731, 7545 (1982)). On remand, the lower courts will have to apply that standard to various allegations involving the President’s official conduct.
(Trump v. United States [01.07.2022], S. 63)

Nach dem zweiten Satz in vorstehendem Zitat steht eine Fußnote, in der es ergänzend heißt:

This analysis is unnecessary for allegations involving the President’s private conduct because the Constitution offers no protection from prosecution of acts taken in a private capacity. Ante, at 156. Sorting private from official conduct sometimes will be difficult – but not always. Take the President’s alleged attempt to organize alternative slates of electors. See, e.g., App. 208. In my view, that conduct is private and therefore not entitled to protection. See post, at 27–28 (SOTOMAYOR , J., dissenting)7.
The Constitution vests power to appoint Presidential electors in the States. Art. II, § 1, cl. 28; see also Chiafalo v. Washington, 591 U. S. 578, 588–589 (2020). And while Congress has a limited role in that process, see Art. II, § 1, cls. 3–4i, the President has none. In short, a President has no legal authority – and thus no official capacity – to influence how the States appoint their electors. I see no plausible argument for barring prosecution of that alleged conduct.
(Trump v. United States [01.07.2022], S. 63, FN 2)

For example, the indictment alleges that the President ‚asked the Arizona House Speaker to call the legislature into session to hold a hearing‘ about election fraud claims. App. 193. The President has no authority over state legislatures or their leadership, so it is hard to see how prosecuting him for crimes committed when dealing with the Arizona House Speaker would unconstitutionally intrude on executive power.
This two-step analysis – considering first whether the statute applies and then whether its application to the particular facts is constitutional – is similar to the approach that the Special Counsel presses in this Court. Brief for United States 24–309. It is also our usual approach to considering the validity of statutes in situations raising a constitutional question. […]. An important difference in this context is that the President is entitled to an interlocutory appeal of the trial court’s ruling. […]. A criminal defendant in federal court normally must wait until after trial to seek review of the trial court’s refusal to dismiss charges. […]. But where trial itself threatens certain constitutional interests, we have treated the trial court’s resolution of the issue as a ‚final decision‘ for purposes of appellate jurisdiction.
(Trump v. United States [01.07.2022], S. 63 f.)

5. Der Umstand, daß die fünf anderen Richter der (6:3-)Mehrheit diese Frage noch nicht beantworten wollten, könnte darauf hindeuten, daß deren Antwort vielleicht anders ausfallen wird, als die von Barrett (auch darum wird es in dem folgenden Artikel gehen). Vielleicht ging es einem Teil der fraglichen fünf Richter aber auch nur darum, Trump mehr Zeit zu verschaffen und/oder die endgültige Entscheidung auf nach den Wahlkampf zu verschieben.

6. Der von der deutschen Presse geliebte Satz aus dem Minderheitsvotum von drei Richterinnen (In every use of official power, the President is now a king above the law. [Trump v. United States <01.07.2022>, S. 97]) ist Quatsch.

a) Die Gerichts-Mehrheit sagt vielmehr ausdrücklich: „The President is not above the law.

b) Das, was die Gerichts-Mehrheit sagt, ist auch nicht nur eine Bemäntelung oder Leugnung dessen, was die Mehrheit wirklich tut. Denn:

aa) Auch die Supreme Court-Mehrheit hat – wie schon bei 1. c) gesagt – bereits durchblicken lassen, daß wahrscheinlich nicht alle anklage-gegenständlichen Handlungen Trumps offiziellen Charakters waren – sodaß also nach Mehrheitsmeinung des Gerichts jedenfalls nicht alle anklage-gegenständlichen Handlungen der Immunität unterlägen.

bb) Auch für einen Teil der anklage-gegenständlichen Handlungen Trumps, die offiziellen Charakters waren, ist erst noch zu prüfen, ob sie der Immunität unterliegen.

c) Auch die 1983er Entscheidung des US-Supreme Court zu damage liability von US-PräsidentInnen, auf die sich Trump berief, war eine sehr umstrittene Entscheidung. In einem der damaligen Minderheitsvoten (von drei Richtern) hieß es:

For me, the Court leaves unanswered [… the] argument that no man, not even the President of the United States, is absolutely and fully above the law. See United States v. Lee, 106 U. S. 19610, 220 (1882), and Marbury v. Madison, 1 Cranch 137, 16311 (1803). Until today, I had thought this principle was the foundation of our national jurisprudence. It now appears that it is not.
(Nixon v. Fitzgerald, 457 U.S. 731 758 [798])

Auch wenn‘s unwahrscheinlich ist: Vielleicht hatte Trump irgendwann mal diese damalige „liberale“ Kritik an der damaligen Richter-Mehrheit gelesen und sie sich als Freibrief zu eigen gemacht. Wahrscheinlicher ist allerdings, daß sich Trump, sollte er im Herbst wiedergewählt werden, bei ‚passender‘ Gelegenheit mal auf den Satz aus dem jetzigen „liberalen“ Minderheitsvotum, „the President is now a king above the law, berufen und ihn für sich in Anspruch nehmen wird.

