vonAchmed Khammas 21.01.2018

Der Datenscheich

Erneuerbare Energie, Science Fiction, Technikarchäologie und Naher Osten – verifiziert, subversiv, authentisch.

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Den Start ins neue Jahr möchte ich – wenn auch ein wenig verspätet – mit den SF‘s beginnen, die ich in den vergangenen vier Monaten gelesen habe. Und wieder gibt es einige Romane, die zu Begeisterungsstürmen in allen Medien führen müßten, würde die utopische Literatur wirklich ernst genommen werden. Dessen ungeachtet: Hier beim Datenscheich wird sie gewürdigt, gelobt und empfohlen – wobei ich als Bezugsquelle auch weiterhin auf den Buchladen meines Vertrauens verweise: das Berliner Otherland. Doch nun zu den Werken selbst – bei denen eine signifikante und erfreuliche Zunahme an Autorinnen zu verzeichnen ist, mit denen ich denn auch beginnen möchte:


Alif der Unsichtbare von G. Willow Wilson (2012/2018) ist ein sensationeller Roman über einen jungen Hacker in den (leicht ins Fiktive verschobenen) Golf-Emiraten, der durch ein geheimnisvolles Buch in einen Wirbel an politischen und magischen Intrigen hineingezogen wird – aus denen er nur mit Hilfe neuer Programmieralgorithmen, einiger höchst unterschiedlicher Freunde … und eines Djinn flüchten kann, zumindest zeitweise.

Ganz besonders begeistert hat mich das profunde Hintergrundwissen der Autorin, die aus dem arabisch-islamischen Fundus ebenso gekonnt schöpft, wie ihre afrikanischstämmige Kollegin Nnedi Okorafor aus dem afrikanisch-paganen Schatz. Als Beispiel möchte ich den Bezug auf die Mehrschichtigkeit von Bedeutungen einzelner Wörter und Sätze des Koran nennen, welche ein wesentliches Element für das zeitüberschreitende Verständnis von arkanen Texten darstellt – wie z.B. das Wort tharra (ذرة), das mit dem „kleinsten unteilbaren Partikel“ verknüpft ist. In der Frühzeit war ذرة ein Sandkorn, dann ein Staubkorn, dann eine Zelle, ein Molekül, und schließlich ein Atom. „Das Wissen der Menschheit über das Universum mag wachsen, aber ذرة verändert sich nicht.“ (S. 248).

Einen Hintergrundtext dazu findet sich übrigens auf meiner privaten Seite unter dem Titel ‚Über die Rolle des zeitgenössischen Übersetzers bei der Übertragung des Koran‘ (hier).

Zwischen den Sternen von von Becky Chambers (2016/2018) ist ebenso wie sein Vorgänger ein liebevolles und stark empathischer Roman über etwas, das man die ‚Menschwerdung einer KI‘ bezeichnen könnte. Damit ist das Buch ein beachtenswerter Beitrag zur aktuellen Diskussion, die auf manchen Seiten schon fast panisch geführt wird. Doch Angst stammt zuerst einmal aus den eigenen Tiefen – und eine echte (!) KI muß im Grunde genauso mit Herz und Hirn behandelt (und erzogen) werden, wie ein menschliches Kind.

Zudem beweist Chambers ein weiteres mal, daß es sehr gut möglich ist, einen hoch spannenden Roman zu schreiben, ohne daß man hierfür gleich ganze Sonnensysteme abfackeln muß, wie es in der Military-SF-Szene derzeit üblich zu sein scheint, und was eher auf psychologische Probleme bei den Autoren verweist, als auf eine souveräne literarische Begabung.

Thronräuber von Katy B. Wagers (2016/2018) ist der Auftakt einer Saga namens ‚der Indrana-Krieg‘, bei dem eine als Waffenschmugglerin lebende Prinzessin plötzlich ihr galaktisches Erbe antreten muß – sehr zu ihrem Verdruß. Noch verärgerter sind allerdings ihre familiären Konkurrenten, die nun auch nicht lange zögern, einen Anschlag nach dem anderen gegen die unerwünschte Thronerbin durchzuführen. Was angesichts deren höchst unzivilen Erfahrungen aber nicht so einfach ist. Spannende Action, die Lust auf mehr macht.

