Der Maler und Grafiker Manfred Butzmann ist tot.
Butzmann war eine sehr beliebte Person, schon zu DDR Zeiten. Er hatte seine Fangemeinde unter all den
Intellektuellen wie Volker Braun, Christoph Hein oder Christa Wolf. Das hat viel zu tun mit seiner
direkten und unerschrockenen Art, sich auseinanderzusetzen und über Kunst zu streiten. Seine
Plakate waren in der DDR verboten, zumindest hat man diese direkte, kritische Kunst nicht gern gesehen, ähnlich wie das Benutzen von
Kopiergeräten. Butzmann hielt der DDR die Stange, weil er bis zum Schluß noch an eine Reform der Verkrustungen in
Staat und Gesellschaft dachte. Von Depressionen gepeinigt, verschwand er für Monate, dann tauchte er wieder mit seinem
Fahrrad auf und fuhr durch die Gegend, alles registrierend, vieles sammelnd und alles wieder weiter gebend.
Er konnte gut Skat spielen, Bier trinken und war immer freundlich. Zu seinem 70ten
Geburtstag habe ich folgendes Gedicht geschrieben, dass ich vorgetragen habe, da es phonetisch
erst seine Wirkung zeigt.
Butzmann
Butzmann
Beckmann
Utzmann
Ulbricht
Tzmann
Tucholsky
Zmann
Zeller
Mann
Menzel
Ann
Abreibungen
nn
Nolde??
Nagel
Butzmann
In diesem Namen steckt der ganze Butzmann. Kürzer geht es nicht.
Wir haben uns oft gesehen, in seiner Wohnung in der Parkstrasse in Pankow,
später in Potsdam in der Hugstrasse.
Butzmann bevorzugte die kleine Form, Skizzen, Radierungen, Malerei, nie größer als einen Quadratmeter, meist kleiner.
Er skizzierte unentwegt, legte diese Skizzen in Periodika an, Jahr für Jahr und zum Glück hat die
Akademie der Künste diese hunderte von Skizzenbücher in ihr Archiv aufgenommen.

Manfred Butzmann, November 2014, mit Widmung für Ernst (Volland)

Aus einem Skizzenbuch 2012, Portrait Ernst Volland

Skizzen aus der Serie „Molle“
Die Molle war eine Kneipe in der Nähe ( S-Bahnhof Wollank Strasse) von Manfred Butzmanns
Wohnung und Atelier in der Parkstrasse, Pankow.



Butzmann zeichnete immer und überall-







Ernst Volland und Manfred Butzmann, in der Wohnung von Manfred Butzmann, Potsdam, 2022.