7. Würde Trump im Herbst nicht erneut zum Präsidenten gewählt, würde das allemal mehr von der Stabilität der us-amerikanischen Demokratie zeugen, als wenn er am Ende doch noch in den Knast gesteckt würde. Denn, wenn die Mehrheit der Bevölkerung die Demokratie nicht mehr will, dann ist auch unwahrscheinlich, daß Gerichte sie retten. Schon bevor der deutsche Reichstag 1933 das nationalsozialistische Ermächtigungsgesetz beschlossen hatte, weigerte sich der Staatsgerichtshof der Weimarer Republik tätig zu werden, als ihn die preußische Landesregierung angerufen hatte, weil ihr die preußischen Stimmen im Reichsrat entzogen und auf den Reichskommissar für Preußen und den Beauftragten für Sicherheit und Ordnung in Sachsen übertragen worden waren12:

Eine weitere gravierende Verfassungsverletzung [beim Übergang zur NS-Herrschaft] stellte auch die sogenannte Zweite Preußenschlag-Notverordnung vom 6. Februar 1933 dar, mit der sich die NS-Regierung unter klarer Verletzung der verbindlichen Vorgaben im Urteil des Staatsgerichtshofs vom 25. Oktober 193213 in verfassungswidriger Weise die Stimmführerschaft und das Vertretungsrecht Preußens im Reichsrat, also der Länderkammer, verschaffte. Der daraufhin von der abgesetzten preußischen Staatsregierung angerufene Staatsgerichtshof unter dem Vorsitz des Reichsgerichtspräsidenten Erwin Bumke weigerte sich jedoch, tätig zu werden und unverzüglich eine Entscheidung zu treffen, mit der die evident verfassungswidrige Notverordnung hätte aufgehoben werden können.“
(Dieter Deiseroth, Die Legalitäts-Legende. Von Reichstagsbrand zum NS-Regime, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 2/2008, 91 – 102)

Ohne die preußischen Stimmen wäre aber die auch im Reichsrat für das Ermächtigungsgesetz nötige 2/3-Mehrheit nicht zustande gekommen. – Soviel zur gängigen, deutsch-„freiheitlich demokratischen“ These von der „Legalität“ der nationalsozialistischen Machtübernahme, mit der Liberalitäts- und Demokratie-Beschränkungen als präventive Demokratie- und Freiheits-Verteidigung legitimiert werden. (Ich sage wohlgemerkt nicht, daß es demokratie- und liberalitäts-beschränkend gewesen wäre, wenn die Supreme Court-Mehrheit am Montag im Sinne der Richterin Barrett oder der Richterinnen Sotomayor, Jackson und Kagan entschieden hätte. Ich sage aber sehr wohl, daß der Unterschied zwischen den fünf Herren und den drei letztgenannten Damen nicht so groß ist wie er – vielleicht – den KontrahentInnen selbst und insbesondere deutschen Presse erscheint.)



 

1 Handelsblatt vom 02.07.2024: „Bei der Definition offizieller Amtshandlungen geht die Mehrheit der Richter am Obersten US-Gericht sehr weit. Die liberale Richterin Sonia Sotomayor hielt in der veröffentlichen Minderheitsmeinung dagegen: ‚Bei Ausübung der Amtsgewalt ist der Präsident nun ein König, der über dem Gesetz steht.‘“

Die Welt vom 02.07.2024: „‚Das Urteil verspottet das Gründungsprinzip unserer Verfassung und unserer Regierungsform, wonach niemand über dem Gesetz stehen sollte‘ schreibt Richterin Sotomayor. ‚Das ist genau so schlecht, wie es klingt, und es entbehrt jeglicher Grundlage‘, schreibt die Richterin. ‚Argument für Argument erfindet die Mehrheit eine Immunität, die allein aus dem Prinzip schierer Macht erwächst.‘“

nd vom 02.07.2024: „Die drei liberalen Richter, die von Demokraten ernannt worden waren, äußerten in der von Richterin Sonia Sotomayor verfassten Gegenposition ihre ‚Angst um unsere Demokratie‘. […]. ‚Bei jeder Ausübung seiner Amtsgewalt ist der Präsident jetzt ein König, der über dem Gesetz steht.‘“

taz vom 01.07.2024: „In einer überaus wütend verfassten Minderheitenmeinung schrieb die liberale Richterin Sonia Sotomayor, die konservative Mehrheit habe alle Wünsche Donald Trumps erfüllt und sei sogar darüber hinausgegangen. Das Urteil schaffe einen König, der über dem Gesetz stehe.“

