Inhalt
Takoko führt in Tokio ein geruhsames Leben. Doch dann eröffnet ihr Freund, dass er heiraten wird – und zwar seine Freundin. Als ihr klar wird, dass sie nur die Affäre war, verkriecht sich Takoko am Boden zerstört in ihrer Wohnung. Weil die beiden im selben Unternehmen arbeiten, kündigt sie bald darauf auch ihren Job. Eher unfreiwillig zieht sie dann zu ihrem Onkel, der ein Antiquariat im berühmten Bücherbezirks Jimbōchō besitzt. Auch wenn sie sich anfangs gegen den Zauber der Bücher wehrt, wird sie doch später vollkommen davon in den Bann gezogen. Doch die Buchhandlung Morisaki hat mehr zu bieten als nur ein neues Zuhause – sondern auch viele Geheimnisse.
Zum Autor
Satoshi Yagisawa wurde 1977 in Chiba, Japan geboren und studierte an der Nihon-Universität in Tokio. „Die Tage in der Buchhandlung Morisaki“ war sein Debütroman und wurde direkt mit dem Chiyoda-Literaturpreis. Ein weiteres Werk der Reihe ist „Die Abende in der Buchhandlung Morisaki“. Andere Werke sind in der Übersetzung. Nach eigenen Angaben mag er Katzen, Kaffee und spielt Gitarre.
Hintergrund
Die Geschichte des Viertel Jimbōchō reicht bis in die Edo-Zeit (ca. 1603 bis 1868) zurück. Damals waren viele Residenzen der Samurai, der ranghöchsten Bevölkerungsschicht in Jimbōchō angesiedelt. Nach einem dieser Samurai ist das Viertel auch benannt. Von 1870 bis 1880 siedelten sich drei Universitäten an den Rändern von Jimbōchō an – Meiji, Nihon und Chuo. Die akademische Atmosphäre hob die Nachfrage nach Büchern und Verlagen – diese existieren noch immer. Ein einschneidendes Ereignis war außerdem das Feuer von 1913, bei dem große Teile des Viertels zerstört wurden. Doch trotz weiterer Rückschläge hat das Viertel seinen Ruf verteidigt und gehört heute zu den spannendsten Vierteln von Tokio. Zudem hat es große Verlage wie Iwanami Shoten hervorgebracht und erhält sich dank der nahen Universitäten sein akademische Flair. Viele der Buchläden sind spezialisiert und führen gut kuratierte Sammlungen mit seltenen Objekten, die Forscher und Sammler aus aller Welt anziehen.
„Die Tage in der Buchhandlung Morisaki“ liest sich auch wie eine Liebeserklärung an Jimbōchō. Satoshi Yagisawa kannte das Viertel und seinen Flair vermutlich selbst sehr gut, da er an einer der naheliegenden Universitäten studiert hatte. Es ist ein schnörkellos schön geschriebenes Buch, das sich auf das Innenleben der Charaktere konzentriert und trotz ruhiger Handlungsstränge immer wieder Überraschungen parat hat. Ein Buch für Bücherliebhaber.
ISBN: 978-3-458-68337-7
Diese japanische Forschungsarbeit erläutert, wie sich Jimbōchō und seine Buchläden über die Jahre verändert haben.