Wer fürchtet den Tod von Nnedi Okorafor (2014/2017) hat mich ebenso begeistert wie sein Vorgänger, denn es ist tatsächlich so, wie es die berühmte Ursula K. Le Guin in ihrem Blurp beschreibt: „Es steckt mehr lebendige Vorstellungskraft in einer einzigen Seite von Nnedi Okorafors Romanen als in ganzen Bänden gewöhnlicher Fantasy-Epen.“ Es ist eine lange Reise voller Magie und Gefahren, welche die dunkelhäutige Okeke in einem postapokalyptischen Afrika unternimmt, um den mächtigen Magier Daib zu töten – ihren Vater und Vergewaltiger ihrer Mutter. Hart, schillernd, zauberhaft und erschreckend zugleich wirkt ihr Afrika wie ein fremder Planet.

Das Buch des Phönix von Nnedi Okorafor (2015/2017) ist ein weiteres mitreißendes Werk der Autorin, die man nur von ganzem Herzen empfehlen kann. Diesmal geht es um ein genetisches Experiment: die 2-jährige Phönix verfügt über den Körper und Verstand eines Erwachsenen – und über Kräfte jenseits der Vorstellungskraft.

Schwerelos von Katie Khan (2017/2018) ähnelt ein wenig dem Film Gravity von 2013 – wenngleich es hier nicht um eine Katstrophen-Kaskade geht, sondern (nur) darum, sich trotz schwindender Sauerstoffreserven aus dem Orbit zu retten. Ein interessanter Roman, den man dem Genre der Beziehungs-SF zuordnen kann.

Prisma von Margaret Fortune (2017/2017) ist der zweite Band der Autorin nach ihrem Debüt-Roman New Sol von 2015/2016. Der Kampf gegen die Schatten geht weiter – und immerhin ist es inzwischen gelungen, einen Waffenprototyp zu entwickeln, der diese zumindest in Schach hält, bevor sie sich in Menschen einnisten können. Ein Besessenheits-Szenario im All, rasant geschrieben und brutal.

Die Optimierer von Theresa Hannig (2017) ist ein preisgekröntes Debüt, das eine Bundesrepublik Europa im Jahr 2052 beschreibt, die sich vom Rest der Welt abgeschottet hat und auf hochentwickelte Robiter setzt, um Wohlstand und Sicherheit zu sichern. Die Erlebnisse des Lebensberaters Freitag, dessen Agentur alle Bürger rund um die Uhr überwacht, führen dieses jedoch in einen Abwärtsstrudel, dem er kaum mehr zu entkommen vermag. Ein Buch im Stil von 1984, aber wesentlich moderner – und nach heutigen Maßstäben auch wesentlich realistischer.

Dunkle Materie von Carolyn Ives Gilman (2015/2016) ist die fesselnde Geschichte der Entdeckung eines neuen, bewohnbaren Planeten – der von Dunkler Materie nur so strotzt. Und der sich dummerweise auch als nicht unbewohnt herausstellt. Die Thematik erstreckt sich in der rasanten Handlung vom Erstkontakt bis zu philosophischen Themen und dem ganz großen kosmischen Abenteuer.

 

Nach den Ladies sind nun die Gentlemen dran, wie immer in zeitlich absteigender Reihenfolge.

Bios von Daniel Suarez (2017/2017) handelt im Jahr 2045, als das Zeitalter der Technik längst Geschichte ist. Stattdessen werden Autogehäuse von Algen und Pilzen gebaut – und die Boomstädte Asiens werden nachts von Leuchtbäumen erhellt. Gegen die Verbrechen der Genkriminalität kämpft der Interpol-Kommissar Durand … bis er nach einer Entführung plötzlich mit einer veränderten DNA erwacht – und im Spiegel den von ihm weltweit gesuchten Kartellboß Wyckes sieht. Besonders interessant: Suarez erwähnt eine Vielzahl elektrischer Transportmittel, erneuerbare Energietechnologien, Drohnen und mehr, wie ich sie in meinem Buch der Synergie in aller Ausführlichkeit dokumentiere.

Kollaps – Das Imperium der Ströme von John Scalzi (2017/2017) ist der Auftakt einer neuen SF-Serie des Autors, die sicherlich nicht nur von dessen Fans begeistert goutiert werden wird. Das Imperium der Menschheit, das sich in der ganzen Galaxis ausgebreitet hat, wird durch Extra-dimensionale Sternenstraßen zusammengehalten – die nun allerdings gefährdet scheinen. Und es gibt nur einige wenige Personen, die den endgültigen Zusammenbruch verhindern können.

