Seit fast einem halben Jahr bietet taz.de nun seinen Lesern an, per Flattr freiwillig Artikel zu bezahlen, die ihnen besonders gefallen. Zeit für eine kleine Bilanz.

Seit unserem Start Mitte Mai sind die Texte auf taz.de 29.000 Mal geflattert worden. Knapp 6.900 Euro kamen dabei zusammen.

Das ist eine Menge, wenn man sich die ersten offiziellen Zahlen von Flattr anschaut: Demnach sind bislang 114.000 Euro “durch das Flattr-System gegangen”, wie es im Flattr-Blog heißt. Sechs Prozent des Flattr-Umsatzes kam demnach über taz.de.

Wir danken allen Lesern, die mit Flattr unsere Arbeit so regelmäßig honorieren!

Mit 1.544 Euro Einnahmen war der Oktober der bislang stärkste Monat von taz.de. Waren die Einnahmen in den ersten zwei Monaten noch sprunghaft angestiegen, so sehen wir aber seit Juli nur noch eine leicht steigende Tendenz: Vergleicht man den Oktober mit dem Juli, so legten die Einnahmen um acht Prozent zu.

Dabei fällt auf, dass die Zahl der Flattr-Klicks auf Artikel auf taz.de recht stabil ist. Sie schwankt nur leicht (weniger als die Einnahmen) – und zwar um einen Wert von 5.500 Klicks im Monat. Nimmt man den Durchschnitt der vergangenen vier Monate, so ist ein einzelner Flattr-Klick für einen Artikel auf taz.de knapp 26 Cent wert.

Für uns ist dabei schwer einzuschätzen, wie stark die Fluktuation unter den Flattr-Usern ist: Kommen hier jeden Monat Neue dazu, während andere User wieder aufhören? Oder haben wir einen festen Stamm, der sich kaum verändert?

Angesichts der stagnierenden Beteiligung haben wir uns vorgenommen, Flattr künftig stärker zu bewerben. Bislang haben wir nur einen recht dezenten Button unter den Artikeln. Wir werden hier mehr dazu berichten, sobald wir mit der Werbung anfangen.

Und hier noch die Liste der fünf bei uns meist geflatterten Texte im Oktober:

Polizeiinterne Kritik an Provokateuren: Wie “scharfe Kampfhunde” 143 Mal geflattert, 52.60€
taz enthüllt Berlins Geheimverträge: Die räuberische Wasser-Privatisierung 129 Mal geflattert, 49.35€
Die CDU und das “Stuttgart 21″-Projekt: “Schlimmeres habe ich noch nie erlebt” 89 Mal geflattert, 38.11€
Wikileaks-Chef Julian Assange: Ein Einbruch beim Psychiater 78 Mal geflattert, 31.99€
Die geheimen Wasserverträge 97 Mal geflattert, 30.87€

Dazu kann man ergänzen, dass die taz-Enthüllung der Berliner Wasserverträge am Monatsende online ging. Inzwischen wurde sie 146 Mal geflattert und hat damit die Geschichte über den Stuttgarter Polizeieinsatz hinter sich gelassen.

Matthias Urbach ist Leiter von taz.de


21 Comments on “taz.de-Texte 29.000 Mal geflattert”

  1. For your information » Die flattr-Charts im Oktober 2010 says:

    [...] taz                       1544,00* Euro (+ 419* Euro)    5500* Klicks Law Blog                321,21 Euro  (+ 45,83 Euro) [...]

  2. Freiheitsliebe says:

    Alles gute dafür! Ihr seit natürlich auch in unseren Charts auf Platz 1 http://diefreiheitsliebe.blogspot.com/2010/11/die-flattr-charts-im-oktober-wer.html

  3. Frager says:

    Hallo taz-Leute,

    bekommen die jeweiligen Redakteure bzw. insbesondere die freien Autoren etwas von den Flattr-Einnahmen eines jeweiligen Artikels?

    Oder wird das als allgemeine Einnahme verbucht?

    Viele Grüße und alles Gute!

  4. Thomas says:

    Sehr schön!

    Endlich mal wieder eine positive Nachricht! Mehr Werbung hat Flattr auf jedenfall nötig – es ist noch zu unbekannt…

    Ein weiterer einfacher Schritt wäre das einfügen eines General-Button für die TAZ!

    Wie viel Flattr-Klick sind es den ganau im Oktober gewesen? Die 5500 sind ja nur irgendwie durchschnitt…

  5. Lars says:

    Das ist gute Nachrichten :) .
    Vielleicht hilft es ja eurer Statistik
    Ich bin seit ca. 4 Monaten bei Flattr dabei und bin immer noch begeistert von dem einfachen Konzept. Ich hab anfangs mal 25 Euro draufgeladen (nach Abzügen 24,20) und verteile derzeit pro Monat 8 Euro. Vor ner Woche hab ich den gleichen Betrag nochmal draufgemacht.
    Bei mir ist ein Klick am Ende des Monats meist so 20-30 Cent wert, je nachdem wie viele schöne Sachen ich finde. Will auch weiterhin dabei bleiben :) .