Auch unabhängig von dem Sotomayor-Zitat sind sich die deutschen Medien weitgehend einig – die (deutsch-sprachige) Legal Tribune Online faßt in ihrer Presseschau vom 02.07.2024 faßt wie folgt zusammen: „Der US-Supreme Court entschied, dass Ex-Präsidenten für offizielle Amtshandlungen Immunität genießen. Dagegen seien Handlungen, die sie als Privatperson, Kandidat oder Parteichef vornahmen, strafrechtlich verfolgbar. Die Entscheidung, die mit der Mehrheit der konservativen Richter gegen die Stimmen der drei liberalen Richterinnen getroffen wurde, gilt als Erfolg für Trump und wird als historisch eingestuft. […]. Das zuständige Bundesbezirksgericht in Washington muss nun nach den neu entwickelten Maßstäben des Supreme Courts entscheiden, für welche der Handlungen Trump Immunität genießt und für welche nicht.“

Die Welt vom 02.07.2024: „Die gravierenden Auswirkungen von Trumps Teilerfolg auf die Machtarchitektur in Washington“

Die Zeit vom 01.07.2024 (als Überschrift): „Ein Geschenk für Donald Trump“ (im lead [„Es ist kein Freibrief, aber bessere Wahlkampfhilfe kann sich Trump nicht wünschen“] sowie im nachfolgenden Text allerdings differenzierter. – Trump hätte sich allerdings sehr wohl wünschen können, daß die Supreme Court-Mehrheit ihm vollständig [und nicht nur teilweise] folgt.)

2 Die Entscheidung besteht aus sechs – (in der jetzigen vorläufigen Veröffentlichung) jeweils separat pagnierten – Teilen:
+ Einer Zusammenfassung (der Mehrheitsmeinung) (8 Seiten);
+ der Mehrheitsmeinung (43 Seiten);
+ der ergänzenden Begründung von Richter Thomas (9 Seiten);
+ der ‚ergänzenden‘ (aber teilweise dissentierenden) Begründung von Richterin Barrett (7 Seiten);
+ dem gemeinsamen Minderheitsvotum der drei von Obama und Biden nominierten Richterinnen (30 Seiten)
und
+ einem ergänzenden Text einer dieser drei Richterinnen (Jackson – 22 Seiten).
Die endgültigen – dann mit durchgehender Seitenzählung versehenen – Bände der Entscheidungen des US-Supreme Court – die erst mit erheblicher Verzögerung erscheinen – gibt es für die Zeit ab 1995 dort: https://www.supremecourt.gov/opinions/USReports.aspx; die älteren dort: https://www.loc.gov/collections/united-states-reports/about-this-collection/united-states-reports-by-volume/.


1Under our constitutional structure of separated powers, the nature of Presidential power entitles a former President to absolute immunity from criminal prosecution for actions within his conclusive and preclusive constitutional authority.

2Trump moved to dismiss the indictment based on Presidential immunity. […]. Trump argued that all of the indictment’s allegations fell within the core of his official duties. Id. [Motion To Dismiss Indictment Based on Presidential Immunity in No. 1:23–cr–00257 (DC), ECF Doc. 74], at 27.(Trump v. United States [01.07.2022], S. 11)

3There may […] be contexts in which the President, notwithstanding the prominence of his position, speaks in an unofficial capacity – perhaps as a candidate for office or party leader.“ (Trump v. United States [01.07.2022], S. 37)
At oral argument, Trump appeared to concede that at least some of these acts – those involving ‚private actors‘ who ‚helped implement a plan to submit fraudulent slates of presidential electors to obstruct the certification proceeding” at the direction of Trump and a co-conspirator – entail ‚private‘ conduct.“ (Trump v. United States [01.07.2022], S. 34)

4At a minimum, the President must therefore be immune from prosecution for an official act unless the Government can show that applying a criminal prohibition to that act would pose no ‚dangers of intrusion on the authority and functions of the Executive Branch.‘ Fitzgerald, 457 U. S., at 754. But as we explain below, the current stage of the proceedings in this case does not require us to decide whether this immunity is presumptive or absolute.“ (Trump v. United States [01.07.2022], S.)
Quelle für das Zitat im Zitat: „It is settled law that the separation-of-powers doctrine does not bar every exercise of juris- 754 diction over the President of the United States. See, e. g., […]. But our cases also have established that a court, before exercising jurisdiction, must balance the constitutional weight of the interest to be served against the dangers of intrusion on the authority and functions of the Executive Branch. See […]. When judicial action is needed to serve broad public interests – as when the Court acts, not in derogation of the separation of powers, but to maintain their proper balance, cf. […], or to vindicate the public interest in an ongoing criminal prosecution, see […] – the exercise of jurisdiction has been held warranted.“ (Nixon v. Fitzgerald, 457 U.S. 731 – 758 [753 f.]; Hv. hinzugefügt)