Babylons Asche von James Corey (2017/2017) ist der 6. Band der Saga, auf welcher die TV-Serie The Expanse beruht. Die Menschheit hat zwar das Sonnensystem besiedelt, die alten Konflikte aber mitgenommen. Als Ergebnis führen die sich unterdrückt fühlenden ‚Gürtler‘ Terroranschläge gegen die Erde durch, nachdem sie in den Machtspielen zwischen Erde und Mars fast aufgerieben wurden. Es liegt nun an der Crew eines einzigen Raumschiffes, einen alles vernichtenden Krieg zwischen den Planeten zu verhindern.

Die Verlorenen von Andrew Bannister (2017/2017) ist der 2. Band der Spin-Trilogie, in welchem die Spin-Galaxis fast ausgelöscht und beinahe alle Handelsrouten unterbrochen sind. Haupthandlungsstrang ist diesmal die Flucht einer Sklavin in einem Großraumschiff, das auf seinem Flug einen neuen, bisher inexistenten günen Stern entdeckt, hinter dem sich – wie es sich nun einmal gehört – eine essentielle Bedrohung für den gesamten Spin verbirgt.

Das Erwachen von Andreas Brandhorst (2017) gehört zu den Romanen, die sich mit dem ‚Entstehen‘ einer KI innerhalb der Datennetze beschäftigen. Diesmal geschieht dies durch die Freisetzung eines Computervirus durch den ehemaligen Hacker Krohn, der unzählige leistungsfähige Rechner auf der ganzen Welt vernetzt. Was auf allen Kontinenten zu Störfällen und Zusammenbrüchen der Infrastruktur führt. Äußerst aktuell und spannend und zudem mit einem positivistischen Ansatz, der mich sehr gefreut hat. Sehr nett ist auch die Erwähnung eines Hyperloop zwischen Moskau und Ankara – während Brandhorsts Informationen über die Lage in Aleppo leider mehr als zu wünschen übrig lassen

Der verratene Planet von D. Nolan Clark (2016/2017) erzählt die Geschichte des kleinen Siedler-Planeten Niraya, der angegriffen wird und um Hilfe ruft – die ihm in Form eines einzigen Schiffes gewährt wird. Doch angesichts der tatsächlichen Gefahr, in welcher Niraya schwebt, ist es mehr als fraglich, ob dies ausreicht.

Am Ende aller Zeiten von Adrian J. Walker (2016/2017) beschreibt den langen Marsch von Edgar Hill durch ein von Asteroideneinschlägen völlig verwüstetes England, um sich wieder mit seiner evakuierten Familie wieder zu vereinen. Postapokalyptisch und dunkel – aber auch ein Hommage an Freundschaft und Solidarität.

Das Dunkel der Sterne von Peter F. Hamilton (2016/2017) ist der 2. und abschließende Band der Chronik der Faller, in welcher die Menschheit einen erbitterten Krieg geben eben diese führt. Diesmal ist es der Planet Bienvenido, der Millionen von Lichtjahren vom Commenwealth entfernt einen fast aussichtslosen Kampf um sein Überleben führen muß. Action und Hochspannung pur.

Der lange Kosmos von Terry Pratchett und Stephen Baxter (2016/2017) ist der 5. Band der Saga um die Lange Erde, eine schier unendliche Kette paralleler Welten, in welche die Menschheit zu wechseln gelernt hat. Die zum Teil aberwitzigen Abenteuer verknoten sich mit endlosen Handlungssträngen und immer wieder neuen Wendungen, so daß zu befürchten ist, daß es sich – entgegen der offiziellen Aussage – doch nicht um den letzten Band der Reihe handelt, auch wenn Pratchett schon seit 2015 tot ist. Derartige Profi-Autoren scheinen sich selbst durch ihr eigenes Ende nicht davon abhalten zu lassen,m weiter zu schreiben. Und wer weiß, vielleicht lebt Pratchett ja in einer der Parallelwelten noch?!

Zeitkurier von Wesley Chu (2016/2017) ist ein Zeitreise-Roman, in welchem sich die Menschen der Zukunft Ressourcen aus der Gegenwart ‚besorgen‘ müssen, um zu überleben.