  6. tada says:

    Gut so, weiter so.
    Nach wie vor halte ich neben eine “flattr TAZ” button auf eurer Startseite für sinnvoller als (nur) die einzelnen Artikel zu flattrn. Verzerrt unnötig nach “gefallen” und nicht “gefallen” des Inhaltes.
    Wenn ihr so viel zum flattr Umsatz beitragt, solltet ihr denen auch ins Gewissen reden, ihre Seite zu verbessern und zu lokalisieren.

  7. Lesenswerte Artikel 3. November 2010 says:

    [...] taz.de-Texte 29.000 Mal geflattert "Seit unserem Start Mitte Mai sind die Texte auf <a href="http://taz.de">taz.de</a&gt; 29.000 Mal geflattert worden. Knapp 6.900 Euro kamen dabei zusammen." [...]

  8. matthias urbach says:

    @Thomas

    Im Oktober waren es genau 5.481 Klicks auf den Flattr-Button.

    @Frager
    Die Flattr-Einnahmen fließen zunächst einmal in den allgemeinen Etat von taz.de, denn bislang bekommen wir über die Online-Werbung nur etwa die Hälfte der Kosten von taz.de gedeckt.

    Andererseits bauen wir trotz des Defizits taz.de weiter aus, weil wir an Online glauben. Gerade haben wir die Onlineredaktion um eine Stelle aufgestockt, über die Proteste gegen den Castor-Transport am Wochenende werden wir mit einem Rekordaufgebot von acht Reportern vor Ort berichten – und da waren die neuen Einnahmen aus Flattr und die Bindung, die unsere Leserinnen und Leser damit zu uns offenbaren, ein gutes Argument.

  9. Micro-Payment-Dienst flattr: Verhaltene Nutzung, taz mit 6%-Anteil | Medienrauschen | Medienweblog | Social Media, Medien, Online Gaming says:

    [...] [...]

  10. clara says:

    Aber warum gibt es auf den Archiv-Seiten keine flattr-Möglichkeit?

  11. reblek says:

    “Sechs Prozent des Flattr-Umsatzes kam demnach über taz.de.” “Sechs Prozent” – ein Singular?

  12. Burger says:

    Wieviel Einnahmen konnten denn abseits von Flattr (direkt per Überweisung) generiert werden?

  13. new taz flattr record says:

    [...] Taz vermeldet bei Flattr einen neuen Gewinnrekord und will jetzt anfangen Flattr aktiv zu bewerben. Bisher gab es ja immer nur diesen unscheinbaren [...]

  14. Stefan says:

    Ich halte es für eine gute Idee Flattr stärker zu bewerben, da ich vermute, dass bisher nur die üblichen Netznerds das System nutzen.

  15. Flattr-Bilanz: taz.de am erfolgreichsten, Chaosradio Express die Top-Seite, wir: 13,82€ • LoadBlog - Das Download-Magazin says:

    [...] Flattr-Spenden pendeln sich ein”, schreibt taz.de-Chef Matthias Urbach in einem Redaktions-Posting. 29.000-mal wurden Texte auf taz.de geflattert, und seit Juli sind die Umsätze relativ konstant [...]

  16. Berliner Blogs im Wikio-Ranking November 2010 – By Stefan Stahlbaum says:

    [...] (61) 11. annalist (69) 12. saschalobo.com (75) 13. Sprengsatz (83) 14. Der Schockwellenreiter (85) 15. taz Hausblog (107) 16. nicorola-musikblog (109) 17. Anja Rieger (125) 18. streetart (163) 19. Tonari kann`s [...]

  17. taz.de und Flattr: Ein Statusbericht « Kalingeling – Verdienstkonzepte im Netz says:

    [...] taz-Hausblog hat Matthias Urbach einen Stand der Dinge veröffentlicht: Einnahmen über und Perspektiven für den Einsatz des Flattr-Dienstes auf [...]

  18. onny says:

    Ich träume ja immer noch davon, dass in Zukunft Flattr die Werbung hier komplett ersetzen könnte. Bitte schreibt demnächst dazu wie nahe man an diese Utopie schon gekommen ist :)

  19. Arne Babenhauserheide says:

    Gratulation zu den tollen Flattr-Einnahmen!

    Ich hoffe, dass das noch viel mehr wird!

    Nebenbei: Flattr wird wohl einen Abo-Dienst bekommen. Gerade dann würde sich ein allgemeiner taz-Flattr-Knopf lohnen: Einfach Taz.de jeden Monat via Flattr fördern, um einen gewissen Grundumsatz zu generieren. Dazu dann die schönsten Artikel flattrn.

    Wer dann besonders viel beitragen will, kann zusätzlich ein Online-Abo nehmen.

  20. Flattr im Oktober = Fauler Herbst « Hörspielchen says:

    [...] bin ich recht zuversichtlich, dass Flattr in Zukunft enorm an Bedeutung gewinnen wird. Die taz hat für den Monat Oktober mit 1500 Euro ihren persönlichen Rekord gebrochen und beim nachrechnen [...]

  21. Sunni Shonerd says:

    This Wikileaks thing is amazing. Every state has the right to keep it’s secrets. This Assange guy clearly has a vendetta against the U.S.. He’s an Austrailian right? Would he like to see all of that country’s secrets spilled out in the open? There is no nation in the world that doesn’t have state secrets. What about national defence? One thing that is being overlooked is that sometimes such secrets help to avoid war. Did Assange ever think of that? No….he’s looking to embarass the U.S. and make a name for himself. I think his 15 minutes of fame will be over soon enough.