5 Siehe in vorstehender FN 4 den zweiten (= letzten) Absatz.

6As for a President’s unofficial acts, there is no immunity.“ (Trump v. United States [01.07.2022], S. 23)

8 „Each State shall appoint, in such Manner as the Legislature thereof may direct, a Number of Electors, equal to the whole Number of Senators and Representatives to which the State may be entitled in the Congress: but no Senator or Representative, or Person holding an Office of Trust or Profit under the United States, shall be appointed an Elector.“ (https://www.govinfo.gov/content/pkg/CDOC-110hdoc50/pdf/CDOC-110hdoc50.pdf, S. 12 der digitalen und S. 6 der gedruckten Seitenzählung)

9 Siehe oben Seiten 9.

10 https://www.loc.gov/item/usrep106196/. Die opinion of of the court geht Seite 196 unten – 223 der gedruckten Seitenzählung. Es folgt ein dissenting vote von vier Richtern, das bis von Seite 223 – 251 reicht.
Auf S. 220 heißt es in dem Mehrheitsvotum: „No man in this country is so high that he is above the law. No officer of the law may set that law at defiance with impunity. All the officers of the government, from the highest to the lowest, are creatures of the law, and are bound to obey it.

11 https://www.loc.gov/item/usrep005137/. Die opinion of of the court befindet sich auf den Seiten 153 – 180 der gedruckten Paginierung (es folgen keine abweichenden Voten). Auf S. 163 heißt es u.a.: „The very essence of civil liberty certainly consists in the right of every individual to claim the protection of the laws, whenever he receives an injury. One of the first duties of government is to afford that protection. In Great Britain the king himself is sued in the respectful form of a petition, and he never fails to comply with the judgment of his court.

12 Jürgen Meink, Die nationalsozialistische Machtergreifung und die deutsche Staatsrechtswissenschaft, in: Demokratie und Recht 1979, 153 – 162 (158).

13 Bereits 1932 waren der sozialdemokratisch geführten Preußischen Landesregierung – unter ohnehin fragwürdiger Berufung auf den Notverordnungs-Artikel 48 der Weimarer Verfassung – die Exekutivbefugnisse in Preußen entzogen und auf einen Reichskommissar übertragen worden. Der Staatsgerichtshof, der dies grundsätzlich billigte, stellte gleichzeitig fest, daß der Landesregierung aber nicht die „Vertretung des Landes Preußen […] im Reichsrat oder sonst gegenüber dem Reich“ entzogen werden durfte (RGZ 138, Anhang 1 – 43 zit. Meink, a.a.O. [FN 12], 58 bei FN 24).


i3 The Electors shall meet in their respective States, and vote by Ballot for two Persons, of whom one at least shall not be an Inhabitant of the same State with themselves. And they shall make a List of all the Persons voted for, and of the Number of Votes for each; which List they shall sign and certify, and transmit sealed to the Seat of the Government of the United States, directed to the President of the Senate. The President of the Senate shall, in the Presence of the Senate and House of Representatives, open all the Certificates, and the Votes shall then be counted. The Person having the greatest Number of Votes shall be the President, if such Number be a Majority of the whole Number of Electors appointed; and if there be more than one who have such Majority, and have an equal Number of Votes, then the House of Representatives shal immediately chuse by Ballot one of them for President; and if no Person have a Majority, then from the five highest on the List the said House shall in like Manner chuse the President. But in chusing the President, the Votes shall be taken by States, the Representation from each State having one Vote; A quorum for this Purpose shall consist of a Member or Members from two thirds of the States, and a Majority of all the States shall be necessary to a Choice. In every Case, after the Choice of the President, the Person having the greatest Number of Votes of the Electors shall be the Vice President. But if there should remain two or more who have equal Votes, the Senate shall chuse from them by Ballot the Vice President.
4 The Congress may determine the Time of chusing the Electors, and the Day on which they shall give their Votes; which Day shall be the same throughout the United States.(https://www.govinfo.gov/content/pkg/CDOC-110hdoc50/pdf/CDOC-110hdoc50.pdf, S. 12 f. der digitalen und S. 6 f. der gedruckten Seitenzählung)

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