Die Granden von Pandaros von James A. Sullivan (?/2017) beschreibt Cosima Amberson und John A. Glennscaul, die Granden zweier verfeindeter Schattenkonzerne, die trotz aller Bemühungen nicht voneinander loskommen und zu ihrem Mißvergnügen nach einer Havarie auch noch zusammenarbeiten müssen, um zu überleben. Eindringliche Bilder, großartige Umgebungen und das alte Spiel von Loyalität und Verrat bilden ein dichtes, opulentes und schmackhaftes literarisches Mahl, das man lange nicht mehr vergißt.

Das Mona Lisa Virus von Tibor Rode (2016) ist ein beeindruckender Thriller, der wie in Film Bilder ins Hirn zaubert, die man kaum mehr vergißt. Enschläge auf Kunstwerke, ein sich unaufhaltsam verbreitender Computervirus und ein Komplott, das vor 500 Jahren seinen Anfang nahm, sind die Ingredienzen eines ausgesprochen interessantes Buches, in dem es um Ästhetik und Schönheit geht, um den Goldenen Schnitt und heilige Proportionen… und um deren dunkle Gegenspieler. Eine besondere Empfehlung!

Die Gotteswelle von Patrick Hemstreet (2016/2016) ist die Geschichte einer neuartigen Verbindung von Gehirn und Computer, welche die nächste Evolutionsstufe der Menschheit sein könnten – würden nicht mächtige Gruppierungen mit augenscheinlich unbegrenzten Ressourcen ganz andere Ziele damit hätten. Die sich daraus ergebenden Bedrohungen gefährden aber nicht nur das Entwicklungsteam, sondern könnten nicht weniger als das Ende der Welt bedeuten.

Die Spähren von Pierre Bordage (2015/2017) behandelt das weltweite Auftreten von undurchdringlichen und nicht zu vernichtenden Sphären, die allerdings immer mehr kleine Kinder ‚verschlucken‘ – und erinnert von der Idee her an den berühmten Roman Die letzte Generation von Arthur C. Clarke.

Exodus Towers – Die letzten der Erde von Jason M. Hough (2013/2017) setzt die mit Darwin City begonnene Geschichte fort, in welcher unbekannte Aliens auf der Erde Orbitalaufzüge installieren, deren geheimnisvolle Technologie zudem Schutz vor einer verheerenden Seuche bietet, welche die Welt fast komplett entvölkert hat. Das Resultat sind harte Kämpfe um die Kontrolle der Weltraumaufzüge – zumindest solange, bis die Aliens zurückkehren.

Break Through von Michael Grumley (2013/2017) handelt vom eigentlich unmöglichen Verschwinden eines U-Boots in der Karibik, für dessen Wiederauffinden die Meeresbiologin Shaw engagiert wird, die mit Delphinen kommunizieren kann. Als diese dann losschwimmen, um nach dem verschollenen Gerät zu suchen, finden sie am Grunde des Ozeans jedoch etwas ganz anderes, was das Selbstverständnis der Menschheit mehr als nur kräftig erschüttert. Alles in allem ein sehr spannendes Buch, das viele vergnügliche Lesestunden verspricht und hält – auch wenn mich das abrupte Ende etwas gestört hat.

Die Dämonenfalle von Peter Hamilton (2011/2017) ist eine Sammlung von Kurzgeschichten des bekannten Autors, die besonders für seine Fans ein Leckerbissen darstellt.

Das Schiff von Greg Bear (2010/2011) ist es skurriler, seltsamer SF über ein gigantisches Raumschiff, das durch die Leere treibt – während an Bord ein Mann nackt und frierend aus dem künstlichen Tiefschlaf erwacht und eine albtraumhafte Odyssee erlebt, auf der er herauszufinden versucht, was schiefgelaufen ist.

Utopia von Ahmed Khaled Towfik (2009/2017) ist einer der (noch) äußerst seltenen originär-arabischen Sfs, der die gruselige, albtraumhafte Version einer zukünftigen Gated Community in Ägypten darstellt. Die grundlegenden Elemente diese4s Buch-Menüs sind nicht neu, doch es ist erfreulich, sie einmal mit etwas Hummus und orientalischen Gewürzen angereichert goutieren zu können. Weshalb auch dem Schweizer Lenos Verlag und den diesen unterstützenden Kulturfonds ein besonderer Dank gebührt.

Credo – Das letzte Geheimnis von Douglas Preston (2007/2009) erzählt die Geschichte eines Wissenschaftlerteams, dem es gelingt, mittels eines Kernbeschleunigers mit Gott zu kommunizieren. Als ein professioneller Fernsehprediger auf die Wissenschaftler aufmerksam wird, beginnt er eine Medienschlacht gegen das Projekt – und ein verrückter Wüstenprediger startet sogar einen regelrechten Kreuzzug und mobilisiert die Massen, um die Teufelsmaschine zu zerstören. In jedem Fall eine interessante und etwas blasphemische Idee, auch wenn die beschriebenen Reaktionen der Menschen leider kaum adäquat erscheinen.

Null von Adam Fawer (2005/2017) ist ein rasanter Mix aus Wissenschaft und Action – denn der Mathematik-Professor Caine ist neben seinem Tagesjob auch noch in der Nacht unterwegs, als Pokerspieler, der hierfür seine Ausnahmebegabung nutzt, so gut wie alle Eventualitäten des Spiels im Voraus berechnen zu können. Zumindest solange, bis ihm ein schwerwiegender Fehler unterläuft, und er um sein Leben und seinen Verstand fürchten – und kämpfen – muß. Ein spannender und empfehlenswerter Thriller für genüßliche Lesestunden.

Spiegel von Cixin Lio (2004/2017) ist eine preisgekrönte Erzählung des chinesischen Autors, der durch seinen Weltbestseller Die drei Sonnen bekannt geworden ist. Es geht um Korruption, einen geheimnisvollen Supercomputer und kosmologische Software.

Illuminati von Dan Brown (2000/2003) ist ja ziemlich weit bekannt – und auch kein normaler SF. Als Thriller mit diversen mehr oder minder geheimen Symbolen und dem Plot der Entwendung von Antimaterie als gigantische Energiequelle fällt er aber dennoch in mein Interessengebiet (im Gegensatz zu der unsäglichen Verfilmung). Daß Brown rasant und mitreißend schreiben kann, muß nicht besonders erwähnt werden.

Xeelee – Vakuum Diagramme von Stephen Baxter (1997/2017) ist die vollständig überarbeitete Neuausgabe eines der größten Romane Baxters, in dem es um den seit Ewigkeiten tobenden Krieg zwischen der Menschheit und den Xeelee geht, den übermächtigen Herrschern des Alls.

Zeitmaschinen gehen anders von David Gerrold (1973/2017) ist die vollständig überarbeitete Neuausgabe eines kleinen, humorvollen Zeitreise-Klassikers, der einem manchmal das Hirn verknotet. Was sich durch den Lesespaß aber als nicht-chronisch herausstellt.

Die Foundation Trilogie von Isaac Asimov (1951, 1952, 1953/2012) bedarf wirklich keiner lobenden Erwähnung, schließlich gehören die ursprünglich drei separat erschienenen Bände zu den Klassikern der Science Fiction. Für alle, die sie trotzdem nicht kennen: Es geht um die Rettung von Wissen und Technologie über Äonen des Zerfalls. Für mich ist immer wieder überraschend, wie modern die Geschichte daher kommt – obwohl der zweite Band exakt in meinem Geburtsjahr erschien…

Proxima Rising von Brandon Q. Morris (?) ist die Geschichte um einen Hilferuf, der die Menschheit des 21. Jahrhunderts vom sonnennächsten Stern Proxima Centauri erreicht. Obwohl es aus technischen Gründen kaum möglich ist, Hilfe zu leisten, gelingt es einem russischen Milliardär, auf nicht ganz legalen Wege ein bemanntes Raumschiff auf die lange Reise zu schicken. Das Interessante dabei ist, daß der für viele Leser sicherlich ausgesprochen überraschende Umsetzungsansatz tatsächlich schon (fast) machbar ist. Tolle Geschichte, detailreich und sehr spannend, nicht nur für reine Technik-Fans.

Nachtrag:

Das im Mai 2015 erschienene Taschenbuch Stories of Your Life and Others (Englisch) von Ted Chiang enthält übrigens die Kurzgeschichte Story of Your Life, die als Grundlage für den hochintelligenten Kinofilm Arrival von Denis Villeneuve (mit Amy Adams, Forest Whitaker und Jeremy Renner) diente!

Titelbild: Tertia von Rensburg / unsplash

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